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Bei Luftangriffen auf eine Hochburg IS im Nordosten Syriens sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. (Symbolfoto)

Extremisten zeigen Jets

Viele Tote bei Luftattacken auf IS-Hochburg

Al-Rakka - Al-Rakka im Nordosten Syriens ist eines der wichtigsten Zentren des Islamischen Staates. Seit dem Verlust eines Militärflughafens greift die syrische Armee die Region verstärkt an.

Bei Luftangriffen der syrischen Armee auf eine Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten des Landes sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Samstag, allein beim Einschlag von Raketen nahe einer Bäckerei in der Stadt Al-Rakka seien 25 Menschen gestorben. Mindestens zwölf der Opfer seien Zivilisten gewesen, neun IS-Kämpfer. In einem militärischen Ausbildungslager des IS starben demnach sechs Extremisten.

Aktivisten berichteten im Internet von 35 Toten und mehr als 40 Verletzten. In der Nähe der Bäckerei hielten sich demnach zahlreiche Menschen auf. Laut den Menschenrechtsbeobachtern flog die syrische Luftwaffe insgesamt acht Angriffe. Aufnahmen im Internet zeigten Schäden in einem Wohngebiet. Laut den Aktivisten wurde auch das Stromnetz getroffen, weshalb die Stadt ohne Elektrizität war.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle berichtete zudem, auch unbemannte Aufklärungsflugzeuge seien über Al-Rakka geflogen. Die USA lassen seit einiger Zeit Drohnen über Syrien fliegen, um Informationen über die Terrormiliz zu sammeln.

Der Islamische Staat beherrscht im Norden und Osten Syriens rund ein Drittel der Fläche des Landes. Al-Rakka ist eines der wichtigsten Zentren der Extremisten. Die syrische Armee hatte in der Nähe vor zwei Wochen den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka an die Dschihadisten verloren. Er war die letzte Bastion des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der Provinz Al-Rakka. Seitdem greift die Armee verstärkt Ziele in der Region aus der Luft an.

Einwohner demonstrieren gegen Extremisten

Bei Luftangriffen auf den Ort Al-Aschara in der Nähe der Stadt Dair as-Saur waren in der vergangenen Wochen mehrere Frauen und Kinder getötet worden. Danach kam es in dem Ort zu Protesten von Einwohnern gegen die Extremisten, wie die syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten. Die Demonstranten verlangten, dass die IS-Kämpfer sich nicht mehr in Wohngebieten verstecken. Die Extremisten erschossen und kreuzigten daraufhin einen Mann. Damit hätten sie die Einwohner vor weiterem Widerstand warnen wollen, so die Menschenrechtsbeobachter.

Bei der Eroberung des Militärflughafen Al-Tabka bekamen die Extremisten offenbar auch Kampfflugzeuge in die Hände. In einem am Freitag im Internet aufgetauchten Video der Dschihadisten vom Flughafen sind mehrere Jets zu sehen. Die Bilder zeigen, wie IS-Kämpfer auf einer Maschine herumklettern. Ob die Flugzeuge noch einsatzbereit sind, ist unklar. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte nach der Eroberung des Flughafens berichtet, die syrische Armee habe alle Jets in Sicherheit bringen können.

Säuglingsstation im Irakt getroffen: 18 Tote

Luftangriffe der irakischen Armee haben im Norden des Landes die Frühgeborenenstation eines Krankenhauses getroffen und 18 Menschen getötet, darunter acht Babys. Bei der Attacke in dem Ort Al-Hawidscha seien 16 weitere Menschen verletzt worden, meldete die kurdische Nachrichtenagentur Bas News am Samstag. Die Kinderstation wurde demnach völlig zerstört. Einwohner versuchten, die Verletzten zu bergen und in andere Krankenhäuser zu bringen, hieß es weiter.

Al-Hawidscha liegt rund 300 Kilometer nördlich von Bagdad. Der Ort wird von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beherrscht. In der Region kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Extremisten einerseits sowie irakischer Armee und kurdischen Einheiten andererseits.

Iraks Luftwaffe hatte Al-Hawidscha bereits in den vergangenen Tagen angegriffen. IS-Extremisten stürmten in der Nähe des Ortes am Donnerstag ein Dorf und verschleppten mindestens 50 Männer.

dpa

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