Nationalen IT-Gipfel
+
Angela Merkel beim Nationalen IT-Gipfel.

"Ist mir doch jetzt entfallen"

Merkel im Neuland: Aussetzer bei IT-Gipfel

Hamburg - Vor Publikum eine Rede halten und dann plötzlich ein Blackout? Für viele eine Horrorvorstellung. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist genau das am Montag passiert.

Eigentlich lief alles wie geschmiert beim 8. Nationalen IT-Gipfel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der am Montag in Hamburg abgehalten wurde. Seit 9 Uhr morgens galoppierten die Teilnehmer der Konferenz, darunter hochrangige Regierungsvertreter und rund 800 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, durch das straffe Tagesprogramm zum Thema "Arbeiten und Leben im digitalen Wandel".

Am Vormittag sprach unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Timotheus Höttges, über seine Ideen, wie ein Land in der digitalen Ökonomie wettbewerbsfähig bleiben kann. Unmittelbar nach dem Mittagsbuffet dann auf der Tagesordnung: eine Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sie beginnt souverän und spricht darüber, dass nichts klappen würde, wenn Daten nicht transportiert werden. Daher sei es gut, dass es eine Netzallianz gebe und dass es das Kursbuch "Netzausbau" gebe. Noch eine dritte Sache findet Angela Merkel gut. Allerdings kann sie das den Zuschauern nicht so ganz begreiflich machen, denn: Hier gerät die Bundeskanzlerin ins Straucheln.

"Es ist gut, dass wir in einer vernünftigen Mischung, wie Herr Höttges eben sagte, der drei F's - von Frequenzen, von Forderung und... was war das Dritte? Ist mir doch jetzt entfallen... Herr Höttges?", die Kanzlerin kneift die Augen zusammen und schaut hilfesuchend ins Publikum zu Herrn Höttges, dem Vorstandsvorsitzenden der Telekom. Als von ihm keine Antwort kommt, winkt Merkel mit einem breiten Grinsen und einem Augenzwinkern ab: "Weiß er selber nicht mehr". So viel Keckheit hatten die Besucher des IT-Gipfels wohl nicht erwartet - derart überrascht bricht das Publikum in lautes Gelächter aus.

Kurz darauf fällt Angela Merkel der fehlende Begriff, das dritte "F", dann doch noch ein: "Festnetz!", ruft sie heraus und hebt dabei den Finger wie Wickie der kleine Wikinger, wenn er eine besonders gute Idee hat. Erneut lautes Gelächter im Publikum und Applaus für die Kanzlerin. War doch gar nicht so schwer, wie Merkel selbst im Anschluss feststellt: "Es war was ganz Einfaches".

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Armenier-Resolution wirft Schatten voraus

Am 2. Juni will der Bundestag eine Resolution beschließen, mit der die Gräuel an den Armeniern im Osmanischen Reich vor gut 100 Jahren als "Völkermord" eingestuft …
Armenier-Resolution wirft Schatten voraus

Linke: Kipping und Riexinger wiedergewählt

Magdeburg - Die beiden Linke-Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sind für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden.
Linke: Kipping und Riexinger wiedergewählt

IS stürmt Außenbezirke von Rebellenstadt in Nordsyrien

Die Rebellen im Norden Syriens sind im Westen von Kurden umgeben, im Norden ist die Grenze zur Türkei - nun rückt die Terrormiliz IS von Osten in die Enklave vor. …
IS stürmt Außenbezirke von Rebellenstadt in Nordsyrien

Französische Regierung will Benzinkrise lösen

Mit Blockaden von Raffinerien und Benzinlagern protestieren Demonstranten in Frankreich seit Tagen gegen die geplante Arbeitsmarktreform. Die Regierung will die …
Französische Regierung will Benzinkrise lösen

Kommentare