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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besichtigt in Afghanistan einen Bombenentschärfungs-Roboter des US-Militärs.

Das sagt sie zum Abzug

Truppenbesuch: Von der Leyen in Afghanistan

Masar-i-Scharif - Fünf Monate dauert der Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan noch. Verteidigungsministerin von der Leyen informiert sich vor Ort über den Truppenabzug und wie es danach weitergeht.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich gegen Alleingänge beim Truppenabzug aus Afghanistan ausgesprochen. „Für uns gilt nach wie vor die Grundregel: Wir sind im Bündnis reingegangen nach Afghanistan, und wir gehen im Bündnis raus“, sagte sie am Mittwoch bei einem Truppenbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif.

Die USA hatten Anfang Juni ohne Absprache mit den Nato-Partnern angekündigt, bis 2016 fast alle Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Sie sind seit Beginn des internationalen Militäreinsatzes der mit Abstand größte Truppensteller am Hindukusch. In fünf Monaten beendet die Nato ihre Kampfmission und will dann nur noch mit 12.000 Soldaten die afghanischen Streitkräfte ausbilden und beraten. Deutschland will sich mit 800 Soldaten beteiligen.

„Das wichtigste ist jetzt, dass die Erfolge, die erreicht worden sind, gemeinsam auch gesichert werden“, sagte von der Leyen. Sie warnte davor, Afghanistan angesichts zahlreicher anderer Krisen in der Welt zu vernachlässigen. „Es zählt auch zu unseren politischen Aufgaben, die Aufmerksamkeit weiter auf Afghanistan zu lenken.“

Es ist von der Leyens zweiter Truppenbesuch in Afghanistan. Zum ersten Mal war sie wenige Tage nach ihrem Amtsantritt kurz vor Weihnachten in Masar-i-Scharif.

Die Ministerin besuchte diesmal das afghanische Camp Shaheen und machte sich dort ein Bild von der Pionierausbildung und der Versorgung von Verletzten. Anschließend sprach sie im Hauptquartier der internationalen Schutztruppe Isaf für Nordafghanistan mit deutschen Soldaten.

Von den einst mehr als 5000 Bundeswehrkräften sind in Afghanistan nur noch 2400 übrig, davon 2000 in Masar-i-Scharif. Insgesamt gehören zur Isaf knapp 50 000 Soldaten aus 46 Ländern.

Für das Zustandekommen der Ausbildungsmission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) von 2015 an muss der neue afghanische Präsident ein Sicherheitsabkommen unterzeichnen, das den ausländischen Soldaten Schutz vor Strafverfolgung durch die afghanische Justiz gewährt. Das Ergebnis der Stichwahl zwischen den Kandidaten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani für das Präsidentenamt soll mit einer Neuauszählung von acht Millionen Stimmen überprüft werden.

Von der Leyen forderte beide Kandidaten auf, die Überprüfung der Wahl gemeinsam umzusetzen. „Das ist auch eine Frage des Respektes gegenüber den afghanischen Wählerinnen und Wählern, die mit großem Mut auch ihre Stimme erhoben haben.“

Afghanistan: Von der Leyen besucht Soldaten

Afghanistan: Von der Leyen besucht Soldaten

dpa

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