Die Spitzenkandidaten Guido Wolf (l, CDU) und Winfried Kretschmann (r, Bündnis 90/Die Grünen) stehen am 10.03.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) in einem Fernsehstudio des SWR.
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Die Spitzenkandidaten Guido Wolf (l, CDU) und Winfried Kretschmann (r, Bündnis 90/Die Grünen) stehen am 10.03.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) in einem Fernsehstudio des SWR.

Kritik an AfD, Lob für Merkel

Klare Worte in TV-Elefantenrunden - Umfrage sieht Mainzer SPD vorn

Mainz/Stuttgart/Magdeburg - Malu Dreyer könnte der Bundes-SPD am Sonntag ein Wahldebakel ersparen: Erstmals seit Monaten zieht sie in einer Umfrage an CDU-Vize Klöckner vorbei.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat laut der Umfrage gut Lachen.

Am Super-Wahlsonntag droht der CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine schwere Niederlage. In Rheinland-Pfalz überholt nach dem ZDF-„Politbarometer“ die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer erstmals seit Monaten die CDU von Herausforderin Julia Klöckner. In Baden-Württemberg vergrößert sich der Vorsprung der Grünen von Regierungschef Winfried Kretschmann zur oppositionellen CDU. Nur in Sachsen-Anhalt ist CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff demnach unangefochten, ergab die am späten Donnerstagabend veröffentlichte Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen.

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist aber ungewiss, wer dort jeweils regieren kann. Weder die grün-rote Koalition in Stuttgart noch die rot-grüne in Mainz haben demnach derzeit eine Mehrheit. Möglich wären eine Zweierkonstellation von Grünen und CDU in Baden-Württemberg oder eine große Koalition in Rheinland-Pfalz - oder verschiedene Dreierbündnisse unter Einschluss der FDP. Die AfD kann zwar demnach auf Anhieb mit starken Ergebnissen in alle drei Landtage einziehen, ein Zusammengehen hatten aber alle anderen Parteien ausgeschlossen.

In Baden-Württemberg kommt die CDU von Spitzenkandidat Guido Wolf derzeit nur noch auf 29 Prozent (gegenüber der Vorwoche minus 1 Punkt) und liegt deutlich hinter den Grünen mit 32 Prozent. Die SPD erreicht 14 Prozent (plus 1), die AfD unverändert 11. Die FDP kommt auf 6 (minus 1), die Linke auf 4 Prozent.

In Rheinland-Pfalz verbessert sich die Dreyers SPD auf 36 Prozent (plus 2) und schiebt sich damit vor Klöckners CDU mit unverändert 35 Prozent. Die AfD verliert leicht auf 9 Prozent (minus 1). Die Grünen kommen auf 5,5 Prozent (minus 0,5), die FDP auf 7, die Linken auf 3 Prozent (minus 1)

In Sachsen-Anhalt liegt die CDU bei 32 Prozent (unverändert), weit vor ihrem Koalitionspartner SPD mit 14 Prozent (minus 1). Die Linke würde zurzeit mit 21 Prozent (plus 1) zweitstärkste Partei bleiben. Die AfD steigert sich nochmal auf 18 Prozent (plus 1). Die Grünen erreichen dort derzeit 5 Prozent (unverändert), die Freidemokraten 4,5 (plus 0,5).

Bei allen Wahlen dominiert das Thema Flüchtlinge und Asyl. In den beiden westlichen Ländern meint jeweils eine Mehrheit, dass Merkel dabei ihre Sache eher gut macht (Baden-Württemberg: 57 Prozent; Rheinland-Pfalz: 62). In Sachsen-Anhalt sind die Meinungen geteilt (eher gut: 47; eher schlecht: 46). Sowohl Kretschmann als auch Dreyer unterstützen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin - dagegen haben sich die CDU-Spitzenkandidaten Wolf und Klöckner von Merkel abgesetzt. Haseloff gehört ebenfalls zu den Kritikern der Kanzlerin, kommt damit aber im Osten offensichtlich besser an.

TV-"Elefantenrunde“ ohne Dreyer

Am Abend gab es in den beiden Südwestländern noch einmal Fernseh-„Elefantenrunden“. Im SWR lobt Kretschmann erneut Merkels Flüchtlingskurs und sagte: „Die Kanzlerin ist eine erfahrene Krisenmanagerin.“ Wolf entgegnete, dass es nicht reiche, Merkel zu verstehen - sie brauche auch Unterstützung etwa bei der Verschärfung der Asylpolitik.

In der Mainzer TV-Runde war der Umgang mit der AfD eines der bestimmenden Themen. „Wir bekämpfen Rechtspopulismus hier im Land“, sagte der SPD-Landesvorsitzende Roger Lewentz. Klöckner stimmte zu: „Dort, wo gegen Ausländer und dort wo gegen Andersdenkende gehetzt wird, da muss man ganz klare Kante zeigen.“ Lewentz vertrat Dreyer, die sich geweigert hatte, mit der AfD im Fernsehen zu diskutieren.

dpa

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