Barack Obama
+
US-Präsident Barack Obama.

Einfache Botschaft: "Du bist der Nächste"

Obama forciert breite Koalition gegen den IS

Washington - US-Präsident Barack Obama hat seine Entschlossenheit im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstrichen.

Das US-Militär schlage gegen die Dschihadisten "härter zu als je zuvor", sagte Obama am Montag nach Beratungen mit seinem Nationalen Sicherheitsrat im Pentagon. Die IS-Miliz habe rund 40 Prozent der bewohnten Gebiete im Irak verloren, die sie einst kontrolliert habe. Auch in Syrien habe die Organisation Gebietsverluste hinnehmen müssen. Dadurch werde es schwerer für den IS, "seine Propaganda in den Rest der Welt zu pumpen".

Obama sagte, dass auch US-Verbündete wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland sich stärker gegen den IS engagieren würden. Allerdings reiche die Geschwindigkeit noch nicht aus, mit der die Dschihadisten zurückgedrängt würden. Der Präsident erklärte, er schicke seinen Verteidigungsminister Ashton Carter in den Nahen Osten, um bei den dortigen Partnerländern "mehr militärische Beiträge" für den Einsatz einzuholen.

Die IS-Miliz hat Teile des Irak und Syriens besetzt und begeht in den von ihr gehaltenen Gebieten Gräueltaten. Im Sommer 2014 riefen die Dschihadisten ein grenzüberschreitendes "Kalifat" aus. Die USA fliegen gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die gemäßigte Opposition gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Sie werden von US-Spezialkräften unterstützt. Einen groß angelegten Kampfeinsatz von US-Bodentruppen lehnt Obama dagegen ab.

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris und San Bernardino wuchs die innenpolitische Kritik an der Strategie des US-Präsidenten gegen die Dschihadisten. Vor allem aus den Reihen der Republikaner wurden Forderungen nach einem stärkeren militärischen Engagement vorgetragen. Obama hielt am Montag an seinem Vorgehen fest, sprach aber eine scharfe Warnung an die Führungsriege der Dschihadisten aus. Die gezielte Tötung mehrerer ranghoher IS-Vertreter habe gezeigt, dass ein Verstecken nicht möglich sei. "Unsere Botschaft an sie ist einfach: Du bist der nächste."

AFP

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ticker zum EU-Gipfel: Nicht handeln ist "keine Option"

London - Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die Folgen des Brexit klären nun die Staatschef bei einem EU-Gipfel in Brüssel. Wir berichten im …
Ticker zum EU-Gipfel: Nicht handeln ist "keine Option"

Erst Brexit, dann Exit - wie könnte das gehen?

London - Einen Plan für den Brexit gibt es nicht. Selbst Befürwortern wie Boris Johnson scheint das Abstimmungsergebnis unheimlich zu sein. Wie könnte sich …
Erst Brexit, dann Exit - wie könnte das gehen?

News-Ticker zu Terror in Istanbul: Opferzahl steigt auf 41

Istanbul - Wieder erschüttert ein Terroranschlag die türkische Metropole Istanbul. Am Dienstag richteten Selbstmordattentäter ein Blutbad am Atatürk-Flughafen an.
News-Ticker zu Terror in Istanbul: Opferzahl steigt auf 41

Türkei im Visier von Attentätern - ein Überblick

Istanbul - Mal kurdische Extremisten, mal die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - die türkische Metropole Istanbul ist immer wieder Ziel von Bombenattentaten. Ein …
Türkei im Visier von Attentätern - ein Überblick

Kommentare