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Bernd Lucke

Scharfe Kritik an Querelen

Lucke wird ab Dezember alleiniger AfD-Chef sein

Berlin - An der Spitze der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) soll ab Dezember Bernd Lucke als alleiniger Vorsitzender stehen.

"Wir gehen alle davon aus, dass er dann derjenige sein wird, der zum 1. Dezember 2015 allein den Vorsitz übernimmt", sagte das Mitglied der derzeitigen Dreierspitze, Frauke Petry, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe). Sie selbst strebe bis dahin eine Doppelspitze mit Lucke an. Derzeit bilden Lucke, Petry und Konrad Adam ein Dreierteam.

Nach wochenlangem Streit hatte die Führung am Freitag einen Kompromiss erzielt, der vorsieht, dass die Partei ab Dezember nur noch von einem Vorsitzenden geführt wird. Dafür hatte sich die prominenteste Figur der derzeitigen Dreierspitze, Lucke, eingesetzt. In der Übergangsphase von Februar bis zum 1. Dezember soll die Parteispitze aus zwei Vorsitzenden bestehen. Namen wurden bisher nicht genannt. Die Änderungen in der AfD-Führungsstruktur sollen auf dem Parteitag in Bremen am 31. Januar und 1. Februar beschlossen werden.

In einem erbittert geführten Machtkampf hatten mehrere Parteifunktionäre Lucke scharf angegriffen und ihm "Führung nach Gutsherrenart" vorgeworfen. Sein schärfster Widersacher war der Ko-Vorsitzende Adam, der sich in Rund-Mails über Alleingänge Luckes beschwerte.

Die AfD ist derzeit in den Landesparlamenten von Sachsen, Brandenburg und Thüringen vertreten. In bundesweiten Umfragen liegt sie bei sechs bis sieben Prozent.

Lucke: Scharfe Kritik an Querelen

Lucke hat seine Partei unterdessen aufgerufen, Streit und Personalquerelen zu überwinden. „Die Erfolgsaussichten für unsere Partei sind enorm groß“, sagte er am Samstag bei einem Landesparteitag in Karlsruhe. „Wir können nur an uns selber scheitern.“

Lucke sagte, er sei bestürzt über das Klima, das auf der Versammlung der 500 Mitglieder der Südwest-AfD herrsche. Er redete im Anschluss an eine Debatte, in der sich Mitglieder rivalisierender Flügel mehrfach gegenseitig der Lüge bezichtigt hatten. Scharf kritisierte Lucke, dass 3000 E-Mails von ihm an Mitglieder des Bundesvorstands dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zugeleitet worden seien.

AFP/dpa

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