Winfried Kretschmann
+
Winfried Kretschmann hätte gerne mehr Zeit zum Nachdenken und Reagieren.

Grünen-Ministerpräsident über digitale Medien

Kretschmann kritisiert Smartphones in der Politik

Berlin - Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann bedauert die Schnelllebigkeit durch Smartphones in der Politik. Er wünsche sich teilweise die Zeiten zurück, vor der Erfindung des Faxgerätes.

Die Kurzatmigkeit der Politik macht dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (64) zu schaffen. „Es wird erwartet, dass man in Echtzeit reagiert“, sagte der baden-württembergische Regierungschef am Samstag der „Tageszeitung“ („taz“/Samstag). Schuld daran seien „Smartphones und all diese wunderbaren Geräte“. Er träume manchmal von den Zeiten vor der Erfindung des Faxgerätes. „Es dauerte, bevor ein Schriftsatz zurückkam. Ein herrlicher Zeitpuffer, in dem man nachdenken, sich besprechen, recherchieren konnte.“

Kretschmann twittert nicht

Kretschmann nutzt die neuen technischen Möglichkeiten nur sehr beschränkt.Im Gegensatz zu anderen Spitzenpolitikern twittert er nicht. „Ich warte auf den Frühling und freue mich aufs Zwitschern. Von den Vögeln.“ Auch Kurznachrichten per Smartphone sind nicht seine Welt. Das passe eher zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). SMS-Botschaften entsprächen Merkels Regierungsstil: „In der Krise schnell handeln, reagieren, moderieren“, sagte Kretschmann.

Die Kurzatmigkeit stelle Politiker immer wieder vor ein Dilemma. Als Beispiel nannte Kretschmann die Ernennung des neuen Papstes, zu dem er schnell eine Stellungnahme abgeben sollte, obwohl er den früheren Erzbischof von Buenos Aires nicht kannte. In so einem Fall habe man als Politiker nur die Alternative: „Entweder ich sage etwas, auch wenn ich wenig weiß. Oder ich recherchiere, denke nach und komme in den Medien nicht vor.“ Und die zweite Variante sei eigentlich keine, denn „wenn ich, der politische Oberkatholik der Nation, nichts zum neuen Papst sage, denken viele: Der hat was gegen den.“

dpa

Meistgelesene Artikel

FPÖ-Chef Strache spendet 9000 Euro für Flüchtlingshilfe

Wien - Ausgerechnet Heinz-Christian Strache, Chef der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich, spendet 9000 Euro für die Flüchtlingshilfe. Allerdings nicht ganz …
FPÖ-Chef Strache spendet 9000 Euro für Flüchtlingshilfe

Nach Schindler geht auch Vizepräsident des BND

So ganz klar ist bis heute nicht, weshalb BND-Chef Schindler seinen Posten räumen muss. Nun wird beim Bundesnachrichtendienst auch der Abgang des Vizes bekannt. Die …
Nach Schindler geht auch Vizepräsident des BND

Nach "Sex-Mobbing": Ex-CSU-Frau plaudert bei RTL über ihre Brüste

München - Erinnern Sie sich noch an Ex-CSU-Frau Mareike Daum? Sie warf der Partei Sex-Mobbing vor. Jetzt spricht sie bei RTL über ihre Brüste und "Playboy"-Aufnahmen. …
Nach "Sex-Mobbing": Ex-CSU-Frau plaudert bei RTL über ihre Brüste

Fluchtwelle aus Libyen: El Niño überleben

Tripolis - Hunderttausende warten in Libyen auf die Gelegenheit zur Flucht Richtung Europa. Was treibt die Menschen zur Flucht? Ein Gastbeitrag von Ertharin Cousin, …
Fluchtwelle aus Libyen: El Niño überleben

Kommentare