Kommentar

Flexi-Rente der Großen Koalition: Ein kleiner Schritt

München - Die Lösung aller Probleme ist das Modell für flexiblere Übergänge in den Ruhestand sicher nicht. Welche Aspekte sie trotzdem für künftige Rentner attraktiv machen. 

Das Projekt Flexi-Rente gart schon länger im Ofen der Großen Koalition, nun hat man sich in Berlin offenbar auf ein Modell für flexiblere Übergänge in den Ruhestand geeinigt. Die Lösung aller Probleme ist das ganz sicher nicht. Und doch ist die Neuregelung, die 2017 in Kraft tritt, ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Dass nach Erreichen des Rentenalters die Arbeitgeber-Beiträge für die Arbeitslosenversicherung wegfallen sollen, macht das Beschäftigen von Rentnern ein wenig attraktiver. Ein echter Fortschritt ist zudem, dass Rentner, die weiter arbeiten, ihre künftigen Bezüge durch eigene Beitragszahlungen erhöhen können. Was logisch klingt, war bisher nicht möglich – die Arbeitgeber wurden trotzdem weiter mit Renten-Beiträgen belastet. Nun wird es anders, gut so. Für Arbeitnehmer, die etappenweise in den Ruhestand übergehen wollen, sind die Anreize aber überschaubar. Wer mit 63 in Teil-Rente geht und mehr als ein Mini-Gehalt von 450 Euro dazu verdient, dem werden auch künftig noch 40 Prozent seines Einkommens von der Rente abgezogen. Gerade für viele Fachkräfte ist das noch immer nicht attraktiv.

Wenn es also darum geht, den demografischen Wandel tatsächlich abzufedern, ist die neue Flexi-Rente nur ein winziger Baustein. Für Einzelne kann sie aber echte Vorteile bringen. Und wichtiger noch: Im Gegensatz zur Rente mit 63 wird diesmal das richtige Signal gesetzt.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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