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Kanzlerin kritisiert Blockaden

Merkel: Lage an griechischer Grenze hält Flüchtlinge nicht ab

Berlin - Die verheerende Lage an der griechischen Grenze zu Mazedonien wird nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Flüchtlinge dennoch nicht abhalten. Zu groß sei das Grauen, vor dem die Menschen auf der Flucht sind, so Merkel.

"Wer vor den Bomben auf Aleppo flieht oder vor den Mördern des IS, den schockieren auch die Umstände in Griechenland nicht", sagte Merkel mit Blick auf Syrien und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) der Zeitung "Volksstimme" (Mittwochausgabe).

An der Grenze sitzen derzeit tausende Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen fest, weil Österreich und andere Länder an der Balkanroute weniger Flüchtlinge einreisen lassen. Die Kanzlerin kritisierte erneut diese verschärften Grenzregelungen: "Wer die nationalen Grenzen schließt, bewirkt damit nichts gegen die Ursachen der Flüchtlingsbewegung. Er riskiert obendrein auf Dauer einen Schaden für unsere Wirtschaft", sagte sie.

Merkel forderte erneut "dauerhafte" Lösungen, "die nicht einseitig etwas festlegen, was andere Länder dann ertragen müssen". Durch das einseitige Vorgehen Österreichs sei Druck auf Griechenland entstanden, sagte Merkel der Zeitung weiter. Beim EU-Treffen am 7. März werde die Lage bewertet und das weitere Vorgehen festgelegt. "Griechenland darf mit dem Problem nicht allein gelassen werden", hob Merkel hervor. Sie bekräftigte: "Mein Ziel sind und bleiben gesamteuropäische Beschlüsse".

Griechenland hielt die Kanzlerin allerdings ebenfalls Versäumnisse vor. "Griechenland war lange säumig, wie aber andere Länder auch." Die Registrierungszentren, die sogenannten Hotspots, würden zu langsam ausgebaut. "Außerdem hatte sich Griechenland verpflichtet, bis Ende 2015 50.000 Plätze für Flüchtlinge zu schaffen, um die Umsiedlung und Verteilung in Europa zu erleichtern, was aber so nicht passiert ist", fügte die Kanzlerin hinzu.

AFP

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