Der Hongkonger Studentenführer Joshua Wong.
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Der Hongkonger Studentenführer Joshua Wong erwartet von einem demokratischen Land wie Deutschland "deutliche Worte".

Berlin-Besuch von Chinas Premier

Hongkongs Studentenführer hofft auf Merkel

Berlin/Hongkong - Der Hongkonger Studentenführer zählt auf Merkel. Er hofft, dass die Kanzlerin bei dem Berlin-Besuch des chinesischen Premiers Li über die Proteste spricht.

Der Hongkonger Studentenführer Joshua Wong hat anlässlich der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung gefordert. Es wäre "sehr hilfreich", wenn Merkel die Demonstrationen bei ihrem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang am Freitag anspräche, sagte Wong der "Bild"-Zeitung aus Berlin. "Nur wenn Deutschland, Europa und die ganze Welt Druck auf China machen und für uns Solidarität zeigen, haben unsere Proteste eine Chance", betonte der 17-Jährige.

Deutsch-chinesische Regierungskonsultationen

Unter der Leitung Merkels und Lis kommen am Freitag in Berlin die Kabinette beider Staaten zu ihren dritten Regierungskonsultationen zusammen. Merkel und Li wollen einen Aktionsrahmen über die Umsetzung der im Juli vereinbarten Innovationspartnerschaft unterzeichnen. Außerdem sollen mehrere politische Kooperationsabkommen und Wirtschaftsverträge unterzeichnet werden.

Das Treffen steht aber auch unter dem Eindruck der anhaltenden Proteste für mehr Demokratie in Hongkong. Menschenrechtsaktivisten fordern von Merkel offene Worte zu den Menschenrechten in China. Die Regierung in Hongkong hatte die für Freitag anberaumten Gespräche mit Vertretern der Demokratiebewegung am Donnerstag kurzfristig abgesagt. Die Studenten riefen daraufhin zu einem neuen Großprotest für Freitag auf.

Hongkong war in den vergangenen Wochen von Massenprotesten erschüttert worden. Die Protestierenden fordern die Änderung einer von Peking beschlossenen Wahlreform. Diese sieht vor, dass die Bevölkerung Hongkongs im Jahr 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen darf, die chinesische Staatsführung jedoch die Bewerber vorab auswählt. Die Demonstranten verlangen hingegen freie Wahlen.

Wong erwartet von Merkel "deutliche Worte"

"Wir wollen freie und demokratische Wahlen in Hongkong ohne eine Einmischung Pekings", sagte der Studentenführer Wong der "Bild"-Zeitung. Deutschland dürfe nicht allein wirtschaftliche Aspekte im Zusammenhang mit China in den Vordergrund stellen. "Ich denke, dass ein Land wie Deutschland sich für Demokratie und Freiheit einsetzen sollte und das auch mit deutlichen Worten ansprechen kann."

AFP

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