Kampf gegen Extremisten: USA sichern Irak Hilfe zu

Washington - Die USA haben der irakischen Regierung ihre Unterstützung im Kampf gegen die sunnitische Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil) zugesichert.

Washington arbeitete mit den Partnern im Irak an einem "geeinten Vorgehen" gegen die radikalen Islamisten, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, am Mittwoch. Die Lage vor Ort sei sehr ernst. "Wir sind bereit, jede angemessene Unterstützung zur Verfügung zu stellen." Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht.

Psaki verwies aber darauf, dass die USA in diesem Jahr bereits Rüstungsgüter an den Irak geliefert und die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte verstärkt habe. Washington verkaufte dem irakischen Militär nach Angaben des Pentagon unter anderem Apache-Kampfhubschrauber, F-16-Kampfflugzeuge sowie Hellfire-Raketen. Der US-Kongress berät derzeit außerdem über weitere Hilfen im Umfang von einer Milliarde Dollar, darunter Humvee-Panzerfahrzeuge und Flugzeuge vom Typ AT-6C Texan II.

Die Dschihadisten hatten mit einer Blitzoffensive am Dienstag die nordirakische Millionenstadt Mossul und die umliegende Provinz Ninive unter ihre Kontrolle gebracht. Die Streitkräfte sollen sich zumeist kampflos zurückgezogen haben. Viele Soldaten sollen ihre Uniformen abgelegt haben und geflohen sein. Am Mittwoch nahmen die Extremisten auch die Stadt Tikrit ein. Später wurden zudem Kämpfe in Samarra gemeldet, die nur 110 Kilometer nördlich von Bagdad liegt. Hunderttausende Menschen sollen auf der Flucht sein.

US-Präsident George W. Bush hatte den Irak im März 2003 ohne UN-Mandat angegriffen. Bushs Regierung rechtfertigte den Einmarsch mit der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie Kontakten des Irak zu Al-Kaida. Beide Gründe stellten sich später als falsch heraus. Zwar wurde der irakische Machthaber Saddam Hussein binnen wenige Wochen gestürzt, doch wurden die US-Truppen rasch in einen blutigen Guerillakrieg verwickelt. Die letzten US-Soldaten verließen den Irak Ende 2011.

Der britische Außenminister William Hague sagte am Mittwoch, die Entsendung von Truppen in den Irak käme "nicht in Frage". Zwar sei die Situation in dem Land sehr besorgniserregend, doch habe der Irak ausreichend Truppen, um der Bedrohung zu begegnen. Großbritannien war der wichtigste Verbündete der USA beim Angriff auf den Irak und stellte über Jahre das zweitgrößte ausländische Truppenkontingent in dem Land, beendete aber bereits vor fünf Jahren den Kampfeinsatz.

AFP

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