Landtagswahl Thüringen, Wahl-Plakate
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Die Bildkombo zeigt Großplakate der Parteien (von links oben im Uhrzeigersinn) CDU, Linke, FDP und SPD, die in Thüringen vor der Landtagswahl 2014 das Straßenbild bestimmen.

Kandidaten, Prognosen und Infos

Landtagswahl in Thüringen: Das müssen Sie wissen

Erfurt - Am 14. September 2014 sind in Thüringen 1,84 Millionen Menschen zur Landtagswahl aufgerufen. Hier finden Sie einen Überblick über die Kandidaten, die Prognosen und wichtige Informationen.

Update vom 14. September 2014: Die Wahllokale in Thüringen haben geöffnet! Wir halten Sie in unserem News-Ticker zur Landtagswahl den ganzen Tag über Entwicklungen, Hintergründe, Ergebnisse und Reaktionen auf dem Laufenden.

Die Landtagswahl in Thüringen findet ebenso wie die Landtagswahl in Brandenburg am 14. September 2014 statt. Das Bundesland ist in 44 Wahlkreise aufgeteilt. Zur Landtagswahl aufgerufen sind 1,84 Millionen Menschen - darunter rund 39.000 Erstwähler. Sie können ihre Stimme zwischen 8 und 18 Uhr in einem von 3000 Wahllokalen in ganz Thüringen abgeben - oder Briefwahl beantragen. Mit ihrer Erststimme können die Wähler einen Kandidaten in ihrem Wahlkreis wählen. Die Zweitstimme gilt der Landesliste. Die Summe der Zweitstimmen, die eine Partei erhält, bestimmt maßgeblich die Parlamentssitze, die ihr zugewiesen werden. Einem Bericht des MDR zufolge wurden die Kosten für die Landtagswahl in Thüringen mit rund zwei Millionen Euro beziffert.

Insgesamt stellen sich 406 Frauen und Männer von zwölf verschiedenen Parteien für die 88 Mandate im Thüringer Landtag zur Wahl. Acht Parteien waren bereits bei der Landtagswahl vor fünf Jahren dabei: CDU, Linke, SPD, FDP, Grüne, Freie Wähler, Republikaner und NPD. Neu mit dabei sind 2014 die AfD, die Piraten, die KPD und "Die Partei".

Landtagswahl in Thüringen: Die Parteien im Überblick

Partei Spitzenkandidat/in Mitgliederzahl der Partei
CDU Christine Lieberknecht 12.000
Die Linke  Bodo Ramelow 5.387
SPD Heike Taubert 4.500
FDP Uwe Barth 1.269
Bündnis 90/Die Grünen Anja Siegesmund 1.269
NPD Patrick Wieschke 350
Freie Wähler  Marco Tasch 100
REP Detlev Stauch 500
AfD Björn Höcke 350
KPD Torsten Schöwitz 30
Die PARTEI Gildo Eggs 170
Piraten Alexandra Bernhardt 507

Den aktuellen Umfragen zufolge wird voraussichtlich Christine Lieberknecht (CDU) Ministerpräsidentin von Thüringen bleiben oder von Bodo Ramelow (Linke) im Amt abgelöst werden.

Christine Lieberknecht (CDU)

Christine Lieberknecht wurde bei der Landtagswahl 2009 zum ersten Mal zur Ministerpräsidentin gewählt. Damit ist sie die erste Frau in der CDU, die ein solches Amt bekleiden darf. Ebenfalls seit 2009 ist sie Landesvorsitzende der CDU Thüringen. Lieberknecht kam an die Macht, als ihre Partei in Thüringen erstmals die absolute Mehrheit verlor. Nach dem katastrophalen Ergebnis der Landtagswahl 2009 trat ihr Vorgänger Dieter Althaus vom Amt des Ministerpräsidenten zurück und machte den Weg frei für die heute 56-Jährige. Der Thüringer Landtag brauchte im Oktober 2009 allerdings drei Wahlgänge, um Lieberknecht zur Ministerpräsidentin zu machen. Zwei Mal fehlte damals je eine Stimme zur absoluten Mehrheit. Im dritten Durchgang, bei dem nur eine einfache Mehrheit nötig ist, kandidierte dann auch Bodo Ramelow, der Spitzenkandidat der Linken. Er konnte sich allerdings nicht gegen seine weibliche Konkurrentin durchsetzen.

Bodo Ramelow (Linke)

Bei der Landtagswahl 2014 erhält Ramelow, der erneut für die Linke ins Rennen um den Posten des Ministerpräsidenten von Thüringen geht, nun eine neue Chance. Nachdem Bodo Ramelow es um die Jahrtausendwende in den Thüringer Landtag geschafft hatte, sammelte er dort Erfahrungen als "Ein-Mann-Opposition". Von 2005 bis 2009 schnupperte er dann Bundestagsluft, bevor er anschließend wieder in die Landespolitik zurückkehrte. Vor der Landtagswahl 2014 kritisierte der Spitzenkandidat der Linken die amtierende schwarz-rote Regierung in Sachen Verkehrs-, Bildungs- und Haushaltspolitik. Und: Seine Chancen stehen gar nicht schlecht, das Rennen um die Staatskanzlei für sich zu entscheiden. Umfragen zufolge könnte es Bodo Ramelow mit einem rot-rot-grünen Bündnis durchaus auf den Ministerpräsidenten-Posten schaffen.

Landtagswahl 2014 in Thüringen: Ergebnisse von drei Sonntagsumfragen

Institut Befragte Datum CDU SPD GRÜNE FDP LINKE PIRATEN AfD Sonstige
INSA 500 23.07.–01.08. 34 % 19 % 6 % 4 % 26 % - 5 % 6 %
Infratest dimap 1.000 09.07.–13.07. 36 % 19 % 6 % 2 % 27 % 4 %

NPD 2 %

Sonst. 4 %

INSA 2.009 05.06.–01.07. 33 % 18 % 6 % 3 % 25 % 2 % 7 % FW 2 % Sonst. 4 %

Dürften die Thüringer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, würden 37 Prozent sich für Christine Lieberknecht und 24 Prozent für Bodo Ramelow entscheiden. 17 Prozent würden ihre Stimme dem Spitzenkandidatin der SPD, Heike Taubert, geben. 22 Prozent gaben gegenüber Infratest dimap bei der Umfrage an, sie wüssten es noch nicht - beziehungsweise würden einen anderen Kandidaten vorziehen.

Wer sich noch nicht sicher ist, welcher Partei er seine Stimme bei der Landtagswahl in Thüringen geben soll, kann seine Standpunkte mit Hilfe eines Wahl-O-Mats mit den Antworten von CDU, Linke, SPD, Gründe & Co. vergleichen.

Andrea Pientka

Andrea Pientka

E-Mail:andrea.pientka@merkur.de

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