Landtagswahl Thüringen 2014, Lieberknecht, Thüringen
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Die amtierende Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht feiert das Ergebnis der Wahl.

Wahllokale haben geöffnet

Thüringen-Wahl: Schwarz-Rot oder Rot-Rot-Grün?

Erfurt - In Thüringen blieb die CDU von Ministerpräsidentin Lieberknecht bei der Wahl am Sonntag klar die stärkste Kraft, sie könnte aber von einem rot-rot-grünen Bündnis abgelöst werden. Hier finden Sie die Ereignisse des Tages im News-Ticker zum Nachlesen.

Amtliches Endergebnis Thüringen

CDU 33,5

SPD

12,4

Grüne

5,7

Linke

28,2
AfD 10,6

FDP

2,5

+++ In Thüringen hat die CDU die Landtagswahl mit 33,5 Prozent klar gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen ist sowohl eine Neuauflage der schwarz-roten Koalition als auch ein Machtwechsel zu Rot-Rot-Grün möglich.

+++ Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow hat sein Direktmandat in Erfurt nicht verteidigen können. Mit 31,5 Prozent unterlag er Marion Walsmann von der CDU, die auf 33,8 Prozent kam. Walsmann war seit 2010 Staatskanzleiministerin. Ein Jahr vor der Wahl wurde sie von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) entlassen. 2009 hatte Ramelow gegen Walsmann mit zwei Zehntelpunkten Vorsprung gewonnen.

+++ CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht will die neu im Thüringer Landtag vertretene Alternative für Deutschland (AfD) mit Argumenten entzaubern. „Die AfD wird Opposition sein und wir werden uns mit ihr auseinandersetzen. Am Ende müssen die Argumente zählen“, sagte Lieberknecht am Sonntag in Erfurt. Die CDU sei es gewohnt, Probleme aufzugreifen und zu lösen und „nicht mit populistischen Schlagzeilen zu versehen“. Den Grund für den Erfolg der AfD sieht Lieberknecht jedenfalls nicht bei der CDU. „Da müssen Sie andere Parteien fragen. Die Union hat den stärksten Stimmenzuwachs“, betonte sie.

+++ Die SPD will nach ihrem Absturz auf 12,6 Prozent in Thüringen dort keine schnellen Gespräche über die Regierungsbildung führen. "Die Situation in Thüringen ist für uns dramatisch", sagte die Generalsekretärin der Bundes-SPD, Yasmin Fahimi, am Sonntagabend in der ARD. "Wir müssen intern sehr ernsthaft beraten und uns nicht überstürzt in Sondierungsgespräche stürzen, sondern überlegen, welche Art des Neuanfangs es für die SPD geben kann." Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuvor von der Notwendigkeit eines "Neuanfangs" in Thüringen gesprochen, ohne dies aber näher zu erläutern.

+++ Nach der Landtagswahl in Thüringen träfe ein Bündnis aus CDU und SPD laut einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen auf die größte Zustimmung. 43 Prozent der Befragten fänden das gut, teilte die Forschungsgruppe am Sonntagabend mit. Rot-Rot-Grün bewerteten nur 39 Prozent positiv. Vor die Wahl gestellt, würden knapp zwei Drittel der SPD-Anhänger eine Neuauflage der schwarz-roten Koalition dem Novum einer Linke-geführten Landesregierung vorziehen. Dass die Linke den Ministerpräsidenten stellen und eine Regierung führen kann, bezweifeln laut der Forschungsgruppe 48 Prozent aller Befragten. 47 Prozent trauen dies der Partei dagegen zu.

+++ Die CDU hat die Landtagswahl in Thüringen gewonnen, es ist aber nicht sicher, ob sie an der Regierung bleibt. Rechnerisch war nach Hochrechnungen von ARD und ZDF auch eine rot-rot-grüne Koalition möglich - obwohl die SPD das schwächste Ergebnis seit der Wiedervereinigung in dem Bundesland einfuhr. In der Sitzverteilung deutete sich sowohl für Rot-Rot-Grün als auch für Schwarz-Rot eine knappe Mehrheit an. Sowohl CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht als auch Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow riefen sich als Wahlsieger aus.

+++ Nach der Landtagswahl in Brandenburg ist laut einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen keine eindeutige Präferenz für eine bestimme Koalition erkennbar. Für ein SPD-geführtes rot-rotes Bündnis sprechen sich 44 Prozent aus, für eine Koalition aus SPD und CDU 43 Prozent, wie die Forschungsgruppe am Sonntagabend mitteilte. Egal sei die Koalitionsentscheidung 18 Prozent der Befragten. Die erstmals bei Landtagswahlen wahlberechtigten 16- und 17-Jährigen entschieden sich laut der Analyse im Vergleich zu allen Wählern unter 30 Jahren häufiger für die Grünen, aber seltener für die Linke und die AfD.

+++ Die gesammelten Stimmen und Reaktionen zur Wahl in Thüringen finden Sie hier.

+++ Die CDU-Spitzenkandidatin Christine Lieberknecht hat sich zur Siegerin der Landtagswahl in Thüringen erklärt. „Ich freue mich riesig. Wir haben die Wahlen gewonnen“, sagte die amtierende Ministerpräsidentin am Sonntag in Erfurt. Die CDU sei die mit Abstand stärkste Partei und habe bei den Stimmen zugelegt. „Rot-Rot hat keine Mehrheit“, fügte sie hinzu. Der Auftrag zur Regierungsbildung liege bei der CDU. Die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre könne fortgesetzt werden, betonte Lieberknecht.

+++ Aus der Landtagswahl in Thüringen ist die bislang regierende CDU nach einer ersten Hochrechnung für die ARD als stärkste Kraft hervorgegangen. Der am Sonntag um 18.16 Uhr veröffentlichten Hochrechnung von Infratest dimap zufolge verbessern sich die Christdemokraten von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf 34,4 Prozent. Die Linkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten Bodo Ramelow kommt auf 27,9 Prozent, die SPD rutscht auf 12,4 Prozent ab. Die eurokritische AfD schafft mit 10,1 Prozent auf Anhieb den Sprung in den Landtag, während die Grünen mit 5,5 Prozent nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Die FDP ist mit 2,5 Prozent nicht mehr im Parlament vertreten.

+++ Aus der Landtagswahl in Thüringen ist die bislang regierende CDU nach einer Prognose für die ARD als stärkste Kraft hervorgegangen. Der am Sonntag um 18.00 Uhr veröffentlichten Prognose von Infratest dimap zufolge verbessern sich die Christdemokraten von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf 34,5 Prozent. Die Linkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten Bodo Ramelow kommt auf 28,0 Prozent, gefolgt von der SPD mit 12,5 Prozent. Die eurokritische AfD schafft mit 10,0 Prozent auf Anhieb den Sprung in den Landtag, während die Grünen mit 5,5 Prozent nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Die FDP ist mit 2,5 Prozent nicht mehr im Parlament vertreten.

+++ In Kürze gibt es die erste Prognosen zur Landtagswahl in Thüringen.

+++ In Thüringen hatte bis 14.00 Uhr nahezu jeder dritte Wahlberechtigte (30 Prozent) Uhr gewählt, wie Landeswahlleiter Günter Krombholz in Erfurt mitteilte. 2009 betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt 34,5 Prozent. Die Briefwähler sind dabei nicht enthalten.

+++ Nach schleppendem Beginn zog die Wahlbeteiligung in Thüringen im Laufe des Vormittags an. Bis 12 Uhr hatten nach Angaben des Landeswahlleiters bereits 19,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 18 Prozent.

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Grünen in Thüringen vor der Beteiligung an einer Landesregierung unter Führung der Linken gewarnt. Sie habe Achtung vor den Grünen, von denen sich viele vor 25 Jahren im Neuen Forum und anderen DDR-Bürgerrechtsbewegungen für die Freiheit eingesetzt hätten, sagte Merkel am Samstag beim CDU-Wahlkampfabschluss in Apolda. Dieselben Grünen seien jetzt bereit, mit der Linken zusammenzuarbeiten. „Da soll jetzt der Karl Marx in die Staatskanzlei getragen werden. Das kann doch nicht sein“, sagte Merkel.

+++ Der Linken-Spitzenkandidat Bodo Ramelow schätzt seine Chancen recht gut ein, bei der Landtagswahl in Thüringen das Amt des Ministerpräsidenten zu erringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Thüringer einem Bündnis unter seiner Führung das Vertrauen aussprächen, "sehe ich bei 50 zu 50", sagte Ramelow der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Der 58-Jährige deutete zugleich an, im Falle einer Niederlage nicht für eine dritte Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stehen. Ihn als ersten Linken-Politiker zum Regierungschef eines Bundeslandes zu wählen, sei an diesem Wochenende eine "einmalige Chance".

Wahllokale in Thüringen haben geöffnet

+++ In Thüringen hat am Sonntagmorgen die Landtagswahl  begonnen. Insgesamt sind 1,84 Millionen Menschen - darunter rund 39.000 Erstwähler - aufgerufen, über die Zusammensetzung des Landesparlaments zu entscheiden. Die Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet. Während bei der Landtagswahl in Brandenburg eine Fortsetzung von Rot-Rot wahrscheinlich ist, ist der Ausgang der Wahl in Thüringen offen. Die CDU unter Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht dürfte zwar erneut stärkste Partei werden, sie könnte aber nach 24 Jahren ihre Macht verlieren.

Die bisher mitregierende SPD schließt ein Bündnis unter Führung der Linken und mit Beteiligung der Grünen nicht aus. Die Sozialdemokraten sind in Thüringen nur drittstärkste Kraft, weshalb sie in einer Regierung lediglich Juniorpartner wären. Damit könnte mit Bodo Ramelow erstmals ein Politiker der Linken Regierungschef werden.

Lieberknecht hatte im Vorfeld der Wahl für eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition geworben und vor einem radikalen Richtungswechsel durch ein Bündnis mit den Linken gewarnt.

Landtagswahl in Thüringen - Hintergrund-Infos

Bei der Landtagswahl 2014 in Thüringen am Sonntag geht es vor allem um die Frage, ob Die Linke es schafft, ihren ersten Ministerpräsidenten zu stellen. Am 14. September sind 1,84 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In den letzten Umfragen arbeitete sich die Partei Prozentpunkt für Prozentpunkt an die führende CDU heran.

Spitzenkandidat Bodo Ramelow hat also tatsächlich reelle Chancen, Christine Lieberknecht von ihrem Posten als Ministerpräsidentin abzulösen. Dies liegt allerdings vor allem daran, dass die Thüringer ihr Oberhaupt nicht direkt, sondern nur die Parteien wählen können. Denn in diesem Fall würde Lieberknecht (CDU) mit 37 Prozent deutlich vor Ramelow (24 Prozent) führen.

AfD mit guten Chancen bei Landtagswahl in Thüringen

Zwölf verschiedene Parteien treten in Thüringen zur Landtagswahl an. Darunter auch erstmals die Alternative für Deutschland (AfD) und die vom Herausgeber des Satire-Magazins "Titanic" gegründete "Die Partei". Vor allem den Euroskeptikern von der AfD werden nach ihren Erfolgen in Sachsen einige Chancen auf einen Einzug in den Thüringer Landtag eingeräumt.

Über die Ereignisse des Wahltag sowie die neuesten Zahlen, Reaktionen und Stimmen ab 18 Uhr halten wir Sie in diesem News-Ticker auf dem Laufenden.

Thüringen hat gewählt - Bilder aus den Parteizentralen

Thüringen hat gewählt - Bilder aus den Parteizentralen

bix/hn/dpa/AFP

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