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War eine der prägenden Figuren des IS: Abu Mohammad al-Adnani soll bei einem Luftschlag der USA ums Leben gekommen sein.

Offenbar per Luftschlag getötet

Die wichtigsten Fragen zum Tod von IS-Sprecher Al-Adnani

Aleppo - Der Tod von Sprecher Abu Mohammad al-Adnani könnte den IS schwer treffen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Schlag gegen den Terror-Staat.

Unter IS-Kämpfern galt er schon fast als Legende. Ein Mitglied der ersten Stunde, der sich schon nach dem Fall Saddam Husseins dem Kampf gegen die USA verschrieben hatte. Am Dienstagabend gab die Terrormiliz den Tod von Abu Mohammad al-Adnani bekannt. Offizielle Bestätigungen von US-Seite gab es dafür jedoch noch nicht. Mit ihm wäre offenbar einer der Chefplaner der Anschläge von Paris und Brüssel umgekommen. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Wer war al-Adnani? Seine Herkunft ist unklar. Er soll 1977 in der syrischen Provinz Idlib geboren worden sein und war eines der Gründungsmitglieder des IS. Anfang der 2000er Jahre schloss er sich den Dschihadisten im Irak an und schwor dem dortigen Chef von Al-Kaida, Abu Mussab al-Sarkawi, die Treue. Aus dieser Gruppe ging später der IS hervor.

Was war seine Aufgabe beim IS? Er stieg schnell zu einem der wichtigsten Strategen und zum Propagandachef auf: Nach der Eroberung großer Gebiete in Syrien und Irak rief al-Adnani im Juni 2014 in einer Audiobotschaft das "Kalifat" des IS aus und erklärte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum Kalifen. Im Hintergrund soll er aber auch als Planer und Organisator für Attentate in Europa verantwortlich gewesen sein. Im September 2014 rief al-Adnani die IS-Anhänger und die sogenannten "einsamen Wölfe" auf, "Ungläubige" in westlichen Staaten zu töten - etwa mit Messern oder Fahrzeugen.

Wie wurde al-Adnani von den USA ausgeschaltet? Wie Pentagon-Sprecher Peter Cook mitteilte, wurde er am Dienstag bei einem "Präzisionsschlag" in der Stadt Al-Bab in Aleppo ins Visier genommen. "Wir bewerten derzeit noch die Ergebnisse des Angriffs", fügte der Sprecher hinzu. Sein Tod wurde bisher nur vom IS bestätigt.

Die irakische Armee drängt den IS immer weiter zurück.

Wie sehr schwächt sein Tod den Islamischen Staat? Experten sehen es als großen Rückschlag für den IS. Er zeigt, dass der US-Geheimdienst genau über die Bewegungen der ranghöchsten Mitglieder Bescheid weiß und die Terrormiliz jene Anführer nicht mehr beschützen kann.

Ist al-Adnani der erste "Anführer", der ausgeschaltet wurde? Nein. Erst im Juli hatte die IS-Miliz den Tod ihres Militärchefs Omar al-Schischani im irakischen Mossul bestätigen müssen. Im März gab US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Tötung des IS-Finanzchef Abdelrahman al-Kaduli bekannt. Er galt als die "Nummer zwei" des IS hinter al-Bagdadi.

Wird der IS jetzt noch mehr zurückgedrängt werden? Die Stadt Sirte in Libyen steht kurz davor, vom IS befreit zu werden. Ebenso wurden in den vergangenen Wochen Städte im Irak und in Syrien befreit. Entscheidend wäre die Einnahme einer Hochburg, wie Mossul, im Irak, oder Rakka, in Syrien. Experten prognostizieren, dass es dazu in den nächsten zwölf Monaten kommen könnte.

Wird der IS auf den Tod al-Adnanis reagieren? Das ist anzunehmen. In den sozialen Medien hat die Terrormiliz Gegenmaßnahmen angekündigt.

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