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Trauer um Max Mannheimer.

Merkel: "Wir schulden ihm Dank"

Holocaust-Überlebender Max Mannheimer (96) gestorben

München - Es war seine Lebensaufgabe, öffentlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu kämpfen. Nun ist der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer im hohen Alter gestorben.

Trauer um Max Mannheimer: Der Holocaust-Überlebende ist im Alter von 96 Jahren in einer Münchner Klinik gestorben. Dies teilte die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, am Samstag mit. Wie kein Zweiter habe sich Mannheimer mit seiner ganzen Person eingebracht, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten.

"Sein Tod wird eine große Lücke reißen"

Mannheimer sei am Freitagnachmittag gestorben. „Das ist eine sehr traurige Nachricht. Die Gedenkstätte und ihre Mitarbeiter trauern um einen guten Freund“, sagte Hammermann. „Sein Tod wird eine große Lücke reißen.“ Mannheimer wurde für sein Wirken mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Merkel: Er  war "ein Mahner und Versöhner"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den verstorbenen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer gewürdigt. „Wir schulden ihm Dank“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag. 

Mannheimer sei ein „Mahner gegen das Vergessen und großer Versöhner“ gewesen. 

Als „schmerzlichen Verlust“ bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Tod des Holocaust-Überlebenden. „Er wird uns allen fehlen“, sagte Seehofer laut Mitteilung. Mit leidenschaftlichem Engagement habe Mannheimer eine Brücke gerade zu jungen Menschen gebaut.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter betonten, Mannheimer sei ein wichtiger Zeitzeuge der Nazi-Verbrechen gewesen. „Es ist unsere Aufgabe, diese Erinnerungen an die Grausamkeiten des Nazi-Regimes wach zu halten.“

Mannheimer wollte Deutschland verlassen

Die jüdische Familie Mannheimer aus Mähren im heutigen Tschechien geriet trotz Flucht in die Hände der Hitler-Schergen. Sie wurde ins Konzentrationslager Theresienstadt und von dort nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Mannheimer verlor fast seine ganze Familie. Er selbst war mehr als zwei Jahre in Konzentrationslagern gefangen, ehe er wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges von US-Soldaten befreit wurde.

Unmittelbar nach dem Krieg hatte Mannheimer zunächst vor, Deutschland zu verlassen. Doch dann wurde es seine Lebensaufgabe, öffentlich gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus zu kämpfen. Unermüdlich engagierte er sich seit den 1980er Jahren als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Mannheimer engagierte sich in der Lagergemeinschaft Dachau und war seit 1988 deren Vorsitzender.

Botschafter des demokratischen Deutschlands

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter nannte Mannheimer einen Mahner und Versöhner und bezeichnete ihn als herausragenden Botschafter des demokratischen Deutschlands. „Sein Motto war, wie es das Motto von uns allen sein muss: Wir dürfen nicht vergessen“, sagte der SPD-Politiker.

Auch in der Stiftung Bayerische Gedenkstätten sorgte die Nachricht vom Tode Mannheimers für tiefe Bestürzung. „Das ist ein unersetzlicher Verlust! Max Mannheimer hat Großartiges für Frieden, Versöhnung und Demokratie geleistet“, sagte Stiftungsdirektor Karl Freller.

Europamedaille: Auszeichnung für Max Mannheimer

dpa

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