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MM-Redakteur Lorenz von Stackelberg.

Kommentar

Gabriel will Putin besuchen: Teure Profilarbeit

München - Deutsche Außenpolitik ist bei der Kanzlerin in guten Händen. Und auf Bündnis-Ebene gibt es den glücklicherweise wiederbelebten Nato-Russlandrat. Wenn sich die Krise um die Ostukraine überhaupt lösen lässt, dann auf diesen Ebenen.

Natürlich ist richtig, dass Gesprächsfäden in Krisenzeiten nicht abreißen dürfen. Ob sie im Fall Russland allerdings der speziellen Pflege der CSU-Politiker Stoiber und Seehofer oder jetzt des SPD-Chefs Gabriel bedürfen, ist eher fraglich. Deutsche Außenpolitik ist bei der Kanzlerin, die des Russischen ebenso mächtig ist wie Putin deutsch spricht, in guten Händen. Sprachlos sind weder die USA noch andere europäische Regierungen. Und auf Bündnis-Ebene gibt es den glücklicherweise wiederbelebten Nato-Russlandrat. Wenn sich die Krise um die Ostukraine überhaupt lösen lässt, dann auf diesen Ebenen.

Die beharrlich wiederholte Kritik von Außenminister Steinmeier an westlichem „Kriegsgeheul“ und „Säbelrasseln“ wundert vor diesem Hintergrund umso mehr. Schließlich sind die Nato-Übungen im Osten der EU keine mutwillige Provokation, sondern eine Reaktion auf wiedererwachte Ängste in Polen und im Baltikum nach Russlands Annexion der Krim sowie auf eine große Zahl provokativer Flugmanöver über der Ostsee. Oder sollten Steinmeiers Einlassungen Ausdruck des von Gabriel verordneten SPD-Linksrucks sein? Das wäre eine arg kostspielige Profilierungsaktion, weil sie die östlichen EU-Staaten verunsichert und die Nato verärgert.

Putin selbst wiederum dürften Gabriels Aufwartung, Steinmeiers Nato-Schelte und die CSU-Kritik an den Sanktionen kaum kompromissbereiter machen, sondern vielmehr in seiner Ansicht bestärken, dass die westliche Front in puncto Ukraine vor dem Zusammenbruch steht. Das unrühmliche Ende vom Lied könnte ein Sieg der Skrupellosigkeit sein – mit ein bisschen deutscher Hilfe.

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