Paris, Griechenland, Flüchtlinge ...

Chronologie der internationalen Politik im Jahr 2015

Berlin - Die Terroranschläge von Paris, Milliarden Flüchtlinge weltweit, die Griechen-Krise - das sind nur ein paar der Themen, die die internationale Politik im Jahr 2015 beschäftigte.

07.01. Islamisten überfallen das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen Supermarkt. Dabei ermorden sie 17 Menschen.

08.01. Die Terrorgruppe Boko Haramtötet in der nigerianischen Stadt Baga und Umgebung 150 Bewohner. Im Land sind etwa 1,5 Millionen Menschen vor den Islamisten auf der Flucht.

09.01. Der saudi-arabische Islamkritiker Raif Badawi wird in Dschidda mit Stockschlägen schwer verletzt. Ende Oktober erhält er den Sacharow-Preis des Europaparlaments.

23.01. Nach dem Tod seines Halbbruders Abdullah wird der 79-jährige Salman neuer König von Saudi-Arabien.

25.01. Das Linksbündnis Syriza von Alexis Tsipras gewinnt die Wahl im überschuldeten Griechenland. Die neue Regierung stoppt die Sparpläne.

12.02. Die Präsidenten der Ukraine, Frankreichs und Russlands sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vereinbaren in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Fahrplan zur Befriedung des Konflikts in der Ostukraine („Minsk II“).

15.02. Ein Video zeigt, wie Anhänger des Islamischen Staates (IS) in Libyen 21 koptisch-christliche Gastarbeiter aus Ägypten köpfen. Ähnliche Grausamkeiten verübt der IS mehrfach, zum Beispiel an Japanern und Kopten aus Äthiopien.

27.02.  Der russische Kremlkritiker Boris Nemzow wird in Moskau offenbar von einem Auftragsmörder erschossen.

17.03. Die Likud-Partei gewinnt die Parlamentswahl in Israel deutlich. Auch Ultrareligiöse sind in der neuen Regierung von Benjamin Netanjahu.

26.03. Eine von Saudi-Arabien geführte Allianz beginnt mit Bombenangriffen auf die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Binnen sechs Monaten sollen mehr als 2000 Zivilisten umgekommen sein.

02.04. Die somalische Islamistenmiliz Al-Shabaab tötet in der kenianischen Stadt Garissa 152 Menschen, meist christliche Studenten.

19.04. Bei der Wahl in Finnland wird das liberale Zentrum stärkste Partei. Auch die Rechtspopulisten sind im neuen Kabinett vertreten.

19.04. Auf dem Weg von Libyen nach Italien ertrinken etwa 800 Bootsflüchtlinge. Am 14. April sollen 400 Flüchtlinge umgekommen sein, im Februar vor der Insel Lampedusa 330.

07.05. Bei der britischen Parlamentswahl gewinnt die Konservative Partei von Premierminister David Cameron überraschend die absolute Mehrheit der Sitze.

16.05. Ein Gericht verurteilt Ägyptens Ex-Präsidenten Mohammed Mursi wegen Verschwörung zum Tode. Am 16. Juni wird das Urteil bestätigt.

20.05. Die Terrormiliz Islamischer Staat nimmt die syrische Ruinenstadt Palmyra ein. Wie zuvor in Mossul, Ninive, Nimrud und Hatra zerstören die Islamisten historische Kulturgüter.

22.05. Im katholischen Irland stimmen 62,1 Prozent für die Homo-Ehe. Ein entsprechendes Gesetz gilt ab Mitte November.

08.06. Zum Abschluss des G7-Gipfels im bayerischen Schloss Elmau vereinbaren die Staats- und Regierungschefs eine Reduzierung von Treibhausgasen. Russlands Annexion der ukrainischen Krim wird verurteilt.

17.06. Ein Weißer erschießt in einer Kirche in Charleston (US-Staat South Carolina) neun Afroamerikaner. Die Diskussion über Gewalt gegen Schwarze wird neu entfacht.

18.06. Bei der Parlamentswahl in Dänemark gewinnt die bürgerliche Opposition eine knappe Mehrheit. Ministerpräsident wird der Rechtsliberale Lars Løkke Rasmussen.

26.06. Das höchste US-Gericht erlaubt die Homo-Ehe landesweit. Bestehende Verbote sind nichtig.

26.06. Ein Islamist erschießt im tunesischen Badeort Sousse 38 Hotelgäste, darunter zwei Deutsche. Im Nationalmuseum in Tunis wurden im März 22 Menschen ermordet.

05.07. Die Griechen lehnen in einem Referendum die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger ab. Der in der Eurozone umstrittene Finanzminister Gianis Varoufakis tritt zurück.

13.07. Der Gipfel der Eurozone bietet Griechenland ein drittes Hilfspaket von mehr als 80 Milliarden Euro gegen Reformen und Einsparungen an. Im August kommt eine Einigung zustande.

14.07. Nach 13-jährigem Ringen im Atomstreit einigen sich die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran in Wien auf ein Abkommen: Kontrollierte Reduzierung der iranischen Uranbestände gegen Lockerung westlicher Sanktionen.

17.07. Beim bislang schwersten Terroranschlag des Jahres im Irak sterben bei Bagdad bis zu 130 Menschen. Ein Dschihadist hatte auf einem Markt in Bani Saad eine Autobombe gezündet.

20.07. Nach 54 Jahren nehmen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen auf und eröffnen Botschaften. Sie waren nach der kubanischen Revolution geschlossen worden.

28.07. Nach einem Attentat im Grenzort Suruc und schweren Unruhen erklärt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Ende des Friedensprozess mit der PKK. Zu den folgenden Militäraktionen mit vielen Toten zählen Luftschläge gegen Kurden im Irak.

02.09. Das Bild des vor der türkischen Küste ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan geht um die Welt. Sechs Tage zuvor waren 71 tote Flüchtlinge in Österreich in einem LKW entdeckt worden.

13.09. Auf dem zwischen Juden und Palästinensern umstrittenen Tempelberg in Jerusalem kommt es zu Ausschreitungen. Es folgt eine Serie blutiger Zwischenfälle im ganzen Land.

14.09. Ungarn stellt den Bau eines 175 Kilometer langen Grenzzauns zu Serbien fertig. An diesem Tag kommen noch 9000 Flüchtlinge ins Land.

20.09. Das Linksbündnis von Alexis Tsipras behauptet sich bei der vorgezogenen Wahl in Griechenland. Der Regierungschef war am 20. August zurückgetreten.

22.09. Mehrheitlich legen die EU-Innenminister die Verteilung von 120 000 Flüchtlingen innerhalb Europas fest. Sie verläuft schleppend.

30.09. Mit Luftschlägen startet Russland seine Intervention im Syrien-Krieg. Ihr Ziel sind Gegner des Assad-Regimes. Die USA fliegen seit einem Jahr Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

01.10. Der Alternative Nobelpreis geht an Atomwaffengegner auf den Marshallinseln. Auch drei Aktivisten für Menschenrechte aus Kanada, Uganda und Italien werden geehrt.

09.10. Das sogenannte tunesische Quartett für den nationalen Dialog bekommt den Friedensnobelpreis. Die Gruppe habe den Aufbau einer pluralistischen Gesellschaft angestoßen.

10.10. Selbstmordbomber reißen in der türkischen Hauptstadt Ankara etwa 100 friedliche Demonstranten in den Tod. Die Regierung beschuldigt die Terrororganisation Islamischer Staat.

19.10. Die Liberalen gewinnen die Wahl in Kanada. Nach fast zehn Jahren Opposition kommen sie mit Justin Trudeau wieder an die Macht.

25.10. Nach der Präsidentenwahl im Mai gewinnt die nationalkonservative PiS auch die polnische Parlamentswahl. Beata Szydlo wird neue Regierungschefin.

29.10. Wegen Überalterung der Gesellschaft gibt China die strikte Ein-Kind-Politik auf. Künftig dürfen Paare zwei Kinder haben.

31.10. Nach einer Bombenexplosion an Bord stürzt auf der Sinai-Halbinsel ein russischer Urlauberjet mit 224 Menschen ab. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

01.11. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in der Türkei kann die islamisch-konservative AKP überraschend die absolute Mehrheit der Sitze zurückerobern. Sie hatte sie am 7. Juni verloren.

04.11. Nach Massendemonstrationen tritt der unter Korruptionsverdacht stehende rumänische Ministerpräsident Victor Ponta zurück.

08.11. Bei der ersten freien Wahl seit 25 Jahren im ostasiatischen Myanmar erringt die Partei von Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die absolute Mehrheit.

10.11. Die konservative Minderheitsregierung in Portugal wird wegen ihrer Sparpolitik von den Linken gestürzt. Nachfolger von Pedro Passos Coelho wird der sozialistische Parteichef António Costa.

12.11. Terroristen des Islamischen Staates töten bei Anschlägen in einem Schiitenviertel von Libanons HauptstadtBeirut 43 Menschen.

13.11. Bei einer Serie von Anschlägen im Großraum Paris töten Kommandos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) 130 Menschen. Frankreichs Präsident François Hollande reagiert mit dem Ausnahmezustand und massiven Luftangriffen auf den IS in Syrien.

14.11. Eine internationale Syrien-Konferenz in Wien einigt sich auf einen Fahrplan zur Lösung des Konflikts. Innerhalb von 18 Monaten soll eine Übergangsregierung in dem Krisenstaat gebildet werden.

16.11. Auf dem G20-Gipfel im türkischen Belek verabreden die Industrie- und Schwellenländer eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus und bei der Flüchtlingskrise.

20.11. In Malis Hauptstadt Bamako überfallen al-Kaida-nahe Terroristen das Luxushotel Radisson und töten 19 Geiseln.

24.11. Türkische Abfangjäger schießen im Grenzgebiet zu Syrien einen russischen Kampfbomber ab. Der Zwischenfall belastet die Beziehungen beider Länder.

26.11. Im Kampf gegen die IS-Terrormiliz vereinbaren Frankreichs Präsident François Hollande und sein russischer Kollege Wladmir Putin in Moskau eine Kooperation. Auch die USA, Großbritannien und Deutschland unterstützen Frankreich militärisch.

29.11. Auf einem Sondergipfel in Brüssel einigen sich die EU und die Türkei auf einen Aktionsplan, um den Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Europa einzudämmen. Im Gegenzug soll Ankara Milliardenhilfen und Visa-Erleichterungen erhalten.

02.12. In einer Sozialeinrichtung in San Bernardino (US-Bundesstaat Kalifornien) erschießt ein muslimisches Ehepaar 14 Menschen. Die Täter werden getötet. Die Ermittler vermuten einen Terrorakt.

06.12. Nach 16 Jahren sozialistischer Vorherrschaft gewinnt die konservative Opposition bei der Parlamentswahl in Venezuela eine Zweidrittelmehrheit. Ursache ist eine schwere Wirtschaftskrise.

12.12. Die Weltgemeinschaft macht Ernst im Kampf gegen den Klimawandel: In Paris einigen sich 195 Staaten auf ein Klimaabkommen, das die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit senken soll. Von 2020 bis 2025 stellen die Industriestaaten den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar (91 Mrd Euro) in Aussicht.

13.12. In der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen landet die rechtsextreme Front National von Marine Le Pen nach den Republikanern und Sozialisten nur auf dem dritten Platz. Im ersten Durchgang am 6. Dezember war die Partei stärkste Kraft geworden.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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