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Demonstration in Tel Aviv für ein Ende des Krieges.

Keine Wende Gaza-Krieg

Wieder Gefechte zwischen Israel und Palästinensern

Tel Aviv/Gaza - Nach einer humanitären Feuerpause am Samstag haben sich Israel und die radikalislamische Hamas am Sonntag wieder heftige Gefechte geliefert. Die radikal-islamische Hamas verletze die von ihr angekündigte Feuerpause selbst, sagte Benjamin Netanjahu am Sonntag bei CNN.

„Wir werden alles notwendige tun, um unser Volk zu schützen“, sagte Netanjahu.

Die Hamas erklärte am Sonntag, sie wolle jetzt doch eine 24-stündige humanitäre Waffenruhe einhalten. Von 13 Uhr (MESZ) an wollten die verschiedenen palästinensischen Fraktionen ihre Angriffe stoppen, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri am Sonntag.

Hamas erklärt 24-stündige Waffenruhe

Demnach vereinbarten die verschiedenen "Widerstandsgruppen" den Waffenstillstand auf Bitten der Vereinten Nationen. Am Morgen hatte Israel eine zuvor ausgerufene einseitige Feuerpause wegen des anhaltenden Raketenbeschusses durch die Hamas wieder aufgekündigt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine Verlängerung der Waffenruhe im Nahost-Konflikt gefordert. Israelis und Palästinenser müssten die Feuerpause verlängern, die seit dem Morgen „weitestgehend“ eingehalten werde, erklärte Ban am Sonntag in New York. Beide Seiten brauchten eine „Pause von der Gewalt, der so viele zum Opfer gefallen sind, die so viele Leben zerstört und so viel verwüstet hat“. Alle Kräfte, die Einfluss auf die Kriegsparteien haben, müssten auf einen Waffenstillstand dringen.

Neun Raketen seit dem frühen Morgen abgefeuert  

Seit den frühen Morgenstunden seien neun Raketen abgefeuert worden, zwei davon habe die Raketenabwehr über den israelischen Küstenstädten Aschdod und Aschkelon abgefangen, teilte eine Armeesprecherin in Tel Aviv mit.

Verlängerung der Waffenruhe war gescheitert

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Samstagabend auf Bitten der Vereinten Nationen der Verlängerung einer Waffenruhe bis 23.00 Uhr (MESZ) am Sonntagabend zugestimmt. Die im Gazastreifen herrschende Hamas will jedoch bislang ohne Abzug der israelischen Truppen keine Feuerpause akzeptieren.

Die Zahl der Toten im Gazastreifen stieg bis Sonntag auf rund 1050, etwa 6000 Menschen wurden verletzt. Auf der israelischen Seite kamen 43 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben.

Die israelische Regierung hatte am Freitag einen Vorschlag von US-Außenminister John Kerry, die Kämpfe sieben Tage lang ruhen zu lassen und über die Forderungen der Hamas zu verhandeln, in dieser Form abgelehnt. Das Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Hamas einigten sich aber auf Drängen von Kerry und UN-Generalsekretär Ban zumindest auf eine zwölfstündige Feuerpause am Samstag, die dann noch einmal um vier Stunden verlängert wurde.

Das ganze Ausmaß der Gewalt wird sichtbar  

Während des zwölfstündigen Schweigens der Waffen war das ganze Ausmaß der Gewalt sichtbar geworden: Durch die humanitäre Feuerpause konnten Rettungskräfte im Gazastreifen erstmals in Gebiete vordringen, die zuvor wegen des heftigen Beschusses durch die israelische Armee tagelang unzugänglich gewesen waren. Fast 150 Tote wurden nach Angaben der palästinensischen Rettungsdienste bis Samstagabend aus den Trümmern geborgen. Vielerorts bot sich ein Bild der Zerstörung, ganze Wohnblöcke waren dem Erdboden gleichgemacht. In Chan Junis sprachen Anwohner von Verwüstungen wie nach einem "Erdbeben der Stärke zehn".

So protestiert die Welt gegen Krieg im Gazastreifen

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Angesichts des Ausmaßes der Gewalt forderten bei einer Konferenz in Paris die Außenminister der USA, Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens, Italiens, Katars und der Türkei gemeinsam ein Ende des Blutvergießens. Es scheine, dass "dieser dritte Gaza-Krieg mit noch größerer Härte geführt wird als die beiden vorangehenden 2008 und 2012", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er äußerte die Hoffnung, aus wiederholt gebrochenen humanitären Feuerpausen "einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen".

AFP/dpa

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