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Eine Rauchsäule in der umkämpften kurdischen Stadt Kobane.

"Bodentruppen unerlässlich"

USA setzen im IS-Kampf auf Türkei-Kooperation

Washington - Die USA haben am Donnerstag Luftangriffe gegen Stellungen der IS nahe Kobane geflogen. Die US-Regierung will im Terrorkampf stärker mit der Türkei zusammenarbeiten.

Die US-Regierung will ihre Zusammenarbeit mit der Türkei im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verstärken.  Außenamtssprecherin Jennifer Psaki teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, in der kommenden Woche werde sich eine US-Militärdelegation nach Ankara begeben, um die bereits begonnenen Gespräche über den gemeinsamen Kampf gegen den IS fortzusetzen. Die US-Regierung hält den Einsatz "kompetenter" Einheiten am Boden für unerlässlich.

Es gebe "fortlaufende" Gespräche über die Rolle der Türkei in dem Kampf, sagte Psaki. Es gehe derzeit nicht darum, an die Türkei "Forderungen zu stellen". Washington hatte bereits den pensionierten US-General John Allen und den Irak-Beauftragten Brett McGurk nach Ankara geschickt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Donnerstag, es sei "nicht realistisch", dass die Türkei "allein eine Bodenoperation" ausführe.

USA fliegen seit Wochen Luftangriffe

IS-Einheiten belagern unter anderem die Stadt Kobane im Norden Syriens, die an der Grenze zur Türkei liegt. Eine internationale Militärallianz unter Führung der USA fliegt seit Wochen Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen des IS im Irak und in Syrien. Trotz der Luftangriffe sind die IS-Kämpfer offenbar in Kobane weiter vorgerückt. Die Extremisten hätten inzwischen mehr als ein Drittel der Kurdenhochburg unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Seit Mitte September wurden in dem Konflikt um Kobane nach Angaben der Beobachtungsstelle rund 500 Menschen getötet. Die IS-Kämpfer hätten die Kontrolle über 70 Dörfer übernommen. Rund 300.000 Menschen ergriffen die Flucht, davon gelangten rund 200.000 in die Türkei.

US-Armee: Kurden kontrollieren Großteil von Kobane

Die US-Armee betonte, die kurdischen Einheiten würden nach wie vor einen Großteil von Kobane kontrollieren und gegen die Dschihadisten weiterhin Widerstand leisten. Die US-Streitkräfte flogen nach eigenen Angaben am Donnerstag 14 Luftangriffe auf IS-Stellungen bei Kobane.

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums werden Luftangriffe wohl nicht ausreichen, um die drohende Eroberung von Kobane zu verhindern. Stattdessen sei der Aufbau einer schlagkräftigen Rebellentruppe nötig, um den IS auch am Boden zu bekämpfen. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, neben den Luftangriffen sei der Einsatz "kompetenter" Einheiten am Boden erforderlich.

US-Außenministerium: Türkei ist idealer Partner

Das US-Außenministerium bezeichnete Ankara als idealen Partner, um sowohl mit militärischer als auch humanitärer Hilfe und durch Trockenlegung von Finanzierungsquellen zur Bezwingung des IS beizutragen.

Bei einem Treffen zwischen dem neuen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und dem türkischen Außenminister Cavusoglu wurde am Donnerstag auch die von Ankara geforderte Pufferzone zwischen der Türkei und Syrien erörtert. Stoltenberg erklärte, innerhalb der Nato gebe es noch keine entsprechenden Pläne. Die Regierungen in Washington, London und Paris hatten sich zuletzt offen für eine Prüfung des Vorschlags gezeigt. Die russische Regierung steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber und fordert die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates, in dem sie ein Veto-Recht hat.

Update 11.15 Uhr: Heftige Kämpfe um Kurden-Hauptquartier

In ihrem Hauptquartier in der nordsyrischen Grenzstadt Kobane leisten kurdische Kämpfer laut Aktivisten erbitterten Widerstand gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Um die Kommandozentrale im Norden Kobanes gebe es heftige Kämpfe, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Dschihadisten versuchten, "um jeden Preis" bis zum Grenzübergang Richtung Türkei vorzudringen.

Das ist die Terrorgruppe IS

Terrorgruppe in Syrien: Das will der Islamische Staat

AFP

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