Ein Besucher des Kongresses des Chaos Computer Clubs sitzt in Hamburg im Kongresszentrum CCH an seinem Laptop. Foto: Axel Heimken
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Ein Besucher des Kongresses des Chaos Computer Clubs sitzt in Hamburg im Kongresszentrum CCH an seinem Laptop. Foto: Axel Heimken
Das Kongressmotto wendet sich gegen "Gated Communities". Foto: Malte Christians/Archiv
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Das Kongressmotto wendet sich gegen "Gated Communities". Foto: Malte Christians/Archiv
Zu dem Treffen der Hackerszene werden 12.000 Teilnehmer erwartet. Foto: Axel Heimken
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Zu dem Treffen der Hackerszene werden 12.000 Teilnehmer erwartet. Foto: Axel Heimken
Besucher laufen durch einen Flur, der als Raumschiff dekoriert ist. Foto: Axel Heimken
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Besucher laufen durch einen Flur, der als Raumschiff dekoriert ist. Foto: Axel Heimken
Geduld haben: Hunderte Teilnehmer warten auf den Einlass. Foto: Axel Heimken/dpa
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Geduld haben: Hunderte Teilnehmer warten auf den Einlass. Foto: Axel Heimken/dpa
Vier Tage lang soll es um Internet-Sicherheit, Freiheitsrechte im Netz und digitale Lebensweisen gehen. Foto: Axel Heimken
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Vier Tage lang soll es um Internet-Sicherheit, Freiheitsrechte im Netz und digitale Lebensweisen gehen. Foto: Axel Heimken
Besucher des Kongresses demontrieren das sogenannte Hardware-Hacking, mit dem klassische Schlösser spurlos geöffnet und wieder geschlossen werden können. Foto: Axel Heimken
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Besucher des Kongresses demontrieren das sogenannte Hardware-Hacking, mit dem klassische Schlösser spurlos geöffnet und wieder geschlossen werden können. Foto: Axel Heimken

Chaos Communication Congress

Größtes Hackertreffen Europas: Emotionaler Auftakt

Hamburg - Mit einem emotionalen Auftakt und gar nicht technisch hat der Chaos Communication Congress in Hamburg begonnen. Erster Höhepunkt war dann aber die Präsentation eines Hackers, der die Steuerungssoftware eines VW-Dieselmotors unter die Lupe genommen hat.

Mit Appellen zur Überwindung von Grenzen in digitalen wie in realen Räumen hat am Sonntag in Hamburg das größte Treffen der Hackerszene in Europa begonnen. Als Hauptrednerin des ersten von vier Kongresstagen des Chaos Computer Clubs (CCC) rief die in Berlin lebende Somalierin Fatuma Musa Afrah zu Respekt und Miteinander im Zusammenleben mit geflüchteten Menschen auf: Wenn deren Isolierung überwunden werde und die „Newcomer“ ihre Fähigkeiten in der Gesellschaft einbringen könnten, ließen sich viele gegenwärtige Probleme lösen. „Dann werden diese so einstürzen wie die Berliner Mauer“, sagte die 26-Jährige, die seit 2014 in Deutschland lebt.

CCC-Sprecher Linus Neumann und die Computerwissenschaftlerin Carina Haupt, kritisierten, dass sich die digitale Gesellschaft zu sehr nach den Vorgaben geschlossener Betriebssysteme und Netzwerke richte. Solche „Gated Communities“ (geschlossene Räume) vermittelten ihren Nutzern eine scheinbare Bequemlichkeit, hielten sie aber auch von selbstständigem Denken und eigenen Entdeckungen fern. „Das aber macht einen Hacker vor allem aus, mit etwas Neuem anzufangen“, sagte Haupt, die beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Simulations- und Softwaretechnik zuständig ist. „Lasst uns gemeinsam die Schranken durchbrechen“, riefen Haupt und Neumann zur Eröffnung des viertägigen Kongresses auf.

Der Hacker Felix Domke demonstrierte auf dem Kongress, wie die Software-Steuerung eines Dieselmotors im laufenden Betrieb die Stickoxid-Reduzierung ausbremst. Er habe nach Bekanntwerden der Testmanipulationen bei Volkswagen aus reiner Neugier den Code der Software dekompiliert, sagte Domke. Dann habe er die Anweisungen zur Abgabe einer Lösung untersucht, welche den Ausstoß von Stickoxiden verringern soll.

Im Test zeige der Motor gute Ergebnisse bei der Schadstoff-Reduzierung. Mit längerer Fahrtzeit und höheren Geschwindigkeiten aber werde die Abgabe der Lösung mit dem Markennamen AdBlue nahezu auf null reduziert. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Domke, vermutlich solle mit diesem durch die Software festgelegten Verhalten die Zeitspanne bis zum nächsten Nachfüllen von AdBlue verlängert werden. Dabei komme es aber zu erhöhten Emissionen von Stickoxiden.

Rund 12 000 Hacker und Netz-Aktivisten haben sich zu dem Chaos Communication Congress angemeldet. Bei der 32. Auflage, kurz 32C3, geht es um Internet-Sicherheit, Freiheitsrechte im Netz und digitale Lebensweisen. Mehr als 200 Einzelpersonen und Gruppen sind dem Aufruf des Chaos Computer Clubs (CCC) gefolgt und präsentieren bis Mittwoch ihre Projekte in Vorträgen und Workshops.

Kongressprogramm

Video Streaming 32C3

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