Landtagswahl Brandenburg
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Vor der Wahl: In ganz Brandenburg hängen zur Zeit Plakate mit den Parolen der Parteien um noch einmal ordentlich die Werbetrommel vor dem 14. September zu rühren.

Parteien, Kandidaten, Prognosen

Landtagswahl in Brandenburg: Das sind die Fakten

Potsdam - Neben Thüringen findet am Sonntag, den 14. September 2014, auch in Brandenburg eine Landtagswahl statt. Alles was Sie vorab zu Kandidaten, Prognosen und rund um den Wahlkampf wissen sollten, erfahren Sie hier im Überblick.

Update vom 14. September 2014: Die Wahllokale in Brandenburg haben geöffnet! Wir halten Sie in unserem News-Ticker zur Landtagswahl den ganzen Tag über Entwicklungen, Hintergründe, Ergebnisse und Reaktionen auf dem Laufenden.

Insgesamt sind 2,81 Millionen Bürger in Brandenburg sind am 14. September 2014 zur Landtagswahl aufgerufen. Dazu kommen ca. 120.000 16- und 17-Jährige. Seit 2011 sind diese in Brandenburg auch stimmberechtigt - ein echtes Novum! Die Stimmabgabe erfolgt in den Wahllokalen, die von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet sein werden, oder per Briefwahl. Neben Brandenburg wählt am 14. September auch Thüringen einen neuen Landtag.

Bei der Landtagswahl werden 88 Abgeordnete in 44 Wahlkreisen gewählt. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er den Abgeordneten seines Wahlkreises. Die Zweitstimme bezieht sich auf die Liste einer Partei. Der Wähler bestimmt damit die Stärke einer Partei im künftigen Landtag. Dieser wird für die nächsten fünf Jahre gewählt.

Insgesamt stehen in Brandenburg elf Parteien zur Wahl. Neu mit dabei sind die AfD und die Piratenpartei. Letztere war bei der Landtagswahl 2009 nicht angetreten.

Die Parteien der Landtagswahl in Brandenburg

Partei Spitzenkandidaten Mitgliederzahl
SPD Dietmar Woidke 6.300
LINKE Christian Görke 7.171
CDU Michael Schierack 6.390
FDP Andreas Büttner 1.300
Grüne Ursula Nonnemacher 669
NPD Klaus Beier 300
BVB/Freie Wähler Christoph Schulze 680
REP Heiko Müller k. A.
DKP  Mario Berrios Miranda 112
AfD Alexander Gauland 530
Piraten Nadine Heckendorn 970

Als Favorit für den Ministerposten gilt der amtierende SPD-Kandidat Dietmar Woidke. Nach einer aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers käme seine Partei bei der Landtagswahl als stärkste Kraft auf 33 Prozent. Herausforderer ist Michael Schierack von der CDU. Woidke will im Falle eines Wahlsieges sowohl mit ihm als auch mit der Linken Sondierungsgespräche führen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will sein Amt bei der Landtagswahl in Brandenburg verteidigen.

Bei der Landtagswahl 2009 hatte sich die SPD für die Linken als Koalitionspartner entschieden. Es kam zur rot-roten Koalition in Brandenburg. Ministerpräsident war damals Matthias Platzeck. Nach dessen Rücktritt am 28. August 2013 aus gesundheitlichen Gründen übernahm Dietmar Woidke seinen Posten. Dieser erklärte bereits vorab, er könne sich bei einem erneuten Wahlsieg weiterhin eine Zusammenarbeit mit den Linken vorstellen. Aber auch eine Koalition mit der CDU hält der SPD-Spitzenkandidat für denkbar. Vor seiner Position als Ministerpräsident von Brandenburg war Woidke Innenminister gewesen. Mehr Geld für Bildung und Lehrer, mehr Erzieher und bessere Straßenverhältnisse - das sind die Wahlziele mit denen Woidke bei der Landtagswahl am 14. September bei den Bürgern punkten will.

Michael Schierack geht bei der Landtagswahl in Brandenburg als Spitzenkandidat der CDU ins Rennen um den Ministerposten.

CDU-Spitzenkandidat Michael Schierack liegt mit seiner Partei in Umfragen mit 25 Prozent aktuell auf Platz zwei. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa äußerte er vor der Landtagswahl, dass er im Falle eines Sieges eine Koalition mit der AfD kategorisch ablehne. Die rechtskonservative Partei liegt aktuellen Umfragen zufolge bei etwa 8 Prozent. Auch eine Koalition mit der starken SPD ist nach der Wahl in der nächsten Legislaturperiode möglich. Jedenfalls erklärte SPD-Spitzenkandidat Woidke, dass er sich eine solche Zusammenarbeit vorstellen könne. Die CDU wirbt in Brandenburg mit mehr Engagement gegen Armut. Vor allem mit Bildung ließe sich diese bekämpfen. Außerdem solle es mehr Geld für Brandenburgs Straßen und Kitas geben.

Die Ergebnisse von vier Sonntagsfragen im Überblick

Institut Datum SPD LINKE CDU FDP GRÜNE NPD PIRATEN AfD Sonstige
Forschungsgruppe Wahlen 04.09.2014 33 % 21 % 25 % 6 % 8 % 7 %
Infratest dimap 27.08.2014 33 % 21 % 27 % 2 % 5 % 6 % 6 %
Forsa 23.08.2014 34 % 22 % 23 % 3 % 6 % 6 % 6 %
INSA 08.08.2014 34 % 22 % 25 % 3 % 5 % 5 % 6 %
Infratest dimap 04.06.2014 30 % 23 % 28 % 2 % 6 % 6 % 5 %

Laut einer Umfrage des "ZDF-Politbarometer Extra" vom vergangenen Donnerstag liegt die SPD mit 33 Prozent der Stimmen eindeutig vorn. Woidke hätte dann die freie Wahl, sich einen Koalitionspartner auszusuchen. Exakt dasselbe Ergebnis hatte die Partei schon bei der Landtagswahl 2009 erzielt. Die CDU würde der ZDF-Umfrage zufolge 25 Prozent erreichen, die Linke 21 Prozent. Die Grünen schaffen ein Ergebnis von 6, die AfD sogar 8 Prozent.

Wer sich noch nicht sicher ist, wem er am 14.September in Brandenburg seine Stimme geben soll, der kann auch bei dieser Landtagswahl wieder auf den Wahl-O-Maten zurückgreifen, der die eigenen Positionen mit denen der elf Parteien abgleicht.

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