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Sieht sich als erstes Cyber-Mobbing-Opfer der Geschichte: Monica Lewinsky bei ihrer Rede auf einem Forbes-Kongress in Washington. 

20 Jahre nach der Sex-Affäre

Ihr neues Leben: Was macht eigentlich Monica Lewinsky?

London - Ihr Name ist mit dem der Clintons eng verbunden: Während Bill Clintons Frau Hillary in den US-Wahlkampf zieht, räumt seine Ex-Affäre Monica Lewinsky mit ihrer Vergangenheit auf - und erfindet sich dabei neu.

Man nannte sie Flittchen, Schlampe und Drachen: Es gab eine Zeit, da war Monica Lewinsky wohl die am meisten gedemütigte Frau der Welt. Die Sex-Affäre mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton beendete ihre Karriere im Weißen Haus und machte es ihr fast unmöglich, zurück ins Berufsleben zu finden. Überall, wo sie hinkam, eilte ihr Ruf ihr voraus.

Schuld und Sühne: Die Lewinsky-Affäre

Während der US-Präsident - nur knapp der Amtsenthebung entkommen - weiterhin regieren durfte, kämpfte die ehemalige Praktikantin des Weißen Hauses noch lange mit den Konsequenzen ihrer Liebschaft. Am 17. August 1998, um 22 Uhr Ortszeit das Geständnis: Ja, er habe eine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky gehabt. "Es war ein persönliches Versagen, für das ich allein und komplett verantwortlich bin", räumte Bill Clinton endlich ein. Zuvor hatte er die Affäre monatelang geleugnet. Der Satz "Ich hatte keine sexuellen Beziehungen mit dieser Frau" machte Clinton nach Bekanntwerden des Skandals zum Gespött und ging in die Geschichtsbücher ein. Seine Frau, Hillary Clinton, ließ ihn erst auf dem Sofa schlafen und vergab ihm schließlich. Derzeit strebt sie selbst nach einer Amtszeit im Oval Office, wie das Präsidentenbüro genannt wird. Als Präsidentin der Vereinigten Staaten würde sie dort sitzen, wo die Sex-Affäre ihres Mannes einst stattgefunden hat - im Westflügel des Weißen Hauses.

Rückzug und Tiefschläge

1998 hatte die inzwischen 25-Jährige Monica Lewinsky dem Sonderermittler ein blaues Kleid mit Sperma-Spuren übergeben, eine Mitarbeiterin hatte ihre detaillierten Schilderungen der Affäre aufgezeichnet: erdrückende Beweise. Fotos, auf denen Bill Clinton mit seiner Praktikantin zu sehen ist, tauchten auf und Monica Lewinsky bald unter. Sie verschwand aus dem politischen Amerika und zog sich auch sonst immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück - soweit das für eine Person ihres Bekanntheitsgrad möglich ist. Immer wieder hatte Lewinsky mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Doch sie versuchte, aus diesen Tiefschlägen Geld zu machen und warb als Sprecherin für die Schlankheitskuren der Marke Jenny Craig. Auch ihre Sicht der Dinge versuchte sie zu vermarkten - zunächst erfolglos. Noch im November 1998 veröffentlichte sie das Buch "Monica Speaks", das sich jedoch schlecht verkaufte. Etwas besser lief es kurze Zeit später mit einer  Biographie, in der sie ihre Sicht der präsidialen Sex-Affäre darlegt. "Monica Lewinsky. Ihre wahre Geschichte". Noch in den 90er-Jahren brachte Clintons Ex-Affäre unter dem Label "The Real Monica" teure Handtaschen auf den Markt - erfolglos. Nur noch selten ließ sich Monica Lewinsky in der Öffentlichkeit sehen: in Talkrunden und einer Realityshow.

Eine Geläuterte, die sich gegen Mobbing stark macht

Scheinbar am Tiefpunkt angekommen, ging es bald wieder bergauf: Monica Lewinsky, inzwischen über 30, zog 2005 nach England und studierte an der renommierten London School of Economics Sozialpsychologie. Das Thema ihrer Masterarbeit "Auf der Suche nach dem unparteiischen Geschworenen" liest sich wie die Überschrift zu ihrem Leben. Ihre skandalträchtige Vergangenheit, so sagt sie heute, sei ihr bei Bewerbungen oft im Weg gestanden. Der oftmals gnadenlose Umgang der Öffentlichkeit mit einzelnen Personen ist ein Thema, das sie auch heute noch interessiert. Inzwischen engagiert sie sich gegen Cyber-Mobbing. Bei einer Konferenz des US-Magazins "Forbes" sagte Lewinsky, sie sehe sich als erstes Online-Mobbing-Opfer der Geschichte. "Ich war der erste Patient. Die erste Person, deren Ruf durch das Internet weltweit zerstört wurde", so Lewinsky. Zwar hätte es zu dem Zeitpunkt weder Facebook noch Twitter gegeben. Aber schon damals hätten sich Verleumdungen und Klatsch im Netz schnell verbreitet. Für Aufsehen sorgte auch eine Rede bei der renommierten TED-Konferenz in Vancouver, die Monica Lewinsky vergangenes Jahr hielt. In "Der Preis der Scham" sprach sie über die Konsequenzen für die Opfer von Mobbing im Netz - aus eigener Erfahrung: "Ich habe mich in meinen Boss verliebt", sagte Monica Lewinsky in dem Video. "Aber mein Chef war der Präsident der Vereinigten Staaten." Über Nacht sei sie so von einer öffentlichen Person zu einer geächteten Figur geworden. Heute soll die 43-Jährige wieder in den Vereinigten Staaten leben.  

ae

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