Gaza Attacke Israel
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Rauch steigt nach einem isarelischen Angriff im Gazastreifen auf.

Feuerpause vorbei

Nach Hamas-Attacke: Israel schlägt zurück

Tel Aviv - Die Feuerpause ist beendet. Militante Palästinenser schießen umgehend Raketen auf Israel ab. Der jüdische Staat antwortet mit Luftangriffen.

Neue Kämpfe nach gescheiterten Verhandlungen im Nahostkonflikt

Die Hoffnungen auf eine dauerhafte Waffenruhe im Nahen Osten haben sich nach Ablauf einer dreitägigen Kampfpause vorerst zerschlagen. Nach erneutem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen nahm am Freitag auch Israel seinen Militäreinsatz wieder auf und brach die Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Kairo ab. Fünf Palästinenser wurden bei den Angriffen im Gazastreifen getötet, bei Protesten im Westjordanland wurde ein Jugendlicher von der Armee erschossen.

Noch bevor die 72-stündige Waffenruhe am Freitagmorgen auslief, verkündete die radikalislamische Hamas, die Feuerpause nicht zu verlängern, da Israel sich weitere, die Forderungen der Palästinenser zu erfüllen. Im Laufe des Tages feuerten die militanten Palästinensergruppen nach Angaben der israelischen Armee insgesamt 40 Raketen auf Israel ab. Ein Soldat und ein Zivilist seien verletzt worden.

Israel zog sich unter Verweis auf die Angriffe auf dem Gazastreifen aus den Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe in Kairo zurück. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete eine "kraftvolle" Reaktion auf den erneuten Beschuss an. Die israelische Luftwaffe flog am Freitag nach Armeeangaben 51 Angriffe im Gazastreifen.

Den örtlichen Rettungskräften zufolge wurden dabei fünf Palästinenser getötet, unter ihnen ein zehnjähriger Junge. Tausende Menschen flohen erneut aus ihren Häusern. In Gaza drängten sich hunderte Flüchtlinge in Schulen. "Ich habe Angst, meine Kinder haben Angst, meine Frau hat Angst", sagte der 33-jährige Abdullah Abdullah.

UN-Generalsekretär Ban verurteilt Raketenschüsse auf Israel

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Raketenabschüsse militanter Palästinenser auf Israel. Er erklärte am Freitag in New York seine "tiefe Enttäuschung" darüber, dass es nicht gelungen sei, die 72-stündige Feuerpause zu verlängern. Ban forderte die israelische Regierung und die Palästinensergruppen auf, "nicht von militärischer Gewalt Gebrauch zu machen, die die furchtbare humanitäre Situation in Gaza nur weiter verschlimmert".

Die Palästinenserdelegation bei den Gesprächen in Kairo betonte, weiterhin eine Verhandlungslösung erreichen zu wollen. "Wir sitzen hier, um ein finales Abkommen zu erreichen", sagte Delegationsleiter Assam al-Ahmed. Dieses müsse die "Rechte unseres Volkes wiederherstellen", betonte er.

Das ägyptische Außenministerium erklärte, bei den Verhandlungen während der dreitägigen Feuerpause sei über die meisten Fragen Einigkeit erzielt worden. Für "einige wenige Punkte" sei aber keine Lösung gefunden worden. Ägypten rief Israelis und Palästinenser zu einer Verlängerung der Waffenruhe auf. Von Seiten der Palästinenserdelegation in Kairo verlautete, Israel habe unter anderem nicht eingewilligt, die Blockade des Gazastreifens zu beenden.

Bei Protesten gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen wurde im Westjordanland nach palästinensischen Angaben am Freitag ein Jugendlicher von der israelischen Armee getötet. Der 19-jährige Palästinenser sei nahe der jüdischen Siedlung Psagot östlich von Ramallah erschossen worden, teilten Vertreter der örtlichen Rettungskräfte mit. Die Armee erklärte, der junge Mann habe die Soldaten mit Steinen angegriffen und sich trotz Warnungen dem Zaun der Siedlung genähert. In Hebron wurden nach palästinensischen Angaben 30 Palästinenser verletzt, als die Armee sie mit Gummigeschossen und scharfer Munition beschoss.

In Jordanien feierten unterdessen zehntausende Menschen den "Sieg" der Hamas im Krieg gegen Israel. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen schlossen sich mehr als 100.000 Demonstranten der von der islamistischen Opposition organisierten Kundgebung an.

Bei dem israelischen Militäreinsatz, der am 8. Juli begonnen hatte, wurden fast 1900 Palästinenser getötet. Nach Angaben der UNO waren mehr als 1350 zivile Opfer darunter. Auf israelischer Seite gab es 67 Todesopfer.

afp

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