Politik-Uni

Hochschule für Politik runderneuert

Nach dem mühsamen Umbau geht die Münchner HfP neu an den Start. Dahinter steckt ein überparteilicher Kraftakt.

Neustart an der HfP: Mit einem Festakt im Parlamentsgebäude hat der Landtag die grundlegend reformierte Hochschule für Politik eröffnet. 76 Studierende haben sich zum Wintersemester für einen neu konzipierten Bachelor-Studiengang eingeschrieben. Reformrektorin Eugénia da Conceição-Heldt übernahm die Amtskette. Erstmals hat die Hochschule sieben eigene Professuren.

Die HfP, bald nach dem Krieg gegründet, steht immer unter besonderer Obhut des Landtags. Als sich nach Jahrzehnten großer Reformstau angesammelt hatte und der Umbaubedarf immer weiter wuchs, Gebäude, Träger und Gemeinschaftsgeist wackelten, stand der Weiterbetrieb auf der Kippe. In einer ungewöhnlichen Aktion taten sich Landtagsabgeordnete aller Fraktionen zusammen, um die HfP zu retten. Einvernehmlich und leise – selbst in der Hochphase des Landtagswahlkampfs 2013 – entwickelten sie ein millionenschweres Reformkonzept und setzten es durch. „Die HfP war in einer schweren Krise. Politik war an dieser Stelle die Kunst des Unmöglichen“, sagte Markus Blume (CSU). Er spricht von einer „Sternstunde“ des Parlaments. Von 51 Sitzungen der Reformgremien berichtet Isabell Zacharias (SPD).

Im Brienner-Forum am Königsplatz statt im alten Eckgebäude an der Ludwigstraße fand die HfP eine neue Heimat, sanierte Büros und Hörsäle. Sieben eigene Professuren hat die bisher neben- und ehrenamtlich betriebene Hochschule jetzt – weltweit ausgeschrieben und mit jungen Professoren besetzt. Der Träger ist neu, jetzt die Technische Universität statt der LMU, der die kleine, leicht angestaubte Hochschule lästig geworden war. „Der Landtag hat die Zeichen der Zeit erkannt“, sagte TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann: „Handlungsfähig und forschungsfähig“ sei die HfP.

Der bisherige Diplomstudiengang Politik läuft nun allmählich aus. Der neue Bachelor-Studiengang wächst langsam auf. In der Politik gedeiht derweil die Hoffnung, dass die runderneuerte HfP nun weniger überparteiliche Intensivbetreuung braucht. Es sei ja schon eine Ausnahme, deutete Blume an, „dass einer kleinen Hochschule gleich so viel Aufmerksamkeit zukommt.“

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