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Eine Szene aus dem jüngsten Enthauptungsvideo des Islamischen Staates. Unter den Tätern soll mindestens ein Franzose sein.

Islamischer Staat

IS-Enthauptungsvideo: Franzose unter Mördern

In dem neuen Enthauptungsvideo der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) ist mindestens ein französischer Islamist zu sehen, der sich an den Gräueltaten direkt beteiligt.

Die Staatsanwaltschaft von Paris bestätigte am Montag, dass ein Franzose in die gezeigte Ermordung von syrischen Soldaten verwickelt ist. Die IS-Miliz (alle Hintergründe zu ISIS hier) bekennt sich in dem Video auch zur Enthauptung der US-Geisel Peter Kassig.

Die Staatsanwaltschaft in Paris erklärte, dass es "detaillierte Indizien" für die Beteiligung eines Franzosen an den Exekutionen gebe. Kurz zuvor hatte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve gesagt, es handle sich bei dem Mann vermutlich um den 22-jährigen Maxime H. Der Konvertit aus der Normandie im Norden Frankreichs soll im August 2013 nach Syrien gereist sein.

Der Pariser Staatsanwalt François Molins bestätigte dies am Montagabend und fügte hinzu, womöglich sei in dem Video auch ein zweiter Franzose zu sehen. "Es könnte sich (...) um einen jungen Konvertiten handeln, geboren 1992, der sich dem Islamischen Staat im August 2013 angeschlossen hat."

Gegen diesen Mann sei im Zuge von im Oktober 2013 eingeleiteten Ermittlungen ein Haftbefehl erlassen worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete gegen beide Verdächtigen ein neues Ermittlungsverfahren wegen Mordes in einer organisierten Bande im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben ein.

Möglicherweise auch Australier und Däne unter IS-Tätern

Womöglich waren auch ein Australier und ein Däne unter den in dem Video gezeigten Islamisten. In Großbritannien sagte der 57-jährige Ahmed Muthana der Zeitung "Daily Mail" zunächst, einer der IS-Milizionäre in dem Video sehe aus wie sein Sohn. Später nahm er seine Aussage aber im Sender BBC zurück. Das britische Außenministerium erklärte lediglich, das Video zu überprüfen.

Die IS-Islamisten hatten am Sonntag im Internet das Video veröffentlicht, in dem der enthauptete frühere US-Soldat Kassig neben einem maskierten IS-Anführer mit britischem Akzent gezeigt wird. US-Präsident Barack Obama bestätigte die Echtheit der Aufnahme von Kassig und sprach von einem "Akt des Bösen". Zugleich wurden in dem Video auch eine Reihe unmaskierter IS-Milizionäre gezeigt, die mindestens 18 gefangene, kniende Soldaten der syrischen Armee enthaupteten.

Die IS-Miliz hatte zuvor bereits vier westliche Geiseln enthauptet und dies in Videos gezeigt. Anders als zuvor wurde in dem Video diesmal aber keine weitere, noch lebende westliche Geisel vorgeführt, die das nächste Opfer sein könnte.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London hat die IS-Miliz in den fünf Monaten seit der Ausrufung ihres "Kalifats" im Juni 1429 Menschen in Syrien hingerichtet. Diese Angaben, die auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien zurückgehen, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Aus Frankreich kommen die meisten ausländischen IS-Kämpfer aus europäischen Staaten in Syrien und im Irak. Ihre Zahl wird auf etwa tausend geschätzt, derzeit sollen sich 375 dort aufhalten. Insgesamt sollen sich rund 3000 Europäer der islamistischen Miliz angeschlossen haben. Viele der ausländischen Kämpfer gelten als besonders brutal.

AFP

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