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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

Geht Seehofer nach Berlin?

Kommentar: Ein Hauch von Abschied

Geht Seehofer nach Berlin? In der CSU wächst der Druck auf den Parteichef, als Superminister für Sicherheit und Migration der Kanzlerin Paroli zu bieten. 

Die unendliche Geschichte des Streits um den Länderfinanzausgleich hat auf wundersame Weise doch noch ein Ende gefunden – und ein (aus bayerischer Sicht) glückliches obendrein: Nach dem jetzt erzielten Durchbruch spart sich der Freistaat künftig zu Lasten des Bundes über eine Milliarde Euro pro Jahr. Den „wichtigsten Erfolg für Bayern in meiner gesamten Laufbahn“ bejubelte prompt Ministerpräsident Horst Seehofer. In dem Satz schwingt viel Stolz über den in der Tat eindrucksvollen Verhandlungserfolg mit – aber auch ein Hauch von Abschied: Wenn das Beste nun schon geschafft ist, was wäre dann noch von einer weiteren Amtszeit über 2018 hinaus zu erwarten?

Die Zeichen verdichten sich, dass Horst Seehofer sich dem Ende seiner bayerischen Mission nähert. Offen lässt er vorerst noch die Frage, ob er in Berlin als Superminister in die Verlängerung geht: Auch dort harrt in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik noch eine Aufgabe historischer Dimension ihrer Bewältigung. Seehofer spürt den gewaltigen Erwartungsdruck, der auf ihm lastet. Er soll, so wollen es seine Bayern und viele andere Bundesbürger, die Kanzlerin zur Umkehr bewegen und die Migrationspolitik vom Kopf auf die Füße stellen. Um sich von diesem täglich wachsenden Druck zu befreien, bringt der CSU-Chef ja nervös immer wieder neue Namen ins Spiel. Mal soll Söder die Dinge in Berlin richten, mal Herrmann.

Doch die Zeit der Spielchen ist vorbei. Die CSU ist der ständig neuen Volten ihres Chefs überdrüssig, sie bereitet sich auf die Machtübernahme Söders in München vor und hofft, dass Seehofer in Berlin der Kanzlerin Paroli bietet. Auch der Ehrenvorsitzende Stoiber hat sich festgelegt: Seehofer soll springen.

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