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Fußballstar Jérôme Boateng.

Nach Beleidung durch AfD-Vize Gauland

Boateng: "Negerkuss" & Co. müssen auf den Prüfstand

Berlin - Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng (27) findet es richtig, althergebrachte Begriffe wie „Negerkuss“ oder „Mohrenkopf“ auf Rassismus zu überprüfen - und gegebenenfalls nicht mehr zu verwenden.

„Wenn man es gleich zu Beginn ersticken kann, damit speziell die ganz Jungen kein falsches Gefühl in der Sprache bekommen, warum nicht?“, sagte Boateng der deutschen Ausgabe des Magazins „L'Officiel Hommes“ (Freitag). „Es geht ja darum, Respekt vor jedem Menschen zu haben.“

Der in Berlin geborene Boateng ist Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. Er selbst habe gelernt, sich von rassistischen Erfahrungen nicht provozieren zu lassen. „Dani Alves vom FC Barcelona hat es vorgemacht, als auf ihn eine Banane geworfen wurde und er die ganz cool geschält und gegessen hat.“

Große Mehrheit der Deutschen hätte Boateng gerne als Nachbarn

 Eine große Mehrheit der Deutschen hätte Boateng nach einer Umfrage gerne zum Nachbarn. 82 Prozent bejahten dies in der Erhebung des Instituts TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin „Focus“. 11 Prozent verneinten. Der AfD-Vizechef Alexander Gauland hatte zuvor Empörung ausgelöst mit der Aussage: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Deutschland zeichne sich für ihn durch Pünktlichkeit und Disziplin auf der einen und Weltoffenheit auf der anderen Seite aus, schreibt Boateng in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung vom Freitag. „Die WM 2006 hat das für mich auf eine hervorragende Art und Weise gezeigt. Es war alles perfekt organisiert, aber es wurde auch mit der ganzen Welt gemeinsam ein tolles Fußball-Fest gefeiert.“

dpa

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