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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Was auf dem Programm steht

Von der Leyen: Blitzbesuch in Afghanistan

Berlin - Truppenbesuch kurz vor Weihnachten: Verteidigungsministerin von der Leyen macht sich in Nordafghanistan ein Bild von der weiterhin angespannten Sicherheitslage.

Kurz vor der geplanten Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr besucht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die deutschen Soldaten am Hindukusch. Die CDU-Politikerin traf am Sonntagabend im Feldlager im nordafghanischen Masar-i-Scharif ein, wo Soldaten aus 21 Ländern zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte stationiert sind.

Von der Leyen will die Soldaten auf einen langfristigen Einsatz vorbereiten. „Die Grundbotschaft muss sein: Wir bleiben“, sagte sie auf dem Flug nach Masar-i-Scharif. „Die Unsicherheit über den Truppenabzug hat in den vergangenen Jahren unheimlich Vertrauen gekostet“, sagte von der Leyen. „Ich bin froh, dass die Grundstimmung unter den Partnern sich ins Gegenteil verändert hat.“

Der Abzug der internationalen Truppen wird zum Jahreswechsel wegen der angespannten Sicherheitslage zunächst für ein Jahr gestoppt. Die Bundeswehrtruppe soll sogar wieder von 850 auf bis zu 980 Soldaten aufgestockt werden.

Möglicherweise wird der Afghanistan-Einsatz trotzdem bald nicht mehr der größte der Bundeswehr sein. In den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak können bis zu 1200 Soldaten geschickt werden. In Afghanistan haben die Soldaten seit Anfang des Jahres keinen Kampfauftrag mehr.

Truppenbesuche vor Weihnachten haben Tradition

Die Truppenbesuche der Verteidigungsminister kurz vor Weihnachten haben Tradition. Von der Leyen will am Montag mit deutschen und afghanischen Soldaten sprechen, um sich über den Stand der Ausbildung zu informieren.

Die Nato-Außenminister hatten den Stopp des Truppenabzugs am Dienstag beschlossen. Der Grund ist die anhaltende Gewalt der radikalislamischen Taliban, die im September sogar die nordafghanische Provinzhauptstadt Kundus vorübergehend erobert hatten. Ursprünglich war schon für das kommende Frühjahr der Rückzug der Nato-Truppen aus den Provinzen in die Hauptstadt Kabul geplant.

In der Unruheprovinz Kundus, in der die Bundeswehr viele Jahre für die Sicherheit zuständig war, ist die Situation weiterhin besorgniserregend. In einem vertraulichen Lagebericht für den Bundestag von Ende November heißt es, in den Stadtgebieten sei die Sicherheitslage zeitweise und auf dem Land sogar zum Großteil „überwiegend nicht kontrollierbar“.

Die Gegenoffensive der afghanischen Streitkräfte in Kundus hält weiter an. Bei den Kämpfen sind nach afghanischen Angaben seit September 26 Soldaten der Regierungstruppen und 612 Aufständische getötet worden.

Künftig sollen Ausbilder der Nato wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden können. Zudem soll die Weitergabe von Aufklärungserkenntnissen an afghanische Sicherheitskräfte geprüft werden. So ließe sich möglicherweise verhindern, dass diese wie zuletzt in Kundus von Angriffen überrascht werden.

dpa

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