ARCHIV - Der CSU-Parteivorsitzende Horst Seehofer spricht am 21.11.2015 in München (Bayern) während des CSU-Parteitages. Foto: Peter Kneffel/dpa (zu dpa "Spiegel&#39: Seehofer erwägt Verbleib als CSU-Parteichef bis 2018" vom 05.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer wünscht sich wieder mehr Disziplin in den eigenen Reihen.

Nach Dauer-Querelen und Rempeleien

Seehofer schimpft CSU: Lasst das Quatschi-Quatschi!

München - Die internen Querelen, Rempeleien und Personalspekulationen in der CSU nerven Horst Seehofer. Der Parteichef ruft mehrere Minister öffentlich zur Ordnung. Seine Wortwahl: kurios.

Mal wieder ein Ordnungsruf vom Chef: Horst Seehofer verlangt von seiner eigenen Partei mehr Disziplin bei den internen Debatten. In den vergangenen Tagen seien zu viele „Gespensterdiskussionen“ geführt worden. „Das ist kein strategisches Niveau“, sagte er am Dienstagnachmittag am Rande einer Kabinettssitzung in der Staatskanzlei. 

Genervt ist Seehofer vor allem von Medienberichten, er suche nach juristischen und politischen Tricks, um bis 2018 Parteichef bleiben zu können. Und von der schwelenden Nachfolgedebatte zwischen Markus Söder und Ilse Aigner.

„Dieses Quatschi-Quatschi ist das Problem, das wir in der CSU haben“, sagte Seehofer. Es könne nicht sein, dass sich die Partei von ein paar Medienberichten „wie ein Hühnerhaufen durcheinanderwirbeln lässt“. Den Hühner-Vergleich wählte er nach eigenen Angaben auch in der Kabinettssitzung. Dort lauschten ihm die Streithähne Söder und Aigner. Mit beiden hat er, um im Bild zu bleiben, noch ein Hühnchen zu rupfen.

Bei Söder bemängelt Seehofer dessen Pressekonferenz zur Energiepolitik, die eigentlich zu Teilen in die Zuständigkeit von Aigner fiel. Zu vertrauensvollem Umgang im Kabinett gehöre „kollegiales Verhalten“, erinnerte Seehofer ohne Namensnennung. Auch mit Aigner ist er aber nicht glücklich. Sie hatte im „Münchner Merkur“ über jüngste Reibereien zwischen Seehofer und Söder gesagt, das wirke „nach Außen wie ein Konflikt zweiter Machtmenschen“, für den die Bevölkerung „zu Recht kein Verständnis“ habe. Seehofer ließ sich die Äußerungen Aigners gestern schriftlich vorlegen. „Da brauche ich auch keine Ermahnungen. Ich brauche solche Dinge nicht.“ Er sei es doch, der über vieles hinwegsehe: „Ich decke viel zu, ich schlucke, ich führe zusammen.“ Am Montag nach den drei Landtagswahlen tagt der Parteivorstand. Seehofer überlegt, dann nochmal ein paar scharfe Sätze an die Beteiligten loszuwerden.

Fastnacht in Franken 2016: Markus Söder als Stoiber - Seehofer lästert

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