Nach einem Boko Haram-Anschlag in Nigeria. Foto: EPA/STR
+
Nach einem Boko Haram-Anschlag in Nigeria. Foto: EPA/STR

Kamerun: 143 Boko-Haram-Kämpfer bei Angriff getötet

Jaunde (dpa) - Die Streitkräfte Kameruns haben Regierungsangaben zufolge im Norden des Landes 143 Kämpfer der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram getötet.

Hunderte der radikalen Islamisten hatten den grenznahen Militärstützpunkt Kolofata angegriffen und wurden zurückgeschlagen, wie Regierungssprecher Issa Tchiroma Bakary am Dienstag mitteilte. Unmittelbar nach den Kämpfen vom Montag hatten die Streitkräfte von 33 getöteten Angreifern gesprochen, aber angedeutet, dass die Zahl deutlich höher liegen könnte.

Boko Haram will im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen Gottesstaat errichten. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe in dem ölreichen westafrikanischen Land sind bereits Tausende Menschen ums Leben gekommen. Die Niederlage markiert den schwersten Verlust, den die sunnitischen Fundamentalisten erlitten haben, seit sie im letzten Jahr begannen, verstärkt Ziele in Kamerun angreifen. 

Der Angriff dauerte den Angaben zufolge rund fünf Stunden und wurde erst beendet, als die Stellungen der Angreifer mit schwerer Artillerie beschossen wurden. Ein kamerunischer Soldat kam ebenfalls ums Leben. Die Opferzahlen in der abgelegenen Region können nicht unabhängig verifiziert werden. 

Die Streitkräfte hätten auch wichtiges Kriegsgerät der Angreifer beschlagnahmt, darunter Schnellfeuerwaffen, schwere Waffen, Munition aller Kaliber und Funkausrüstungen, sagte Bakary. 

Kamerun hat seit dem letztem Jahr Tausende zusätzliche Soldaten an die Grenze zu Nigeria verlegt, um die Angriffe der Boko Haram abzuwehren. Präsident Paul Biya rief erst vorige Woche nach Hilfe der internationalen Gemeinschaft um Boko Haram zu stoppen. Der Kampf gegen islamische Fundamentalisten sei ein globales Problem und die Frontstaaten dürften damit nicht alleine gelassen werden, sagte er vor Diplomaten. 

In Nigeria verfolgen die Islamisten ihre tödliche Offensive unterdessen weiter. Bei einem großangelegten Angriff rund um Stadt Baga wurden in der vergangen Woche nach Angaben örtlicher Beamter Hunderte Menschen getötet. Die Zentralregierung sprach von etwa 150 Toten. Zudem wurden bei zwei offenbar von Mädchen ausgeführten Selbstmordanschlägen am Wochenende örtlichen Berichten zufolge mindestens 30 Menschen getötet.  

Meistgelesene Artikel

Camp von Idomeni: Polizei beginnt mit Räumung

Athen/Idomeni - Nach dem Beschluss der griechischen Behörden beginnt die Polizei in Idomeni, das Flüchtlingscamp zu räumen. Alle weiteren Infos und Entwicklungen in …
Camp von Idomeni: Polizei beginnt mit Räumung

Bundesregierung besorgt über Situation in Mazedonien

Brüssel - Die Bundesregierung ist „extrem besorgt“ über die Lage in Griechenlands Nachbarstaat Mazedonien. Deutschland erwartet, dass Voraussetzungen für Wahlen …
Bundesregierung besorgt über Situation in Mazedonien

Zentralrat der Muslime will mit AfD im Gespräch bleiben

Berlin - Auch nach dem gescheiterten Treffen des Zentralrates der Muslime mit der Spitze der AfD will Zentralratspräsident Aiman Mazyek mit Teilen der …
Zentralrat der Muslime will mit AfD im Gespräch bleiben

Ärztepräsident für bessere Flüchtlingsversorgung

Berlin - Kranke Flüchtlinge, ökonomische Zwänge, der Preis von Arzneimitteln - wichtige Themen stehen beim Ärztetag an. Doch wie sehr stört innerärztlicher Streit die …
Ärztepräsident für bessere Flüchtlingsversorgung

Kommentare