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Russlands Präsident Wladimir Putin mit Angehörigen einer militärischen Spezialeinheit.

Englische Zeitung

Islamischer Staat: Schickt Putin 150.000 Soldaten nach Syrien?

Moskau - Schickt Russlands Präsident Putin 150.000 Soldaten nach Syrien in den Kampf gegen den Islamischen Staat? Das will eine englische Zeitung erfahren haben.

Wie das Boulevardblatt "Daily Express" berichtet, plant Putin eine gigantische Offensive mit russischen Bodentruppen gegen die ISIS-Terrormiliz: "Wladimir Putin plant, 150.000 Soldaten nach Syrien zu schicken, um den bösen Islamischen Staat ein für allemal auszulöschen." Die Überschrift zum Bericht stellt sogar die Frage, ob die russische Bodenoffensive das Ende des Islamischen Staates bringt. Laut der Zeitung will Putin mit der enormen Zahl an Bodentruppen die IS-Hauptstadt Rakka in seine Gewalt bringen. Fakt ist: Die russische Luftwaffe nimmt Rakka bei ihren Angriffen gegen den Islamischen Staat derzeit verstärkt ins Visier. Soll diese bereits für eine Bodenoffensive sturmreif geschossen werden? Laut "Daily Express" befinden sich bis zu 5.000 Kämpfer der Terrormiliz in der Stadt. Einem konzertierten Angriff russischer Luftstreitkräfte und Bodentruppen könnten die schlecht ausgebildeten islamistischen Halsabschneider wenig entgegensetzen. "Putin will 150.000 Reservisten mobilisieren, die in der vergangenen Woche einberufen wurden," meldet der Express.

Will Putin in Syrien die Ölfelder vom Islamischen Staat zurückerobern?

Und beruft sich dabei auf das Wissen eines namentlich nicht genannten "Insiders". Dieser erklärt dem Blatt, dass Putin mit seiner Herbst-Offensive letztlich die syrischen Rohstoffquellen zurückholen will, die der Islamische Staat in seine Gewalt brachte, um die Region dann von Aufständischen zu säubern: "Es ist offensichtlich, dass Russland den Westen des Landes aufräumen will, um Rakka sowie die Öl- und Gasvorkommen in der Gegend um Palmyra einzunehmen. Das wird bald ein Rennen nach Rakka." Die IS-Hauptstadt sei ein wichtiger Stützpunkt für künftige Militäroperationen gegen den Islamischen Staat.

Wie Terrorismusexperte Afzal Ashraf vom renommierten englischen Forschungsinstitut "Royal United Services Institute for Defence and Security Studies" (kurz: RUSI) gegenüber dem "Daily Express" erklärt, hat der Islamische Staat in seiner Propaganda seine militärische Stärke völlig übertrieben. Ashraf forderte in der Vergangenheit bereits eine militärische Zusammenarbeit westlicher Staats- und Regierungschefs gegen die IS-Terrormiliz. Der Islamische Staat, so prognostiziert er, würde dann in kürzester Zeit in sich zusammenbrechen. "Dieser Mythos von einem Staat wird innerhalb von ein paar Stunden verschwunden sein, sobald sich die westliche Gemeinschaft einmal zum Handeln entschließt. Es wird nicht sehr lange dauern, sie zu vertreiben. Vielleicht nicht aus ganz Syrien oder aus dem ganzen Irak. Aber mit Sicherheit aus dem Großteil ihrer eroberten Gebiete." Übernimmt diesen Job nun Wladimir Putin mit einer Bodenoffensive? Ist der Islamische Staat möglicherweise schon in wenigen Wochen eine widerliche Fußnote der Geschichte?

Fragt sich nur, ob Putin die eroberten Ölfelder hinterher wieder der Kontrolle seines Verbündeten Assad übergeben will. Oder weht über den syrischen Ölfelder bald die russische Fahne? Immerhin ist Russland weltweit größter Exporteur von Erdgas und weltweit zweitgrößter Exporteur von Erdöl. Mit seiner enorm starken Öl- und Gasindustrie begründet Russland auch seinen Anspruch, wieder als Weltmacht anerkannt zu werden. Wäre ein russisches Eingreifen in Syrien letztlich nichts als ein "Krieg ums Öl"? 

Russland verkündet Ausweitung der Angriffe gegen IS in Syrien

Die russische Luftwaffe setzte nach eigenen Angaben die Angriffe in Syrien fort. Innerhalb von 24 Stunden seien etwa 20 Einsätze gegen 9 Objekte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen worden, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau. „Im Raum von Rakka wurden eine Kommandostelle und ein unterirdischer Bunker mit Sprengstoff und Munition vernichtet“, meinte er der Agentur Ria Nowosti zufolge.

Russland attackiert seit Mittwoch Ziele in Syrien, um die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zu entlasten. Nach westlichen Angaben sollen dabei aber auch gemäßigte Rebellen getroffen worden sein.

fro/dpa

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