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Der Kampf um Kobane geht weiter.

Über 800 Tote in Kobane

IS-Kampf: Immer mehr PKK-Anhänger aus Deutschland

Berlin - Die Zahl der aus Deutschland stammenden Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in Syrien und dem Irak gegen die Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfen, nimmt zu.

Bereits 50 Freiwillige sind aus der Bundesrepublik in die Krisenregion gereist, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete. "Es fing langsam an, aber jetzt ist richtig Druck auf dem Kessel", sagte ein Beamter dem Magazin.

Speziell geschulte Rekrutierer sprechen potenzielle Aktivisten an, wie die es in dem Bericht unter Berufung auf Sicherheitskreise hieß. Nach einer ideologischen Schulung in den Niederlanden oder in Belgien würden die Freiwilligen ins türkische Grenzgebiet geschleust, wo sie eine militärische Ausbildung erhielten.

Die Ausreise der PKK-Kämpfer zu verhindern, falle den deutschen Sicherheitsbehörden deutlich schwerer als bei den Islamisten. "Diese Leute sind nicht so blöd wie die Dschihadisten", sagte ein Geheimdienstler dem "Spiegel". Sie könnten kaum von normalen Reisenden unterschieden werden. Anders als die IS-Anhänger veröffentlichten die PKK-Rebellen auch selten Fotos in sozialen Medien. "Wir stochern da ziemlich im Nebel", sagte ein weiterer Beamter.

Jedoch fürchten die Behörden dem Bericht zufolge, dass die Präsenz der zurückkehrenden PKK-Kämpfer die Spannungen zur salafistischen Szene in Deutschland verschärfen könnte. In einer vertraulichen Lageeinschätzung hatte des Bundeskriminalamt (BKA) bereits kürzlich vor einer "starken Emotionalisierung" der Kurden gewarnt.

Kurden setzen erstmals deutsche Waffen gegen IS ein

Beim Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat haben kurdische Kämpfer aus dem Irak nach Informationen der „Bild“-Zeitung erstmal deutsche Waffen eingesetzt. Beim Vormarsch auf die strategisch wichtige Stadt Sumar nahe Mossul hätten Peschmerga-Soldaten am Samstag „Milan“-Raketen auf ein Haus mit IS-Kämpfern abgefeuert, berichtete ein „Bild“-Reporter aus der Kriegsregion.

Ein Mitarbeiter des kurdischen Präsidenten Masud Barsani habe bestätigt, dass das „Milan“-Raketensystem zur erfolgreichen Offensive beigetragen habe. „Bei der Eroberung Sumars und der umliegenden Dörfer sind bisher Dutzende IS-Kämpfer getötet worden. 12 Peschmerga-Soldaten sind gefallen, darunter tragischerweise drei Brüder. 15 unserer Soldaten wurden verwundet“, sagte der Sprecher laut „Bild“.

„Milan“ ist Teil der Bundeswehrhilfe für die Kurden im Irak. Deutschland hatte den irakischen Kurden 500 dieser Raketen sowie 16.000 Gewehre und mehrere Millionen Schuss Munition aus Bundeswehrbeständen zugesagt.

Peschmerga-Verlegung nach Kobane frühestens am Montag

Die Verlegung 150 kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak in die umkämpfte syrische Stadt Kobane wird nach einem Medienbericht frühestens am Montag stattfinden. Das Online-Portal „Rudaw“ berichtete am Sonntag aus Erbil unter Berufung auf einen Peschmerga-Offizier, Grund seien „technische Fragen“ beim Transit der Kämpfer durch die Türkei. „Rudaw“ zitierte den Offizier mit den Worten, die Peschmerga seien einsatzbereit und mit „den besten neuen amerikanischen Waffen“ ausgerüstet. „Rudaw“ hatte zuvor von einer geplanten Verlegung am Sonntag berichtet.

Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil teilte am Sonntag auf Anfrage mit, es werde aus Sicherheitsgründen keine Angaben zum Zeitpunkt der Verlegung machen. Der Generalsekretär des Ministeriums, Dschabar Hawar, sagte der dpa per Telefon, es gebe keine Verzögerung seitens der türkischen Regierung. Die Türkei sei in die Diskussion um die Verlegung der Kämpfer über türkisches Territorium von Anfang an eingebunden gewesen. Die Terrororganisation Islamischer Staat bedrängt Kobane seit vergangenem Monat. Der einzige noch offene Landweg in die Stadt führt über die Türkei.

Kobane: Mehr als 800 Menschen gestorben

Bei den Kämpfen um die nordsyrische Stadt Kobane sind nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben während der vergangenen 40 Tage mindestens 481 Angreifer der Terrororganisation Islamischer Staat. und 302 Verteidiger der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG). Des weiteren seien elf YPG-Unterstützer und 21 Zivilisten getötet worden. Die IS-Extremisten hatten im September ihren Vormarsch auf die an der Grenze zur Türkei gelegenen Stadt begonnen. Seit dem 16. September belagern die Extremisten Kobane.

AFP/dpa

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