+
Familien verlassen Aleppo: Trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause gehen die Kämpfe in der syrischen Stadt weiter.

Feuerpause findet nicht statt

Angekündigte Waffenruhe in Aleppo hält nicht

Damaskus - Die so erbittert umkämpfte Stadt Aleppo kommt nicht einmal für einige Stunden zur Ruhe: Die Kämpfe gehen trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause weiter.

Mehrere Male nach dem eigentlichen Start der Waffenruhe um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr/MESZ) schlugen Granaten in den Rebellengebieten Aleppos ein. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Beschuss. Moskau hatte am Mittwoch angekündigt, ab Donnerstag würden jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit (9.00 und 12.00 Uhr MESZ) alle Kämpfe sowie Artillerie- oder Luftangriffe eingestellt.

"Propaganda" und "Lüge"

Moskau hatte am Mittwoch angekündigt, ab Donnerstag würden jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit (9.00 und 12.00 Uhr MESZ) alle Kämpfe sowie Artillerie- oder Luftangriffe eingestellt. Damit solle Zeit für die humanitäre Versorgung der Bevölkerung geschaffen werden. Ein Aktivist in Aleppo bezeichnete die russischen Ankündigungen nach der Fortsetzung der Gewalt als „Propaganda“ und „Lüge“.

Aleppo gilt als das umkämpfteste Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Die Stadt ist zwischen dem Regime und verschiedenen Rebellengruppen aufgeteilt. Wegen der humanitären Katastrophe dort haben Aleppos Ärzte einen Hilferuf an US-Präsident Barack Obama gerichtet.

Feuerpausen von mindestens 48 Stunden nötig

Nach den Worten von UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien reicht die von Russland angekündigte dreistündige Waffenruhe ohnehin nicht aus, um der Bevölkerung zu helfen. Feuerpausen von mindestens 48 Stunden seien nötig, um Hilfsgüter auf Lastwagen zu laden, diese nach Aleppo zu transportieren und Menschen aus der Stadt in Sicherheit zu bringen.

Mitte Juli gelang es Regierungstruppen, den Belagerungsring um die noch von Rebellen gehaltenen Stadtteile zu schließen. Am Samstag kämpfte ein islamistisch geführtes Rebellenbündnis von Südwesten kommend einen neuen Korridor frei. Der liegt aber weiter unter Beschuss. Damit sind nur kleinere Hilfslieferungen möglich.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

PISA-Kurve zeigt für Deutschlands Schüler leicht nach unten

Einen "PISA-Schock" wie vor 15 Jahren löst der neue Vergleichstest der OECD in Deutschland nicht aus. Die Leistungen der 15-jährigen verharren im oberen Mittelfeld - …
PISA-Kurve zeigt für Deutschlands Schüler leicht nach unten

CDU-Parteitag: Dämpfer für Merkel bei Wiederwahl

Essen - Am Dienstag findet der CDU-Parteitag in Essen statt. Kanzlerin Angela Merkel hat sich erneut zur Bundesvorsitzenden wählen lassen. Wir begleiten den Parteitag im …
CDU-Parteitag: Dämpfer für Merkel bei Wiederwahl

Sorgte eine einzige Firma für Trump-Wahl und Brexit? 

New York - Ein Artikel über die Rolle der Big-Data-Firma Cambridge Analytica zur Trump-Wahl wird ein viraler Hit. Doch wie viel ist an der Geschichte dran? 
Sorgte eine einzige Firma für Trump-Wahl und Brexit? 

Merkels Appell an ihre Partei: „Ihr müsst mir helfen“

Essen - Angela Merkel bittet die CDU für die Wahl 2017 um Hilfe - und nimmt sie zugleich in die Pflicht. Das Resultat: 89,5 Prozent. Noch nie hat sie als Kanzlerin ein …
Merkels Appell an ihre Partei: „Ihr müsst mir helfen“

Kommentare