+
Früher Erzfeinde, heute Freunde: Schwarz-Grün regiert seit mehr als einem Jahr in Hessen. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv

Linke Grüne kritisieren Kurs: "Raus aus der Komfortzone"

Weimar (dpa) - Bei den Grünen bahnt sich neuer Streit über den künftigen Kurs der Partei an. Vertreter des linken Flügels warnen die Partei, zu sehr in die Mitte zu rücken und klare Positionen aufzugeben.

"Wir Grüne können und wollen es nicht allen recht machen, wir wollen uns nicht an alle und jeden ohne Mut und eigene Ideen ankuscheln", schreiben Agnieszka Brugger und Sven Lehmann in einem Papier, das sie parallel zum Abschluss der Klausur der Bundestagsfraktion in Weimar veröffentlichten.

Brugger ist verteidigungspolitische Sprecherin der Fraktion im Bundestag, Lehmann Landeschef in Nordrhein-Westfalen. "Wir müssen raus aus der Komfortzone", heißt es in dem Papier, über das zuvor "Spiegel Online" berichtet hatte. Es bestehe der Eindruck, dass wesentliche Teile des programmatischen Grundkonsenses nach und nach infrage gestellt würden, ohne dass dies auf einem Parteitag jemals beschlossen worden sei, kritisieren Brugger und Lehmann.

Die Grünen seien lange dafür gewählt worden, dass sie "überholte Ansichten und verkrustete Strukturen" infrage gestellt hätten. Die Grünen müssten sagen, wie etwas geändert werden solle - "auch wenn es bisweilen unbequem ist und wir damit anecken und provozieren". 

Die Wähler erwarteten, dass die Grünen vor allem drei Dinge ausstrahlten: Zuversicht, augenzwinkernde Selbstironie und provokant-frechen Charme. "Allerdings drohen diese verloren zu gehen, wenn Unterschiede zu anderen Parteien verschwimmen."

Beitrag Brugger, Lehmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump droht rätselhafte neue Angriffe auf Clinton an  

München - Das erste TV-Duell der Spitzenkandidaten ist vorbei. Viele sehen Hillary Clinton als Gewinner der Debatte, so auch Grünen-Chef Cem Özdemir. Alle News finden …
Trump droht rätselhafte neue Angriffe auf Clinton an  

Energiewende: Stromtrassen sollen eingegraben werden

München - Fast hatte man das Thema schon vergessen. Vor zwei, drei Jahren tobte in Bayern ein heftiger Streit um Stromtrassen. Jetzt legt der Netzbetreiber Tennet einen …
Energiewende: Stromtrassen sollen eingegraben werden

Islam-Verbände fühlen sich an den Pranger gestellt

Ist die Deutsche Islamkonferenz zehn Jahre nach ihrer Gründung überflüssig? Immerhin wird in diesem Dialogforum immer noch heftig gestritten. Das ist auch beim Festakt …
Islam-Verbände fühlen sich an den Pranger gestellt

Union sieht keinen Imageschaden durch Sexismus-Debatte

Tweets mit dem Nazi-Begriff "Umvolkung", ein Mobbing-Fall und nicht zuletzt die Sexismus-Vorwürfe einer Berliner CDU-Politikerin: Werfen die Debatten ein schlechtes …
Union sieht keinen Imageschaden durch Sexismus-Debatte

Kommentare