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Ein Archivbild der Ölraffinerie im irakischen Baijii.

Lage weiterhin kritisch

Irakische Regierung erobert Ölraffinerie zurück

Bagdad - Nach offiziellen Angaben ist die besetzte Ölraffinerie nach einem Luftwaffeneinsatz wieder in den Händen der irakischen Regierungstruppen. Warum die USA nicht eingreifen.

Einen Tag nach heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Dschihadisten ist die Lage an der größten Ölraffinerie des Iraks weiter unübersichtlich. Nach offiziellen Angaben erlangte das Militär wieder die Kontrolle über die Anlage. Bei den Gefechten sei auch die irakische Luftwaffe eingesetzt worden, hieß es am Donnerstag in Bagdad. Die meisten Arbeiter hätten das Gelände inzwischen verlassen. Der Betrieb war bereits am Dienstag eingestellt worden.

Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete, bei der Bombardierung seien auch Teile der Raffinerie beschädigt worden und Feuer ausgebrochen. Noch immer seien Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) auf dem Gelände. Der Al-Arabija-Nachrichtenkanal Hadath berichtete, dort seien schwarze Isis-Fahnen gehisst worden. Von unabhängiger Seite sind solche Meldungen kaum zu überprüfen.

Das Militär wies Berichte zurück, wonach die Terroristen einen großen Teil der Anlage kontrollierten. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden, 40 Extremisten seien getötet worden, sagte ein Sprecher des Militärs bereits am Mittwoch.

Baidschi rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad ist strategisch bedeutend. Dort ist neben der wichtigen Raffinerie - von der viele Tankstellen des Landes den Treibstoff bekommen - auch ein Elektrizitätswerk, von dem aus die Hauptstadt mit Strom versorgt wird.

Lage zu unübersichtlich für US-Intervention

Die unübersichtliche Lage im Irak lässt das US-Militär trotz Bitten der irakischen Regierung vor Luftschlägen zurückschrecken. Es sei schwierig, konkrete Ziele für Luftschläge auszumachen, schätzt US-Generalstabschef Martin Dempsey laut US-Medien die Lage ein. Sunnitische Rebellen seien nicht von der lokalen Bevölkerung zu unterscheiden: „Man schaut nicht einfach auf ein iPhone-Video eines Konvois und schlägt dann sofort zu.“

Die irakische Regierung hatte die USA offiziell gebeten, sie im Kampf gegen die Islamistenmiliz Isis mit Luftschlägen zu unterstützen. Doch Dempsey bremst: Noch lägen nicht die nötigen Geheimdienstinformationen vor. Die militärischen Optionen würden derzeit weiterentwickelt und verfeinert - erst dann könne Präsident Barack Obama eine Entscheidung treffen.

In der chaotischen Situation bestehe außerdem die Gefahr, dass bei Luftschlägen irakische Militärs und Zivilisten getroffen würden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira unter Berufung auf US-Militärs. Auch seien Luftschläge wenig sinnvoll, wenn es an Soldaten fehle, die nach einem solchen Angriff die Kontrolle übernehmen könnten. Außerdem sei zu befürchten, dass Drohnenangriffe die irakische Bevölkerung gegen die USA aufbrächten. Diese Erfahrung musste Präsident Obama bereits in Pakistan und im Jemen machen.

Neben den militärischen gibt es auch politische Bedenken in den USA, im Irak aus der Luft einzugreifen. Die US-Luftwaffe dürfe nicht von der schiitischen Regierung im Kampf gegen Sunniten instrumentalisiert werden, warnt David Petraeus, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak laut US-Medien. „Es muss ein Kampf des gesamten Irak gegen Extremisten sein.“

dpa

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