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Nadeschda Sawtschenko könnte im Tausch für zwei russische Soldaten freigelassen werden.

Spektakulärer Austausch

Russland lässt Kampfpilotin Sawtschenko frei

Rostow am Don - Die Nachbarländer Russland und Ukraine wollen gegenseitig ihre prominentesten Gefangenen überstellen. Für den ukrainischen Präsidenten Poroschenko hat die Rückkehr der Kampfpilotin Sawtschenko oberste Priorität.

Russland hat die zu 22 Jahren Haft verurteilte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko begnadigt und an ihr Heimatland überstellt. Die 35-Jährige, die als Symbol für den Widerstand gegen prorussische Separatisten gilt, landete am Mittwoch in der Ukraine. Am Flughafen Borispol bei Kiew hatten Poroschenko sowie Sawtschenkos Mutter, ihre Schwester und zahlreiche Parlamentarier die 35-Jährige erwartet.

„Ich bringe nicht die Toten zurück, aber ich bin weiter dazu bereit, der Ukraine mein Leben auf dem Schlachtfeld zu opfern“, sagte die für ihre flammenden Reden bekannte Kampfpilotin. Und auch Poroschenko gab sich kämpferisch: „So wie wir Nadeschda zurückgeholt haben, werden wir auch den Donbass und die Krim zurückholen.“ Der ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman betonte: „Ich freue mich - gemeinsam mit dem ganzen Land.“

International wurde die Freilassung der Pilotin begrüßt. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte die Hoffnung, dass die Freilassung ein Signal für eine Annäherung beider Länder sein könnte. Er hoffe auf „einen Beitrag zur Vertrauensbildung zwischen der Ukraine und Russland“. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) begrüßte die Überstellung als „gutes Signal“.

Die Sprecherin der Grünen für Osteuropapolitik, Marieluise Beck, betonte die Hoffnung, dass die Freilassung ein erster ernst gemeinter Schritt von russischer Seite hin zu Frieden sei. Der Vorsitzendes des Bundestags-Menschenrechtsausschusses, Michael Brand (CDU), forderte die Freilassung weiterer politischer Häftlinge in Russland.

Hollande: Freilassung ist ermutigendes Zeichen

Frankreichs Präsident François Hollande, der sich zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um einen Ausgleich zwischen Russland und der Ukraine bemüht, nannte die Freilassung ein ermutigendes Zeichen. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen“, sagte Hollande. In der weißrussischen Hauptstadt Minsk hatten Russlands Präsident Wladimir Putin und Poroschenko unter Vermittlung Merkels und Hollandes im Februar 2015 Vereinbarungen für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts getroffen. Dabei geht es vor allem um eine Waffenruhe, den Abzug schwerer Waffen und eine Autonomie für die Rebellengebiete.

Sawtschenko war in der früheren Sowjetrepublik zum Symbol und zum Gesicht des Krieges im Osten des Landes geworden. Ihre Freilassung fällt auf den zweiten Jahrestag der Wahl Poroschenkos zum Präsidenten am 25. Mai 2014. Im Gegenzug für ihre Freilassung entließ die Regierung in Kiew zwei mutmaßliche russische Soldaten, die wegen Teilnahme an Kämpfen im Kriegsgebiet Donbass zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Die Männer seien in Moskau gelandet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Den Begriff „Soldaten“ benutzte er nicht. Russland bestreitet Vorwürfe, dass reguläre russische Truppen in der Ostukraine aufseiten der Rebellen kämpfen.

Sawtschenko war in Russland in einem umstrittenen Prozess zu 22 Jahren Haft verurteilt worden - trotz internationaler Proteste. Die russische Justiz macht sie für die Ermordung von zwei russischen Reportern in der Ostukraine verantwortlich. Angehörige der Journalisten hätten Putin um die Begnadigung gebeten sagte Peskow. Bei einem Treffen mit Hinterbliebenen der Getöteten betonte Putin der Agentur zufolge: „Ich hoffe, dass ähnliche Schritte, die vor allem von den Motiven des Humanismus diktiert sind, zur Senkung der Gewalt in der Konfliktzone beitragen und helfen werden, schreckliche und unnötige Verluste zu vermeiden.“

Poroschenko hatte Sawtschenkos Heimkehr als Priorität bezeichnet. Die Soldatin, die in russischer Haft immer wieder mit Hungerstreiks auf sich aufmerksam gemacht hatte, war in ihrer Heimat 2014 in Abwesenheit als Spitzenkandidatin für die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ins Parlament gewählt worden. Timoschenko begrüßte Sawtschenko am Flughafen in Kiew.

dpa

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