+
Theresa May (l) , Michael Gove und Andrea Leadsom kämpfen um den Vorsitz der konservativen Partei.

Tories dünnen das Bewerberfeld aus

Camerons Thronerbe: Kommt es zum Duell von zwei Frauen?

London - Das Kandidatenfeld für die Nachfolge des britischen Premiers verkleinert sich. Am Ende könnte es zu einem Duell zwischen zwei Frauen kommen.

Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premiers David Cameron hat dessen konservative Partei damit begonnen, das Feld potenzieller Nachfolger auszudünnen. Aus einer ersten Auswahlrunde ging die favorisierte Innenministerin Theresa May als klare Siegerin hervor.

Von ursprünglich fünf sind seit Dienstagabend nur noch drei Kandidaten übrig. Offen ist nun noch, welche beiden Bewerber letztlich zum Duell antreten. Der Sieger des Wettstreits muss eine zerstrittene Partei einen und das Königreich nach dem Brexit-Votum durch eine historische Krise steuern.

Derzeit deutet vieles auf einen Machtkampf zwischen zwei Frauen um die Parteiführung und das Amt des Premiers hin. May brachte am Dienstag 165 von 329 Abgeordneten hinter sich - mehr als alle ihre Rivalen zusammen. Stärkste Konkurrentin ist Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom (53 Stimmen), gefolgt von Justizminister Michael Gove (48).

Zwei Bewerber haben schon zurückgezogen  

Ex-Verteidigungsminister Liam Fox schied am Dienstag mit den wenigsten Stimmen (16) aller fünf Kandidaten aus. Kurz darauf zog auch der viertplatzierte Arbeitsminister Stephen Crabb (34 Stimmen) seine - offenkundig aussichtslose - Kandidatur zurück. Er und Fox sprachen May umgehend ihre Unterstützung aus.

Den Kampf um den Vorsitz der Tories hatte der angekündigte Rücktritt von Premierminister David Cameron eingeläutet, der nach seiner Niederlage beim EU-Votum in den kommenden Monaten aus dem Amt scheidet. May hatte beim Brexit-Referendum eher verhalten für den Verbleib in der EU plädiert. Leadsom und Gove gehören dagegen dem Lager der klaren Austrittsbefürworter an.

May und Gove wollen - falls sie gewählt werden - sich bei den höchst komplexen Brexit-Verhandlungen mit der EU Zeit lassen und mit der formellen Austrittsprozedur erst im nächsten Jahr beginnen. Leadsom will dagegen aufs Tempo drücken.

Bei der Suche nach einer neuen Führung haben zunächst die Tory-Abgeordneten das Sagen. Erst wenn das Kandidatenfeld auf zwei Bewerber reduziert ist, stimmen die rund 150 000 Parteimitglieder ab. Bis spätestens 9. September soll die Personalfrage gelöst sein.

dpa

Zahl der Mitglieder der Tory-Partei

Crabb auf Twitter zu seinem Rückzug

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Roth erneut Spitzenkandidatin von Bayerns Grünen

Augsburg - Claudia Roth wird auch 2017 die bayerischen Grünen in die Bundestagswahl führen. Bei der Landesversammlung wählten die Grünen am Freitagabend die 61-Jährige …
Roth erneut Spitzenkandidatin von Bayerns Grünen

UN-Vollversammlung fordert sofortige Waffenruhe in Syrien

New York - Die UN-Vollversammlung hat in einer mit breiter Mehrheit verabschiedeten Resolution eine sofortige Waffenruhe in Syrien gefordert.
UN-Vollversammlung fordert sofortige Waffenruhe in Syrien

Kommentar: Eine gefährliche Welt

„Postfaktisch“ ist das deutsche Wort des Jahres. Es geht um Fakten und Gefühle, um die Lügen im Netz - und um den Aufstand vieler Bürger gegen ihr Establishment, den die …
Kommentar: Eine gefährliche Welt

Ursula von der Leyen bestaunt Pferdezucht des Königs

Manama - Der König von Bahrain scheint sich gut über die Hobbys von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen informiert zu haben und präsentierte ihr am Freitag …
Ursula von der Leyen bestaunt Pferdezucht des Königs

Kommentare