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Gut überlegte Äußerungen? Horst Seehofer gibt bei der Abschluss-Pressekonferenz den Kritikern neue Nahrung.

Moskau-Reise des bayerischen Ministerpräsidenten

Seehofer in Russland: News-Ticker zum Nachlesen

Moskau - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer war auf Besuch in Russland. Nachdem er am ersten Tag mit Präsident Putin zusammentraf, standen am zweiten Termine mit Ministern auf dem Programm. Wir begleiteten den Besuch im Ticker. Hier können Sie alle Infos nachlesen.

+++ AKTUALISIEREN +++

+++ Massiver Kritik an der Russland-Reise von Seehofer folgt nun Zuspruch der bayerischen Wirtschaft. Die Reise sei ein wichtiges Signal für Tausende bayerische Unternehmen in Russland, schrieb Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), am Freitag in einem Brief an den Ministerpräsidenten. Er danke für Seehofers klare Haltung und die Standhaftigkeit im Dialog mit Russland. Die vbw habe immer betont, „wie wichtig es ist, einer Entfremdung entgegenzuwirken und den Dialog zu suchen“.

+++ Während sich Horst Seehofer in Moskau aufhält, tobt daheim die Debatte was der CSU-Chef damit bezweckt. Es geht ihm um Vorteile für Bayern und den eigenen Ruf. Und am Ende schief.Seehofer irritiert die anwesenden Journalisten mit abschließenden Aussagen.

+++ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, hat sowohl die Moskau-Reise von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) als auch die Reise von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach Saudi-Arabien kritisiert. Es sei vernünftig, auch in schwierigen Zeiten weiter mit Russland zu reden, sagte Hofreiter der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). „Das muss man aber auch können.“ Seehofer hingegen spiele „höchst ungeschickt den Möchtegern-Außenpolitiker“.

+++ Horst Seehofers Versuch im Zeichen der Flüchtlingskrise Vertrauen auf der weltpolitischen Bühne zu stiften, gelingt nur sehr bedingt, meint Mike Schier, Redakteur des Münchner Merkur, in seinem Kommentar zur Moskau-Mission des Ministerpräsidenten

Seehofer gerät bei Pressekonferenz ins Schwimmen

+++ Die Pressekonferenz in Moskau ist zu Ende. Und sie dürfte der Debatte um diese Seehofer-Reise neue Nahrung geben. Schon während der ganzen Reise hat Seehofer nur mühsam Konfliktthemen umschifft. Die Mission des CSU-Chefs ist es, konstruktiv nach vorne zu schauen. Jetzt wird er von mehreren in Moskau lebenden deutschen Journalisten kritisch angegangen – und gerät ins Schwimmen.

Bereits für den Satz„Ich finde es nobel von Putin, dass er sagt: ,Ich möchte mich nicht in Eure Flüchtlingspolitik einmischen.'“ gibt es erstaunte Reaktionen. Nobel? Nicht einmischen? Erst vor wenigen Tagen gab es massive Verstimmungen zwischen den Außenministern beider Länder, weil Russland die Debatte um Angela Merkels Flüchtlingspolitik über seine staatlich gesteuerten Medien anheizt. Eskaliert war dies bei der angeblichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Berlin. Außenminister Sergej Lawrow warf Deutschland gar eine Verheimlichung des Vorgangs vor. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach danach wenig diplomatisch von „politischer Propaganda“. 

Auch ein anderer Satz irritiert die Medienvertreter. Seehofer lobt den zivilisatorischen Fortschritt, Konflikte heutzutage nicht mehr durch Krieg, sondern durch Diplomatie zu lösen. Herrsche denn in der Ukraine kein Krieg, will eine Journalistin wissen? Und ein anderer fragt, ob Seehofer Russland in seine Fortschrittsthese ohne Krieg einschließe. Die klare Antwort des CSU-Chefs: „Ja“. 

Und im Versuch, sich zu rechtfertigen, fällt noch der Satz zur Ukraine: „Da gibt’s jetzt Schießereien. Das ist nicht gut und sollte beendet werden.“ Wer Seehofer in den vergangenen Tagen erlebt hat, wird das eher als kommunikative Panne werten. Er selbst versucht später nach der Pressekonferenz, seine Sätze wieder einzufangen. Aber in einigen Medien könnte das deutliche Reaktionen geben. 

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann nennt Seehofer „fünftklassigen Außenpolitiker"

+++ Der Kreml hofft nach Seehofers Besuch auf eine Fortsetzung des Dialogs mit Deutschland. Das dürfte so manch einem nicht schmecken. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher warf Seehofer vor, dieser diene mit seinem Plädoyer für die Aufhebung der Sanktionen nur Putins Interessen. „Das war ein Reinfall, der niemandem genutzt hat.“ Seehofer stütze Putins Kurs gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). 

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann nahm sich ebenfalls kein Blatt vor den Mund und nannte Seehofer einen „fünftklassigen Außenpolitiker“. „Als Mitglied der großen Koalition in Berlin gibt Seehofer in Russland den Kronzeugen für eine angeblich falsche Politik in Deutschland und der EU." Seehofer falle damit der offiziellen deutschen Außenpolitik in den Rücken“, sagte Hartmann.

+++ Als "erfolgreich" bezeichnet Horst Seehofer die Reise nach Moskau. In der zweiten Jahreshälfte will er mit einer größeren Delegation aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur erneut nach Russland reisen.

+++  Ministerpräsident Horst Seehofer rechtfertigt seine Moskau-Reise weiterhin: "Die Reise war richtig und sie war notwendig", sagt er. Außerdem habe er sich "noch nie von irgendjemandem instrumentalisieren lassen".

+++ Die Abschluss-Pressekonferenz läuft. Horst Seehofer berichtet geschmeichelt, was Moskaus Bürgermeister zu ihm gesagt habe: "Sie haben eine Heldentat vollbracht."

+++ Und nun ist es wieder vorbei. Eine kleine Rückschau: Als Horst Seehofer am Mittwochabend in seinem Hotelzimmer kam, schaute er noch ein wenig fern. Und er sah: Vor allem sich selber. Das berichtet unser Korrespondent Mike Schier. Minutenlang berichteten die russischen Staatsmedien über den Besuch bei Wladimir Putin. Der Tenor in den Medien: "Bayern baut seine Beziehungen mit Moskau an Berlin vorbei aus", so lautete zumindest die Schlagzeile beim Sender Rossija24. Die russische Redaktion liefert den Kritikern Seehofers damit neue Munition. Horst Seehofer selber gab am nächsten Tag selber zu: "Das war relativ lang, das stimmt."

+++ Das Treffen von Horst Seehofer mit dem Moskauer Bürgermeister hat nun begonnen.

Am Donnerstagmittag traf sich Horst Seehofer mit dem Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin.

+++ Der Kreml hofft nach dem Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf eine Fortsetzung des Dialogs mit Deutschland. Präsident Wladimir Putin habe sich mit Seehofer getroffen, weil der Staatschef die Beziehungen zu Deutschland schätze, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. „Deshalb ist es vollkommen natürlich, dass sich der Präsident mit jenen Vertretern trifft, die nach Russland kommen. Es ist nicht der erste Fall, "und wir hoffen, bei Weitem nicht der letzte“, sagte Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.

+++ Nach dem Mittagessen steht für Horst Seehofer dann der wohl wichtigste Termin des heutigen Tages an. Ein Treffen mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin, der als drittmächtigster Mann Russlands gilt.

+++ Bei dem Termin auf dem roten Platz sprach der CSU-Vorsitzende auch über ein absehbares Ende von Sanktionen. „Die Welt ist kompliziert“, sagte Horst Seehofer. Das sei in dem Gespräch mit Putin am Mittwoch deutlich geworden - aber nicht im Sinne einer Ernüchterung, sondern einer Selbstvergewisserung. „Da ist noch eine Menge zu leisten, und zwar auf allen Seiten.“

Seehofer hatte anlässlich seines Gesprächs mit Putin für ein Ende der Sanktionen „in überschaubarer Zeit“ geworben. Er betonte aber auch, dass Russland im Ukraine-Konflikt seine „Hausaufgaben“ machen müsse. Die Sanktionen waren vom Westen gegen Russland wegen der führenden Rolle Moskaus im Ukraine-Konflikt verhängt worden.

Der CSU-Chef wies erneut Vorwürfe zurück, der Kanzlerin mit der Reise in den Rücken gefallen zu sein. „Wir verfolgen das gleiche Ziel, die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin, der Bundesaußenminister und die bayerische Staatsregierung.“ Man mache nichts hinter dem Rücken der Bundesregierung, sondern mit ihr. So sei es besprochen - und so habe man sich auch in dem Gespräch mit Putin verhalten. „Wir haben da nicht den Hauch einer Verschwörungstheorie.“

Horst Seehofer: "Will in anderen Ländern nicht als Oberlehrer auftreten"

+++ Auf dem roten Platz betonte Bayerns Ministerpräsident noch einmal seine Haltung verteidigt, die russischen Medien nicht zu sehr in die Kritik zu nehmen. Diese berichten mit zunehmender Schärfe über die Flüchtlingsproblematik in Deutschland und verbreiten dabei auch mal Halbwahrheiten, was zu beiderseitigen diplomatischen Verstimmungen führt. Zitat Horst Seehofer: "Ich hüte mich immer davor, in anderen Ländern als Oberlehrer aufzutreten." Nach dem Treffen mit dem Minister wird Seehofer mit Blaulichteskorte zum Mittagessen gebracht. Auch mal ein Service.

+++ Auf Sightseeing folgt wieder harte Politik: Als nächstes trifft sich Horst Seehofer mit dem Minister für Industrie und Handel. Teil der Gespräche sind wohl auch wieder die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Bayern und Russland.

+++ Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vorgeworfen, der Bundesregierung in Moskau in den Rücken gefallen zu sein. „Wir haben jemanden, der sich im Ausland nicht solidarisch verhält“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag. Der CSU-Chef habe mit Äußerungen zur Flüchtlingskrise ganz offen seinen Dissens mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angesprochen.

Wenn Seehofer zudem fordere, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland müssten in einem überschaubaren Zeitraum enden, weiche er von der deutschen und europäischen Linie ab. „Das ist ein politischer Schaden“, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt. Ein Grund für Seehofers Verhalten sei dessen „unstillbares Geltungsbedürfnis“.

+++ Foto-Termin am Roten Platz. Direkt vor dem Kreml, wo sich auch der Amtssitz des russischen Präsidenten befindet. Dafür, dass hier "nur" der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer kommt, ist der mediale Aufmarsch beachtlich. Der Wind pfeift über den großen Platz. Vor allem Edmund Stoiber friert. Er ist ohne Mantel unterwegs.

+++ Bevor aber der erste Termin des Tages ansteht, lassen wir noch einmal den ersten Tag der Russland-Reise von Horst Seehofer Revue passieren. Unser Korrespondent Mike Schier mit einem Überblick und einer kritischen Einordnung.

+++ Horst Seehofer setzt seine politischen Gespräche in der russischen Hauptstadt fort. Zum Abschluss seines Kurzbesuchs will er mit Industrieminister Denis Manturow, Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew sowie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zusammenkommen.

Horst Seehofer auf Russland-Besuch: Gespräche mit Putin an Tag eins

+++ Ministerpräsident Seehofer hat nach seinem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Intensivierung des Dialogs mit Russland geworben. „Wenn Sie sprachlos nebeneinander Politik machen, dann dienen Sie nicht dem Weltfrieden, und dann dienen Sie nicht den Menschen in diesen Ländern“, sagte der CSU-Vorsitzende am Mittwochabend in Moskau.

Er warb erneut für ein Ende der Wirtschaftssanktionen „in überschaubarer Zeit“, betonte aber auch, dass Russland im Ukraine-Konflikt seine „Hausaufgaben“ zu machen habe. In dem Gespräch sei „auch deutlich gemacht worden, dass auch die russische Seite Aufgaben erfüllen muss“.

Seehofer sprach insgesamt von einem „recht intensiven Gespräch in einer sehr guten Atmosphäre“. Er sagte aber auch: „Man konnte keine Zweifel haben, wer wo steht.“

Horst Seehofer am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Moskau.

+++ Auch das Programm für morgen ist schon bekannt: Ministerpräsident Seehofer setzt am Donnerstag seine politischen Gespräche in Moskau. Zum Abschluss seines Kurzbesuchs will er mit dem Industrie- und dem Wirtschaftsminister sowie Moskaus Bürgermeister zusammenkommen.

+++ Es gibt die ersten Erkenntnisse aus dem Gespräch. Angesichts vieler ungelöster Krisen auf der Welt hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Schulterschluss mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geübt. „Wir wollen mit ehrlichem Herzen unseren Beitrag leisten, dass wir in schwierigem politischem Umfeld wieder ein Stück Vertrauen und Normalität herstellen“, versicherte der CSU-Chef. „Daran wollen wir mitwirken.“ Putin erwiderte: „Die Probleme von heute betreffen uns alle.“ Er dankte für Seehofers Besuch und betonte: „Wir wissen um Ihre Haltung, Ihren Willen, viel für eine Normalisierung zu tun.“

+++ Darum geht's bei dem Gespräch zwischen Seehofer und Putin: Bayerns Ministerpräsident hat auf seiner Moskau-Reise für eine Lockerung der westlichen Sanktionen gegen Russland „in überschaubarer Zeit“ geworben. Er sei in Bezug auf die Sanktionen von Beginn skeptisch gewesen, sagte Seehofer unmittelbar vor dem Gespräch. Die Position Seehofers sei der russischen Regierung natürlich näher als die Position von Befürwortern der Strafmaßnahmen. Die EU hat gerade die Sanktionen gegen Russland verlängert, daran kann auch Seehofer nichts ändern. Miteinander reden und somit das Klima verbessern, das sind die Hauptziele des Besuches. 

+++ Die "Bayerische Rundschau" nimmt Horst Seehofer gegen die Kritik, die auf ihn eingeprasselt ist, in Schutz. Demnach sei Seehofer nicht unbedingt ein erfahrener Außenpolitiker - auch wenn die Beziehungen nach Berlin gelegentlich als bayerische Außenpolitik durchgehen könnten. Er sei aber kein Elefant im internationalen Porzellanladen, auch wenn ihn die bayerische Opposition aus SPD und Grünen als solchen hinstellt. Ihre Kritik an seiner Moskau-Reise sei nicht nur überzogen, sondern anmaßend - gerade so, als bräuchte er sie als Aufpasser bei einem lang geplanten Besuch.

+++ Bei dem Gespräch in Putins Residenz bei Moskau ist auch Edmund Stoiber dabei, der den Termin arrangiert hat.

+++ Jetzt wird's ernst: Wladimir Putin nimmt Horst Seehofer in Empfang. Gelingt dem CSU-Vorsitzenden der Spagat zwischen Kritik und Wiederannäherung?

+++ Horst Seehofer und Edmund Stoiber fahren durch eine dunkle, verschneite Winterlandschaft aufs Land. Doch für die Jahreszeit ist es in Moskau mit 2 Grad ungewöhnlich warm. Vom Himmel fällt Nieselregen. 

+++ Ankunft in Moskau: Horst Seehofer wird am Flughafen vom Botschafter empfangen. Jetzt geht's mit Blaulicht-Escorte durch den dichten Feierabendverkehr zum Landsitz von Wladimir Putin. 

Seehofer: Moskau-Reise ist "Pflicht als Ministerpräsident"

Verschneite Landschaft: Das Flugzeug mit Horst Seehofer im Anflug auf Moskau. 

+++ Die Bedeutung seiner Moskau-Reise verteidigt Seehofer nochmal mit Nachdruck und verweist auf den Amtseid. „Das eine ist meine Pflicht als Ministerpräsident, die Interessen Bayerns zu vertreten. Die sind insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht sehr bedeutsam.“ Zudem könne sich Bayern nicht abkoppeln von dem, was auf der Welt geschehe, sagte er unter Verweis auf die Flüchtlingskrise und die Terrorgefahr. Das alles berühre auch Bayern. Gleichzeitig gelte: „Das ist ohne Russland nicht zu lösen.“

+++ Unmittelbar vor seinem geplanten Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat CSU-Chef Horst Seehofer für eine Lockerung der Sanktionen „in überschaubarer Zeit“ geworben. Er sei in Bezug auf die Strafmaßnahmen von Beginn skeptisch gewesen, sagt der bayerische Ministerpräsident auf dem Flug nach Moskau. „Sie haben für uns in Bayern massive negative Rückwirkungen: für die bayerische Wirtschaft, auch für die bayerische Landwirtschaft.“ Auch die russische Wirtschaft habe Schaden genommen.

+++ Schon jetzt steht fest: Der Zugang für die Presse beim Treffen ist von russischer Seite eingeschränkt, die Sicherheitsauflagen sind hoch. Sogar die technische Ausstattung wurde limitiert. 

+++ Gleich nach der Ankunft von Horst Seehofer geht es zum Landsitz von Präsident Putin.

Horst Seehofer auf Russland-Reise: Die Bilder

+++ Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat die Moskau-Reise von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im Bayerischen Rundfunk verteidigt. „Ich finde, man muss Gesprächsfäden haben. Und ich finde, gerade zu einem Land wie Russland, das direkt an die EU angrenzt, bräuchten wir aus Sicherheitsgründen engere Beziehungen“, sagte Wagenknecht am Mittwoch in der „Radiowelt am Mittag“ auf Bayern 2. Man sollte Seehofer nicht dafür kritisieren, das er den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen versuche. „Ich hätte mir gewünscht, dass es aus der Bundesregierung jemand machen würde.“

Seehofer macht deutlich, dass die Reise mit Merkel eng abgestimmt ist

+++Kleine Anekdote am Rande: Horst Seehofer wird gefragt, ob er Angst vor Hunden habe. Von Wladimir Putin  berichtet man, dass er Angela Merkel, die sich vor Hunden fürchtet, gerne mal mit seinem Hund erschrecke. Ein Machtspielchen des Präsidenten. Zumindest damit käme er bei Bayerns Ministerpräsident  nicht weit. "Wir haben selbst einen Labrador", sagt Seehofer.

+++Improvisierte Pressekonferenz in Reiseflughöhe - über Polen: Ministerpräsident Horst Seehofer betont noch einmal, dass der Besuch von Wladimir Putin eng mit Angela Merkel abgesprochen ist. Die Bundeskanzlerin hat selbst am Dienstag mit dem Kremlchef telefoniert. Man brauche Russland für die Lösung vieler Probleme. "Das ist Realpolitik", sagt Seehofer. "Man muss den Realitäten ins Auge sehen."

+++ Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat den Moskau-Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) kritisiert. Dessen Reise zu Präsident Wladimir Putin sei "weniger davon getrieben, sich mit den außenpolitischen Problemen und auch Chancen des Verhältnisses zu Russland zu beschäftigen", sagte Trittin am Mittwoch dem Radiosender HR-Info. "Er möchte die Bundeskanzlerin (Angela Merkel, CDU) ärgern. Und er sucht eine Stimme zu geben für die bayerische Wirtschaft, die darauf drängt, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben."

+++ Der Kreml hat sich zu der Kritik an der Moskau-Reise von Horst Seehofer geäußert: Die Position Seehofers, der die westlichen Sanktionen kritisch sehe, sei der Führung in Moskau natürlich näher als die Position von Befürwortern der Strafmaßnahmen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. „Man muss hier aber keine Verschwörungen oder Pläne suchen. Es handelt sich um einen Dialog mit dem Leiter eines der wirtschaftlich mächtigsten und führenden Bundesländer“, betonte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Trotz der Sanktionen seien die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Bayern weiter eng.

+++ Kurzer Nachtrag zu Horst Seehofers Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin: Dieser empfängt den bayerischen Ministerpräsidenten nicht im Kreml sondern in seinem Zweit-Amtssitz in der Residenz Nowo-Ogarjowo.

+++ Im Flugzeug ist man bereit für den Start, der auf 11 Uhr angesetzt ist. Fehlt nur noch eins:

Platzeck unterstützt Horst Seehofers Moskau-Reise

+++ Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) unterstützt die Moskau-Reise von Horst Seehofer. „Er soll auf jeden Fall fahren“, sagte der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums der „Märkischen Allgemeinen“. „Wir müssen die nächsten Wochen und Monate nutzen, um den Graben, der sich zwischen Russland und Europa aufgetan hat, wieder zu schließen.“ Man müsse gemeinsam die weltumspannenden Probleme angehen, betonte er. „Ohne oder gar gegen Russland ist keines der globalen Probleme zu lösen.“

Horst Seehofer fliegt am Mittwoch nach Moskau und besucht dort den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

+++ Am Donnerstag geht es weiter mit einem Arbeitsfrühstück mit dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow.

+++ Der Terminkalender ist während des kurzen Aufenthalts in Moskau pickepackevoll: Seehofer wird den Bürgermeister Sergei Sobjanin, sowie die Minister für Industrie und Handel, Denis Manturow, und wirtschaftliche Entwicklung, Alexeji Uljukajew, am Donnerstag treffen.

+++ Oppositionsvertreter sind keine dabei. Horst Seehofer vermeidet damit überraschende Auftritte wie beispielsweise den von Margarete Bause (Grüne) bei Ai Weiwei während der China-Reise.

+++ Die bayerische Delegation in die Ferne ist denkbar klein: Seehofer wird von seinem Vorvorgänger Edmund Stoiber begleitet, der den Termin mit seinem Duzfreund Wladimir Putin auch eingefädelt. Ansonsten sind nur der Chef der Protokollabteilung und die zuständige Fachreferentin aus der Staatskanzlei sowie die Regierungssprecherin dabei. 

+++ Die erste Überraschung bei Horst Seehofers Reise in die russische Hauptstadt: Wie unser Korrespondent Mike Schier berichtet, wurde das Treffen mit Präsident Putin vorverlegt. Ursprünglich sollte es am Donnerstag stattfinden, nun werden die beiden aber doch schon heute Nachmittag miteinander sprechen.

+++ Herzlich Willkommen zu unserem begleitenden Ticker zur Russland-Reise des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Der Trip ist von jeder Menge Kritik begleitet, traditionell haben Bayern und Russland aber vor allem in jüngerer Vergangenheit besondere Beziehungen.

Vorbericht: Umstrittene Russland-Reise von Horst Seehofer

Eigentlich reist Horst Seehofer nicht gern. Und eigentlich fühlt sich der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef vor allem auf innenpolitischer Bühne wohl. Trotzdem will er ab und an auch den außenpolitischen Anspruch seiner Partei deutlich machen, anknüpfend an Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber.

Deshalb auch die Reise nach Moskau und das Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Aber nicht nur die Opposition sieht die Reise kritisch. Denn zwar macht Horst Seehofer bei unproblematischen Auslandsreisen eine gute Figur. Aber bei Besuchen in autoritären Staaten pflegt Seehofer politisch heikle Themen ganz bewusst auszuklammern - ob im Nahen Osten oder in China. Stets wirken Seehofer und seine Mitarbeiter bemüht, Ärger mit den Gastgebern zu vermeiden.

Während des kompletten Besuches von Horst Seehofer in Moskau werden wir Sie mit Bildern, Infos und Eindrücken auf dem Laufenden halten.

Xaver Bitz

Xaver Bitz

E-Mail:xaver.bitz@merkur.de

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