+
Sicherheitskräfte vor dem UN-Gebäude in Genf.

Alle Infos im Live-Ticker

Schweizer Justiz bestätigt Festnahme von zwei Verdächtigen

München - In Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris wird nach mehreren Verdächtigen gefahndet. In der Schweiz wurden nun zwei Personen festgenommen.

<<<AKTUALISIEREN>>

+++ Spezialeinsatzkräfte der Kölner Polizei haben in der Nacht auf Samstag eine Wohnung in Jülich durchsucht. Die SEK-Beamten nahmen bei dem Einsatz im Kreis Düren (NRW) einen 36-jährigen Mann und eine 28-jährige Frau fest.

+++ Nach einer Großfahndung in Genf hat die Schweizer Justiz am Samstag die Festnahme von zwei syrischstämmigen Verdächtigen bestätigt. Die Festgenommenen würden verdächtigt, "Sprengstoff oder Giftgas produziert, versteckt und transportiert" zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zudem werde ihnen ein Verstoß gegen das Gesetz vorgeworfen, welches das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verbietet. Die Strafverfolgungsbehörde kündigte eine Pressekonferenz für 17.00 Uhr an.

+++ Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat beim SPD-Parteitag Deutschlands Beitrag zum Kampf gegen die Terrormiliz IS als herausragendes Signal der Solidarität gelobt. „Das ist eine neue, einzigartige, unglaubliche Geste“, sagte der französische Sozialist als Gastredner beim Kongress der deutschen Schwesterpartei am Samstag in Berlin. Nach den Terroranschlägen vom 13. November in Paris hatte Frankreich die Bundesregierung um Hilfe im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gebeten. Berlin hilft mit Tornados beim Aufspüren der Stellungen des IS in Syrien.

+++ Der UN-Libyengesandte Martin Kobler hat vor einer weiteren Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderer Extremisten in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland gewarnt. „Extremistische und terroristische Gruppen dehnen ihren Einflussbereich weiter aus“, sagte der deutsche Diplomat am Freitagabend in Tunis während einer Videokonferenz mit dem UN-Sicherheitsrat. „Ich kann die Bedrohung, die Daesch darstellt nicht überbetonen.“ Daesch ist eine arabische Abkürzung für den IS. Die Terrormiliz und andere Extremisten haben das Bürgerkriegschaos genutzt, um Teile Libyens unter Kontrolle zu bringen.

Mutmaßliches IS-Mitglied in Ceuta festgenommen

+++ In der spanischen Exklave Ceuta an der marokkanischen Mittelmeerküste hat die Polizei einen Mann unter dem Verdacht festgenommen, Kämpfer für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) rekrutiert zu haben. Der 34-jährige spanische Staatsbürger habe unter jungen Männern dafür geworben, nach Syrien in den Kampf zu ziehen, teilte das Innenministerium in Madrid am Samstag mit. Die spanischen Behörden seien durch mehrere Hinweise auf den Mann aufmerksam geworden.

Ermittlungen hätten ergeben, dass die Vorwürfe gegen ihn den Tatsachen entsprächen, hieß es weiter. Der Festgenommene, der bekennender Salafist sei, habe junge Männer angesprochen und über längere Zeiträume indoktriniert. In Spanien wurden in diesem Jahr bereits etwa hundert mutmaßliche Dschihadisten festgenommen, viele davon in den beiden Exklaven Ceuta und Melilla. Seit Juni gilt in dem Land die zweithöchste Terrorwarnstufe.

+++ Die Lage in Genf entspannt sich allmählich. Es fahren wieder Busse und Bahnen - Das normale Leben läuft wieder an. Einsatzkräfte rund um das UN-Gebäude waren seit Tagen in höchster Alarmbereitschaft.

+++ Im Fall des wegen Terroralarm abgesagten Länderspiels ist ein verdächtiger Schüler, der durch eine Lehrerin ins Visier der Ermittlungen geriet, entlastet worden. Der Verdacht hatte sich nicht erhärtet.

+++ Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für eine stärke internationale Zusammenarbeit ausgesprochen. „Nichts sollte uns davon abhalten, den Terrorismus zu besiegen“, sagte Lawrow am Freitag in Rom, wo er bei einer internationalen Mittelmeerkonferenz sprach und Italiens Außenminister Paolo Gentiloni traf. „Wir wollen nicht mit der US-geführten Koalition konkurrieren, wir haben eine Kooperation vorgeschlagen.“ Sekundäre Dinge müssten im Kampf gegen den Terrorismus beiseite gestellt und dem Ziel untergeordnet werden.

+++ Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris ist nach "Spiegel"-Informationen ein mutmaßlicher Islamist aus Deutschland zur Fahndung ausgeschrieben. Es handele sich um Hüseyin D. aus Dinslaken, berichtete das Magazin am Freitag vorab. Auf einer insgesamt 16 Personen umfassenden Liste der "vorrangigen Fahndungen" seitens der deutschen Behörden stehe D. an letzter Stelle. Nummer eins auf der Liste ist demnach der Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris, Salah Abdeslam.

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes sagte dazu auf Anfrage, zu laufenden Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen nehme die Behörde keine Stellung. Laut "Spiegel" gehört der 42-jährige D. zur sogenannten "Lohberger Brigade". Die Islamistengruppe aus dem Dinslakener Stadtteil Lohberg war 2013 in den Bürgerkrieg nach Syrien gezogen. Dort sollen Mitglieder dieser Gruppe engen Kontakt zum mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge in Paris, Abdelhamid Abaaoud, gehabt haben.

Genfer Polizei sucht nach vier potentiellen Attentätern

+++ In der Schweizer UN-Stadt Genf hat die Polizei auch am Freitag unter Hochdruck nach mindestens vier potenziellen Attentätern gefahndet. "Im Moment gibt es keine Veränderung der Sicherheitslage", sagte eine Sprecherin der Sicherheitsbehörden mit Blick auf den am Mittwochabend ausgelösten Alarm. Die auf Stufe drei von fünf erhöhte Alarmstufe blieb am Freitag bestehen.

+++ Marokko hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Attentäter von Paris, Salah Abdeslam und Mohamed Abrini, erlassen. Wie am Freitag aus der Hauptstadt Rabat verlautete, befürchten die Behörden, dass beide in das nordafrikanische Land geflüchtet sind. Die Menschen im Land seien aufgerufen worden, den Behörden sämtliche Informationen über die Verdächtigen zu liefern. Nach beiden Männern wird bereits mit internationalem Haftbefehl wegen ihrer Beteiligung an den Anschlägen von Paris vom 13. November mit 130 Todesopfern gesucht.

Steinmeier begrüßt Ergebnisse der Syrien-Konferenz

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßt die Ergebnisse der Syrien-Konferenz im saudi-arabischen Riad. Mit der überraschend weitgehenden Einigung der syrischen Opposition auf ein Gremium zur Bildung einer Verhandlungsdelegation und einem gemeinsamen Bekenntnis zu einem Übergangsprozess sei mehr erreicht worden als erwartet, erklärte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin.

„Mit dem Treffen ist ein erster konkreter Schritt zur Umsetzung des in Wien vereinbarten Fahrplans für eine politische Lösung in Syrien gegangen“, sagte Steinmeier. „Wir sind - und das ist klar - damit noch längst nicht am Ziel. Aber es ist eine gute Grundlage für die nächsten Schritte.“ Die Oppositionsgruppen hatten sich am Sonntag zu Friedensgesprächen mit der Regierung bereiterklärt, vorausgesetzt Präsident Baschar al-Assad zieht sich zurück.

+++ Die Grenzübergänge zwischen Libyen und Tunesien sind gut zwei Wochen nach dem Anschlag auf die Präsidentengarde in Tunis mit zwölf Toten wieder geöffnet. Wie die staatliche tunesische Nachrichtenagentur Tap am Freitag meldete, konnte der Verkehr ab Mitternacht wieder in beide Richtungen passieren. Im Bürgerkriegsland Libyen kämpfen auch zahlreiche tunesische Extremisten in den Reihen dschihadistischer Milizen. Über die durchlässige Grenze werden Waffen und Milizionäre in beide Richtungen geschmuggelt.

Nahe der libyschen Stadt Sabratah, 100 Kilometer von der Grenze entfernt, wurden die Bürger nach Berichten lokaler Medien am Donnerstag Zeugen einer Machtdemonstration von Dschihadisten. Wie die Zeitung „Libya Herald“ berichtete, fuhren die Kämpfer in bis zu 30 Fahrzeugen in ein bewohntes Gebiet und errichteten Kontrollpunkte. Grund soll die Festnahme zweier Mitglieder der Gruppe gewesen sein.

Selbstmordanschläge in Syrien und Kamerun- Mindestens 30 Tote

+++ Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Kameruns sind mindestens acht Menschen getötet worden. Ein junges Mädchen habe sich im Ort Kolofata in die Luft gesprengt, eine zweite Attentäterin sei entkommen, sagte Militärkommandeur Joseph Nouma am Freitag. Mindestens 36 Menschen seien teils schwer verletzt worden.

Die aus Nigeria stammende islamistische Terrormiliz Boko Haram verübt immer wieder Anschläge dieser Art im benachbarten Norden Kameruns. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen in der

Region einen sogenannten Gottesstaat gründen, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia.

+++ Bei drei Selbstmordanschlägen im Nordosten Syriens sind mindestens 26 Menschen getötet worden. Unter ihnen sind mindestens vier Zivilisten und ein Arzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mitteilte. Mehr als 120 Menschen seien zudem bei den Attentaten in Tell Tamr nahe der Stadt Hasaka am Donnerstagabend verletzt worden. Dutzende würden zudem noch vermisst.

Ein Anschlag galt der Beobachtungsstelle zufolge einem Kontrollpunkt kurdischer Streitkräfte. Die beiden weiteren Sprengsätze seien vor einem Krankenhaus gezündet worden. Die kurdische Nachrichtenagentur ARA berichtete dagegen, alle Anschläge seien in der Nähe von kurdischen Kontrollpunkten verübt worden.

+++ Nach Angaben des US-Militärs ist bereits Ende November der Finanzchef der Terrormiliz IS getötet worden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

OSZE-Treffen in Hamburg: Steinmeier will Rückkehr zum Dialog

Es ist eine Konferenz in Krisenzeiten. Die OSZE ringt in Hamburg um Fortschritte vor allem im Ukraine-Konflikt. Konkrete Beschlüsse wird es wohl nicht geben. Aber für …
OSZE-Treffen in Hamburg: Steinmeier will Rückkehr zum Dialog

Kerry und Lawrow sprechen in Hamburg über Syrien

Hamburg - Die Außenminister der USA und Russlands, John Kerry und Sergej Lawrow, sind am Mittwochabend in Hamburg zu einem Gespräch über den Syrien-Konflikt …
Kerry und Lawrow sprechen in Hamburg über Syrien

Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Berlin/Istanbul - Ein verschwundener Reisepass hat die Ausreise einer türkischen Parlamentarierin aus Deutschland verzögert. Und schon droht die nächste Belastungsprobe …
Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Rom - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi ist drei Tage nach der Niederlage bei dem Verfassungsreferendum zurückgetreten.
Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Kommentare