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Drei Monate nach dem Brexit-Votum: Im Wartesaal

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Von: Alexander Weber

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MM-Redakteur Alexander Weber © Schlaf Marcus

München - Der Paukenschlag des Brexit Votums ist längst verklungen. Nebel hat sich über Großbritannien gesenkt. Ein echtes Dilemma - für May und die EU, findet Merkur-Redakteur Alexander Weber.

So rasch die konservative Regierung nach dem „Brexit“-Paukenschlag den personellen Neuanfang unter Führung Theresa Mays geschafft hat, so zäh wabern die Londoner Nebelschwaden über jener „Roadmap“, die das Procedere wie den Inhalt des Brexit aufzeigen soll. Viel spricht dafür, dass die Premierministerin selbst drei Monate nach dem EU-Referendum bei der Kurssetzung auf dieser Karte noch kräftig radiert, rechnet und umzeichnet. Der Brexit verharrt derweil im Wartesaal der Geschichte.

Mays Dilemma besteht darin, die Haupterwartung der britischen Wähler erfüllen zu müssen: das Vereinigte Königreich gegen jede Form unkontrollierter Zuwanderung abzuschotten. Gleichzeitig muss sie versuchen, die langfristig negativen wirtschaftlichen Folgen des Austritts aus der Europäischen Union in Grenzen zu halten. Vor die Alternative gestellt, „faule“ Kompromisse mit Brüssel bei der Migration akzeptieren zu müssen oder der Mitgliedschaft im Binnenmarkt bye-bye zu sagen, könnte May die Eiserne Lady geben, um die Wähler in puncto „take back control“ nicht zu brüskieren und die Tory-Partei nicht erneut in die Spaltung zu treiben.

Auch die EU steckt weiter im Dilemma. Zu viel Großzügigkeit gegenüber den Briten könnte bei der französischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr Wasser auf die Mühlen der dortigen EU-Feinde lenken. Andererseits setzt man – vor allem in Berlin – auf eine wirtschaftsschonende, pragmatische Lösung.

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