IS
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Über1500 Menschen protestieren in Berlin gegen den Terror des Islamischen Staates und die Belagerung der Stadt Kobane (Ain al-Arab) durch den IS.

Auch Deutschland im Fokus

Kommt der IS-Terror nach Europa?

Berlin - Die extremistische Miliz Islamischer Staat (IS) versucht nach Zeitungsinformationen, Terrorkommandos als Flüchtlinge getarnt nach Europa zu schleusen.

Aus je vier Terroristen bestehende Gruppen sollten die syrisch-türkische Grenze überqueren und mit Hilfe gefälschter Pässe weiter nach Westeuropa reisen, auch nach Deutschland. Dort sollten sie Anschläge verüben, schreibt die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Aus abgehörten Gesprächen hätten US-Geheimdienste auch erfahren, dass die Terroristen wegen der strengeren Kontrollen an Airports keine Flugzeuge benutzen sollen. Deutschen Behörden ist das Szenario laut Zeitung bekannt, dies hätten Regierungskreise bestätigt.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag auf Anfrage lediglich: „Deutschland steht nach wie vor im Fokus des dschihadistischen Terrorismus.“ Daraus resultiere eine abstrakt hohe Gefährdung für die innere Sicherheit. Derzeit gebe es jedoch keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen.

Unterdessen ziehen radikalislamische Kämpfer aus Deutschland nach Beobachtung der Sicherheitsbehörden zunehmend von Pakistan Richtung Syrien. Deutsche Nachrichtendienste gingen davon aus, dass sich einige Dschihadisten, die vor Jahren in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auswanderten, inzwischen in Syrien befänden oder auf dem Weg dorthin seien, berichtete „Die Welt“ unter Berufung auf Sicherheitskreise.

„Der Bürgerkrieg in Syrien und die Terrorgruppe Islamischer Staat üben aktuell die größte Anziehungskraft für kampfeswillige Islamisten aus“, sagte ein nicht namentlich genannter Vertreter der Sicherheitsbehörden der Zeitung. Derzeit sollen sich dem Bericht zufolge noch rund 20 Islamisten aus Deutschland in der Grenzregion aufhalten, ursprünglich seien bis zu 100 in die Ausbildungslager des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer Gruppen gezogen.

Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass inzwischen rund 450 radikalisierte Muslime aus Deutschland in Richtung Syrien ausgereist sind, um sich dort am Kampf des IS zu beteiligen oder die Miliz zu unterstützen. Etwa 150 davon sind zwischenzeitlich zurückgekehrt.

Eltern von US-Geisel flehen IS um Freilassung an

Nach der Enthauptung des Briten Alan Henning durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben die Eltern einer US-Geisel um deren Freilassung gefleht. "Wir bitten seine Entführer inständig, Gnade zu zeigen und ihre Stärke zu nutzen, um unseren Sohn gehen zu lassen", erklärten Ed und Paula Kassig in einem am Samstag auf YouTube veröffentlichten dreiminütigen Video. Ihr Sohn Peter Kassig war zuvor in dem Video zu sehen, in dem der IS am Freitag die brutale Ermordung Hennings zeigte.

Der 26-jährige frühere US-Soldat Peter Kassig hatte in der Türkei eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet. Nach Angaben seiner Eltern entwickelte er mit der Zeit eine tiefe Bindung zu den Menschen in Syrien, so dass er schließlich "den Islam annahm". Vor einem Jahr, am 1. Oktober, sei er verschleppt worden. Laut den Eltern hatten sie mehrere Botschaften von ihrem Sohn erhalten. Sie hätten zudem vergeblich versucht, Einfluss auf Washington auszuüben.

Auch der britische Taxifahrer Henning wollte den Menschen in Syrien helfen. Der 47-jährige Vater zweier Kinder war im Dezember im Norden Syriens verschleppt worden, als er Hilfsgüter für Flüchtlinge in das Bürgerkriegsland brachte. Der IS tötete ihn nach eigenen Angaben als Vergeltung für die britische Beteiligung an den Luftangriffen gegen seine Kämpfer.

Mit dem Mord an Henning wurden nunmehr vier Geiseln von der IS-Miliz enthauptet. Zudem ermordeten Dschihadisten in Algerien einen französischen Touristen, nachdem sie ein Ende der Angriffe auf die IS-Miliz gefordert hatten.

Aktivisten: IS-Kämpfer nehmen Hügel bei Kobane teilweise ein

Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat laut Aktivisten einen strategisch wichtigen Hügel nahe der belagerten syrischen Stadt Kobane teilweise eingenommen. Die Extremisten hätten am Samstagabend die Kontrolle über den südlichen Teil des Hügels Maschtanur südwestlich der Kurdenstadt an der Grenze zur Türkei übernommen, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Sonntag. Sollten die IS-Kämpfer den gesamten Hügel erobern, könnten sie ganz Kobane unter Beschuss nehmen.

Der Vormarsch der IS-Kämpfer auf die Stadt wurde laut Rahman allerdings durch weitere Luftangriffe der internationalen Koalition behindert. Am Samstagabend flog die internationale Allianz demnach sieben Luftangriffe auf IS-Stellungen. Der Aktivist Mustapha Abdi sagte, ohne die Luftangriffe vom Samstag wären die IS-Kämpfer bereits bis ins Zentrum von Kobane vorgerückt. Seinen Angaben zufolge ging der Beschuss der Stadt am Sonntag weiter.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein breites Netzwerk von Aktivisten und Ärzten vor Ort stützt, wurden bei den Gefechten am Samstag 23 kurdische Kämpfer getötet. Unter den IS-Dschihadisten habe es durch die Kämpfe und Luftangriffe 33 Tote gegeben. Die IS-Kämpfer haben die auf arabisch Ain al-Arab genannte Stadt im syrischen Kurdengebiet umstellt. Aus Kobane und den umliegenden Dörfern flohen 180.000 Menschen über die Grenze in die Türkei.

afp/dpa

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