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Ein Soldat in einem Außenbezirk von Damaskus(Archivfoto)

USA bestätigen Raketenangriff

Israel bombardiert Ziele in Syrien

Washington - Israel hat offenbar ein syrisches Forschungszentrum für militärische Zwecke bombardiert. Die USA bestätigten den Raketenangriff. Israel schweigt hingegen eisern. Die Russen sing besorgt.

Amerikanische Regierungsbeamte haben nach US-Medienberichten einen israelischen Raketenangriff in Syrien bestätigt. Die Kampfjets hätten nahe der Hauptstadt Damaskus einen Konvoi bombardiert, der mit hochmodernen Flugabwehrwaffen auf dem Weg zur Hisbollah-Miliz im Libanon gewesen sei, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch (Ortszeit). Israel habe die USA über seine Attacke informiert, schrieb die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Informanten.

Der erste israelische Luftangriff auf syrischem Gebiet seit 2007 löse Besorgnis aus, dass der Bürgerkrieg in dem Land sich auf die Region ausweite, meldete die „Washington Post“. Von der israelischen Regierung gab es keinen Kommentar.

Syrien meldet zwei Tote durch Anschlag

Das syrische Regime hatte die israelische Luftwaffe beschuldigt, Ziele nahe der Hauptstadt Damaskus bombardiert zu haben. Die Kampfjets hätten am Mittwoch ein Forschungszentrum für militärische Zwecke attackiert, hieß es in der von syrischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung.

Ein israelischer Militärsprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, derartige Berichte würden nicht kommentiert. Nach syrischen Angaben sollen bei den Angriffen zwei Menschen getötet worden sein. Dies meldete die israelische Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf das syrische Staatsfernsehen.

Russland: "Dies wäre ein grober Verstoß gegen die UN-Charta“

Zuvor hatte es bereits Spekulationen gegeben, Israels Luftwaffe habe einen Waffenkonvoi auf syrischem Territorium an der Grenze zum Libanon angegriffen. Dabei solle es sich möglicherweise um Waffenlieferungen an die Hisbollah gehandelt haben. Aus dem Libanon wurde dies dementiert. „Die Meldungen über einen israelischen Angriff an der syrisch-libanesischen Grenze entbehren jeder Grundlage“, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA . Allerdings teilten die libanesischen Streitkräfte mit, israelische Flugzeuge seien in der Nacht zum Mittwoch in den südlibanesischen Luftraum eingedrungen. „Jets haben die Region um Mitternacht herum in geringer Höhe überflogen, und es war ein Geräusch wie vom Durchbrechen der Schallmauer zu hören“, sagte eine Quelle im Sicherheitsapparat der dpa. Die UN-Truppen im Libanon betonten, sie hätten keine Informationen über einen möglichen Angriff.

Nato-Chef: Keine Informationen über israelischen Angriff

Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat eigenen Angaben zufolge keine Informationen über einen israelischen Angriff auf syrisches Staatsgebiet. „Ich habe keine detaillierten Informationen über den jüngsten Zwischenfall“, sagte er am Donnerstag in Brüssel vor Journalisten. „Und wir haben keine Hinweise auf solche Aktivitäten in der Gegend, die für den Einsatz unserer "Patriot"-Raketen von Bedeutung sind.

Die Nato-Mitglieder USA, Deutschland und Niederlande haben auf türkischem Gebiet in der Nähe zu Syrien „Patriot“-Flugabwehrraketen stationiert. Damit soll Syrien von einem möglichen Beschuss der Türkei mit Raketen abgehalten werden. „Natürlich beobachten wir die Lage genau. Und wir werden das auch weiterhin tun“, sagte Rasmussen. „Wir sind vor allem auf die defensive Stationierung unserer "Patriot" zum Schutz der Bevölkerung und des Territoriums der Türkei konzentriert.“

Russland "tief besorgt" über israelischen Luftangriff

Israel ist sehr besorgt, dass Chemiewaffen und hochmoderne Waffensysteme aus dem umkämpften Syrien in die Hand der schiitischen Hisbollah-Milizen im Südlibanon fallen könnten. Der israelische Minister für Regionale Entwicklung, Silvan Schalom, hatte erst am Sonntag betont, Israel werde Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern.

Auch Russland hat mit „tiefer Besorgnis“ auf Meldungen über einen israelischen Luftangriff in Syrien reagiert. „Wenn die Informationen bestätigt werden, wäre dies ein grober Verstoß gegen die UN-Charta“, teilte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mit. Angriffe auf Ziele in einem souveränen Staat seien „nicht hinnehmbar - aus welchen Motiven dies auch immer geschehen mag“.

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Die Arabische Liga hat den israelischen Luftangriff auf Syrien unterdessen mit scharfen Worten verurteilt. Generalsekretär Nabil al-Arabi erklärte am Donnerstag, mit diesem brutalen Akt auf syrischem Territorium missachte Israel erneut die Souveränität eines arabischen Staates. Dies sei ein klarer Verstoß gegen internationales Recht. Die internationale Staatengemeinschaft forderte er auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und für ein Ende der israelischen Angriffe auf arabische Länder zu sorgen.

Auch der Iran hat Israel für seinen Luftangriff auf Syrien scharf verurteilt. „Dieser Akt ist eine klare Verletzung der territorialen Integrität Syriens und beweist erneut, dass die Zionisten (Israel) und der Westen keine Stabilität und Sicherheit in Syrien wollen“, sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders IRIB am Donnerstag. Der Angriff beweise weiterhin, dass die „Terroristen“ in Syrien die gleichen Ziele verfolgten wie Israel.

dpa

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