+
Margot Käßmann steht als Gauck-Nachfolgerin nicht zur Verfügung.

Bundespräsidentenwahl

Käßmann steht als Gauck-Nachfolgerin nicht zur Verfügung

Berlin - Das Kandidaten-Karussell für die Gauck-Nachfolge dreht sich immer schneller. Für einen Tag bekommt die frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann einen prominenten Platz zugewiesen. Dann springt sie ab.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat Spekulationen über eine Kandidatur als Bundespräsidentin ein Ende bereitet. „Es ehrt mich, dass mein Name im Zusammenhang mit dem höchsten Amt im Staat genannt wird. Allerdings stehe ich für dieses Amt nicht zur Verfügung“, erklärte die frühere EKD-Ratsvorsitzende am Mittwoch nach Angaben ihres Büros.

Käßmann reagierte damit auf einen Bericht der Funke Mediengruppe, SPD-Chef Sigmar Gabriel habe gegenüber dem Linke-Vorsitzenden Bernd Riexinger vorgefühlt, ob die Linke Käßmann mittragen würde. Riexinger sagte danach der Deutschen Presse-Agentur, er habe mit Gabriel darüber telefoniert. „Die SPD führt seit Längerem Gespräche, auch mit der Linken“, sagte er.

Öffentliche Debatte geht Linken gegen den Strich

Zugleich zeigte man sich bei den Linken wenig begeistert über die öffentlichen Spekulationen über einen geeigneten Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck. Riexinger sagte: „Es wäre bedauerlich, wenn in der großen Koalition taktische Spielereien mit dem Bundespräsidentenamt oder mit Frau Käßmann betrieben würden.“

Auch Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die Debatte. „Es ist den betroffenen Personen gegenüber unverantwortlich, in der Öffentlichkeit mit ihren Namen zu spielen“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer sagte dagegen, man müsse nun auch über Namen diskutieren können. „Das gehört zur Demokratie dazu“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Gabriel favorisiert laut Funke Mediengruppe allerdings weiterhin einen Konsens mit CDU und CSU bei der Suche nach einem Kandidaten. Die Linke hatte sich für einen rot-rot-grünen Kandidaten stark gemacht. Der Nachfolger Gaucks soll am 12. Februar 2017 von der Bundesversammlung gewählt werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erste Hochrechnungen im Live-Ticker: Van der Bellen mit 53,6 Prozent

Wien - Österreich wählt den Bundespräsidenten: Um 17 Uhr haben die Wahllokale geschlossen, nach ersten Hochrechnungen liegt Alexander Van der Bellen vorne. Wir berichten …
Erste Hochrechnungen im Live-Ticker: Van der Bellen mit 53,6 Prozent

Bartsch und Wagenknecht Spitzenkandidaten der Linken

Die Linke beschließt für die Bundestagswahl wie erwartet die Doppelspitze Bartsch-Wagenknecht. Aber eigentlich ist es doch ein Spitzen-Quartett. Denn die Parteichefs …
Bartsch und Wagenknecht Spitzenkandidaten der Linken

Revolutionsführer Castro in Santiago de Cuba beigesetzt

Santiago de Cuba - In einem Triumphzug ist die Urne des Ex-Präsidenten Castro über rund 1000 Kilometer in den Südosten der Karibikinsel Kuba gebracht worden. Nahe dem …
Revolutionsführer Castro in Santiago de Cuba beigesetzt

China beschwert sich über Trumps Telefonat mit Taiwan

Telefonate zwischen den Spitzen der USA und Taiwans sind seit Jahrzehnten ein diplomatisches "No-go". Der künftige Präsident Donald Trump bricht mit der Gepflogenheit. …
China beschwert sich über Trumps Telefonat mit Taiwan

Kommentare