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Salah Abdeslam war bei den verheerenden Anschlägen in Paris im November 2015 einer der Täter.

Großeinsatz in Brüssel

Bestätigt: Paris-Attentäter Abdeslam festgenommen

Brüssel - Laut Medienberichten wurde einer der Attentäter der Terroranschläge von Paris in Brüssel festgenommen. Salah Abdeslam war im November bei den Attacken beteiligt.

Er war der meistgesuchte Mann Europas - nun wurde Salah Abdeslam mitten in Brüssel aufgespürt. Die Polizei nahm den 26-jährigen Islamisten, nach dem seit den Anschlägen von Paris mit 130 Toten fieberhaft gefahndet wurde, am Freitag im Brennpunktviertel Molenbeek fest. Es ist das Ende einer fieberhaften Jagd, die zugleich viele Fragen aufwirft.

Seit Wochen wurde unter Hochdruck nach dem 26-Jährigen gefahndet, der bei den Anschlägen von Paris eine zentrale Rolle gespielt haben soll. Sein Bruder Brahim war einer der Selbstmordattentäter, die sich am 13. November in Paris in die Luft sprengten. Salah Abdeslam selbst organisierte zumindest zwei Mietautos und zwei Zimmer, die von den Kommandos genutzt wurden.

Am Abend der Anschläge soll er die Stade-de-France-Angreifer mit einem Renault zum Fußballstadion gefahren haben. Womöglich sollte auch er sich in die Luft sprengen: Ein im Pariser Vorort Montrouge gefundener Sprengstoffgürtel gehörte möglicherweise ihm. Abdeslam wurde am Tag nach den Anschlägen von Gehilfen von Paris aus zurück nach Belgien gefahren - und schlüpfte sogar durch mehrere Polizeikontrollen, weil nach ihm noch nicht gefahndet wurde.

Seine Gehilfen setzten ihn am frühen Nachmittag des 14. November im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek ab. Medienberichten zufolge soll er sich dann drei Wochen in einer Wohnung versteckt haben, in der die Ermittler am 10. Dezember seine Fingerabdrücke sicherstellten.

Doch dann verlor sich seine Spur - bis die Ermittler am Dienstag in einer Wohnung im Brüsseler Vorort Forest offenbar eher zufällig fündig wurden. Belgische und französische Polizisten wollten im Zuge der Ermittlungen zu den Pariser Anschlägen eine Wohnung durchsuchen, die sie für leer hielten, und gerieten unter Beschuss. Vier Polizisten wurden verletzt, ein Verdächtiger getötet.

Zwei Menschen konnten fliehen - unter ihnen offenbar Abdeslam. Seine Fingerabdrücke wurden in der Wohnung gefunden. Am Freitag wurde Abdeslam dann bei einem Großeinsatz in Molenbeek gefasst und verletzt.

In dem wegen seiner Islamistenszene berüchtigten Stadtteil war der Franzose marokkanischer Abstammung aufgewachsen. Bekannte beschreiben ihn als eher gewöhnlichen Jugendlichen, der wie sein Bruder Brahim gerne Fußball spielte, abends ausging und mit Frauen anbändelte. Von einer islamistischen Radikalisierung bemerkte lange niemand etwas.

Doch dann lernte er Abdelhamid Abaaoud kennen, der später einer der bekanntesten belgischen Dschihadisten werden sollte und als Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt. Wegen eines Raubes landeten beide 2010 hinter Gittern.

Nachdem er später einige Zeit als Techniker bei den Brüsseler Verkehrsbetrieben gearbeitet hatte, übernahm Abdeslam zusammen mit seinem Bruder Brahim eine Bar in Molenbeek, das "Les Béguines". Dort soll viel Haschisch konsumiert worden sein - im November 2015 wurde die Bar nach dem Fund halbgerauchter Joints dichtgemacht. Da hatten sich die Brüder aber bereits aus dem Geschäft zurückgezogen - vermutlich bereiteten sie die Anschläge von Paris vor.

Nachdem bei den Attacken von Paris sieben der Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengten oder erschossen wurden und Abdelhamid Abaaoud und ein weiterer mutmaßlicher Attentäter bei der Erstürmung einer Wohnung im nördlich von Paris gelegenen Saint-Denis starben, war Salah Abdeslam der vermutlich einzige Flüchtige der drei Kommandos.

Seine Ergreifung ist ein großer Erfolg für die Ermittler. Doch zugleich werden sich die bereits in der Vergangenheit viel kritisierten belgischen Behörden unangenehme Fragen stellen lassen müssen. Denn sollte sich herausstellen, dass Abdeslam sich tatsächlich seit vier Monaten in Brüssel verstecken konnte, wäre das ein gewaltiges Versagen der Geheimdienste.

Mitteilung der Staatsanwaltschaft

dpa/AFP

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