Die USA und der Iran haben ihre Atomverhandlungen fortgesetzt. Die Außenminister John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif trafen sich in Davos. Foto: Andrew Gombert
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Die USA und der Iran haben ihre Atomverhandlungen fortgesetzt. Die Außenminister John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif trafen sich in Davos. Foto: Andrew Gombert

Teheran macht Druck für Atomverhandlungen mit dem Westen

Zürich/Teheran (dpa) - Der Iran will endlich ein Ergebnis. Die Atomverhandlungen mit dem Westen sollen zum Erfolg gebracht werden. Doch was, wenn die USA neue Sanktionen verhängen? Das Parlament in Teheran droht.

Mit Verhandlungen und Drohungen versucht der Iran den zwölfjährigen Atomstreit mit dem Westen schnell beizulegen. Die Vizeaußenminister der USA und des Irans, Wendy Sherman und Abbas Araghchi, trafen sich erneut in Zürich. Gleichzeitig drohte das iranische Parlament mit einem Ende der Atomverhandlungen, falls der US-Kongress mit den Stimmen der Republikaner neue Sanktionen gegen den Iran verhängen sollte.

Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatten die Außenminister der USA und des Irans, John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif, sich für eine Beschleunigung der Verhandlungen ausgesprochen. Nächste Woche seien weitere Verhandlungen mit den Unterhändlern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Ein Treffen in großer Runde und mit allen Vertretern der fünf UN-Vetomächte sowie Deutschlands könnte Anfang Februar bei der Sicherheitskonferenz in München stattfinden.

Unterstützt von Israel versucht die amerikanische Rechte, die Gespräche zu bremsen. Neue Sanktionsbeschlüsse des US-Kongresses wären aber "ein Schlussstrich unter die Verhandlungen", warnte Hussein Naghavi Husseinie vom außenpolitischen Ausschuss des iranischen Parlaments am Samstag. "Die USA wären dann auch verantwortlich für die Konsequenzen." Teheran würde dann die Urananreicherung von 5 bis auf 60 Prozent erhöhen, sagte er laut Nachrichtenagentur Isna. 

Angeblich unterstützen 205 der 290 Abgeordneten diesen Plan. Sarif hatte Kerry am Freitag in Davos bereits darüber in Kenntnis gesetzt. Eine Urananreicherung auf 60 Prozent würde Teheran dem Bau einer Atombombe ein großes Stück näherbringen.

Nur noch bis März haben der Westen und der Iran nach einem selbst auferlegten Terminplan Zeit für eine Grundsatzeinigung im Atomstreit. Eine umfassende Einigung soll bis Juli stehen. Der Westen will dabei sicherstellen, dass Teheran im Zuge seines zivilen Atomprogramms keine Atombomben entwickelt. Dem Iran, der diese Absicht stets dementiert, geht es um die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Nachrichtenagentur Fars, Persisch

Nachrichtenagentur ISNA, Persisch

Nachrichtenagentur ISNA zu Parlamentsdrohung, Persisch

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