Richard Sulik bei "Menschen bei Maischberger"
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Richard Sulik war Dienstagabend Gast bei "Menschen bei Maischberger".

Flüchtlingskrise Thema bei "Maischberger"

EU-Politiker in ARD-Talk: "Deutschland wird von Weicheiern regiert"

München - Bei "Menschen bei Maischberger" ging es am Dienstag um ein mögliches Versagen der Großen Koalition beim Thema Flüchtlingskrise. Ein slowakischer Politiker schimpfte sich dabei in den Mittelpunkt.

Das Thema Flüchtlingskrise beschäftigt weiterhin die Talk-Runden im deutschen Fernsehen. Auch die Sendung "Menschen bei Maischberger". Dort ging es am Dienstagabend um das Thema "Das Flüchtlingsdrama: Versagt die Große Koalition?". Sandra Maischbergers Gäste waren unter anderem der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner (56), der ehemalige Bundesminister Norbert Blüm (80, CDU) und der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU, Stephan Mayer (41). Doch in den Mittelpunkt redete sich ein ganz anderer Politiker: der slowakische EU-Abgeordnete Richard Sulik. Seine Meinung: Die EU versage bei der Grenzabsicherung.

Kontroverse um Transitzonen

Was war geschehen? Zu Beginn der Sendung ging es einmal mehr um das heikle Thema Transitzonen. Stegner zeigte offen, was er von den Plänen der CDU/CSU hält und lieferte sich mit Mayer eine hitzige Diskussion. "Das ist wie am Flughafen. Eine Art Haftlager an der Grünen Grenze", sagte Stegner. Mayer giftete zurück: "Wir haben als Union eine einheitliche Position, das passt der SPD nicht." Irgendwann hatte Norbert Blüm genug und mahnte zur Einigung: "Ich bin für Abrüstung. Ihr müsst von Eurem hohen Ross runterkommen!" 

Doch der Zoff zwischen SPD und CDU/CSU rückte an diesem Abend in den Hintergrund - nämlich als sich der slowakische EU-Abgeordnete in die Debatte einschaltete. Ab diesem Punkt hieß es: Richard Sulik gegen alle anderen! Nicht nur, dass der Unterstützer der Idee des europäischen Mauerbaus Kanzlerin Angela Merkel Verfassungsbruch unterstellte und die Meinung vertrat, die Staaten sollten statt der Flüchtlinge ihre eigene Bevölkerung retten. 

Sulik: "Die ganze Welt fasst sich an den Kopf"

Der Ex-Parlamentspräsident stänkerte heftig gegen die deutsche Politik: "Die ganze Welt fasst sich an den Kopf, was Deutschland da macht. Ein Land, das seine Grenzen nicht bewachen kann, wird von Weicheiern regiert." Deutschland solle die Flüchtlinge ruhig beherbergen. Sulik lautstark: "Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem mehr Muslime als Christen geboren werden." Anschließend gab er Deutschland indirekt eine Mitschuld am Tod Hunderter Kinder. "Würden wir keine humanitäre Hilfe leisten, würden nicht 100 Kinder pro Tag ertrinken." Es solle zentrale Auffanglager außerhalb der EU geben.

Lesen Sie hier: Flüchtlingskrise: Die Standpunkte der Parteien

Lesen Sie hier: Industrie mahnt in Flüchtlingskrise Einigkeit an

Das polemische Auftreten des Slowaken sorgte für Fassungslosigkeit bei den restlichen Maischberger-Gästen. "Das ist eine absolute Unverschämtheit, was Sie hier sagen, dass wir Schuld an hundert toten Kindern am Strand von Lesbos seien", versuchte Blüm zu kontern. "Das ist purer Zynismus und eine Zumutung, sich das anhören zu müssen", sagte ein offensichtlich schockierter Stegner und taz-Redakteurin Bettina Gaus fügte an: "Ich verachte das."

Einen Gänsehautmoment gab es dann doch noch, als der Bürgermeister der bayerischen Grenzgemeinde Wegscheid zugeschaltet wurde. Der fassungslose Lothar Venus: "Wenn ich Ihre Streitereien mitanhöre, wird mir ganz schlecht." In seinem Dorf würden momentan 1200 Asylsuchende täglich registriert - und das so kurz vor Wintereinbruch. Ein Lob schickte er an die österreichischen Nachbarn. Die hätten innerhalb weniger Stunden auf die Zustände reagiert und ein riesiges, beheizbares Zelt organisiert. Jetzt läge es an Berlin, zu handeln. "Ich glaube nicht, dass wir das noch lange durchhalten."

mes

Merja Schubert

Merja Schubert

E-Mail:merja.schubert@merkur.de

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