Cameron-Erbe nach dem Brexit

Kommentar: May taugt als Brückenbauerin

München - Sind die Briten noch zu retten? Unser Kommentator sagt: Die britischen Konservativen haben mit Theresa May die erste seriöse Entscheidung seit dem Brexit-Dilemma getroffen.

Hoppla - eine gute Nachricht von der Insel? Tief in seinem selbstgewählten Brexit-Debakel steckend, scheint das Führungspersonal der britischen Konservativen nun wenigstens eine seriöse Personalentscheidung zu treffen. Die disziplinierte Innenministerin Theresa May ist zweifellos die bessere Wahl als künftige Premierministerin. Sie stand auf Seiten der Europa-Befürworter, exponierte sich dort aber nicht. May taugt deshalb jetzt, wie ihre konservativen Freunde in ganz Europa hoffen, als Brückenbauerin. Für ein Land in geographischer und politischer Insellage ist das ein gutes Angebot.

Den Brexit-Zündlern in der konservativen Partei, an der Spitze der sein Lebenswerk zertrümmernde Noch-Premier Cameron, dämmert längst, was das Votum anrichtet. Auf May ruht nun nicht weniger als die Hoffnung, den Zerfall des Königreichs, auch den Bruch mit den EU-freundlichen Schotten, zu verhindern. Das vornehm eine innerbritische Angelegenheit zu nennen, wäre eine kolossale Untertreibung. Für die ganze EU geht es darum, ob die Fliehkräfte nochmal gestoppt werden können. Es ist für die Union eine existenzielle Frage.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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