Nach Gefechten mit kurdischen Milizionären soll die Terrorgruppe IS  drei Bezirke der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane übernommen haben.
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Nach Gefechten mit kurdischen Milizionären hat die Terrorgruppe IS nach Angaben von Aktivisten drei Bezirke der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane übernommen.

Dschihadistenflagge gehisst

IS-Miliz übernimmt mehrere Viertel in Kobane

Kobane - Nach Gefechten mit kurdischen Milizionären hat die Terrorgruppe IS nach Angaben von Aktivisten drei Bezirke der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane übernommen.

Nach heftigen Gefechten mit kurdischen Milizionären hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten drei Bezirke der seit Wochen umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane übernommen. Es handele sich um ein Industriegebiet sowie die östlichen Stadtteile Kani Araban und Makatal al-Dschadida, teilten die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter am Dienstag mit. Auf mehreren Gebäuden sei am frühen Morgen die schwarze Dschihadistenflagge gehisst worden.

Schwere Kämpfe um jede Straße

Die Aktivisten erklärten weiter, dass es den PKK-nahen kurdischen Volksschutzeinheiten gelungen sei, IS-Kämpfer aus einigen Straßenzügen zurückzudrängen. Es gebe schwere Kämpfe um jede Straße, hieß es. Im Südwesten Kobanes habe die sunnitische IS-Terrorgruppe mehrere Gebäude am Stadtrand übernommen. Die Aktivisten gingen davon aus, dass es Luftschläge der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz im Süden und Osten der Stadt an der syrisch-türkischen Grenze gab.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten erklärten Kobane nach Angaben eines Sprechers zur „Militärzone“ und brachten die noch in der Stadt gebliebenen Zivilisten in Richtung der Grenze im Norden.

Kurden in Deutschland demonstrieren

In Deutschland lebende Kurden haben angesichts der dramatischen Lage ihrer Landsleute in Syrien und im Irak mehr Unterstützung auch von deutscher Seite gefordert. In Bonn verschaffte sich eine Gruppe von etwa 50 kurdischen Demonstranten am Montagabend Zutritt in das Gebäude der Deutschen Welle und übergab dort eine Deklaration, wie der Sender mitteilte. Auch in anderen deutschen Städten gab es Protestaktionen mit teilweise mehreren hundert Teilnehmern, darunter in Dortmund, Düsseldorf und Hamburg. In Berlin ist für Dienstagvormittag eine Kundgebung am Brandenburger Tor geplant.

Bei den Aktivisten in der Deutschen Welle in Bonn handelte es sich Angaben des Senders zufolge zum Teil um Mitglieder des kurdischen Frauenbüros für Frieden e.V. und anderer Frauenvereine. Sie forderten in ihrer Deklaration humanitäre Hilfe für die vor den Kämpfern der extremistischen Organisation IS geflohenen Frauen und Kinder und langfristige Projekte, um den Frauen und Kindern eine Überlebensperspektive zu bieten. Die Demonstranten zogen anschließend friedlich wieder ab.

Updates:

Türkeis Präsident Erdogan fordert Bodenoffensive gegen IS

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Forderung nach einer Bodenoffensive zur Bekämpfung der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien bekräftigt. "Der Terror wird mit Luftangriffen nicht aufhören", sagte Erdogan am Dienstag beim Besuch in einem Flüchtlingslager im südtürkischen Gaziantep.

Zusammenstöße in Istanbul bei Demo für Kobane

Bei Demonstrationen für den Schutz der umkämpften syrisch-kurdischen Stadt Kobane ist es in Istanbul zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal wurden in der Nacht zu Dienstag aus den Reihen mehrerer Hundert Demonstranten Steine geworfen, wie ein Augenzeuge berichtete.

Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Die Auseinandersetzungen im Stadtzentrum dauerten demnach bis weit nach Mitternacht an. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, auch in anderen, meist kurdischen Vierteln Istanbuls sei es zu Zusammenstößen gekommen. Angaben über mögliche Festnahmen oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

dpa/AFP

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