+
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere informiert auf einer Pressekonferenz zu den Anschlägen in Paris. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

De Maizière warnt vor Anschlägen in Deutschland

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. "Die Lage ist ernst.

Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa", sagte er nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Ministern zu Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. "Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus."

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen laut de Maizière mit Hochdruck möglichen Bezügen nach Deutschland nach. Er verwies auf den Fall eines 51 Jahre alten Autofahrers, der möglicherweise auf dem Weg nach Paris vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal aufgeflogen war. Der Fall werde gerade aufgeklärt, betonte der Minister. "Es gibt einen Bezug nach Frankreich, aber es steht nicht fest, ob es einen Bezug zu diesem Anschlag gibt." Auf dem Navigationsgerät des Mannes habe man eine Adresse in Paris gefunden. Ob das auch einen Zusammenhang zu der Anschlagsserie bedeute, sei unklar.

De Maizière sagte, die französischen Behörden hätten auch den Namen eines bereits bekannten Attentäters übermittelt. Ein Abgleich mit deutschen Fahndungsdateien habe aber keinen Treffer ergeben.

Der Ressortchef erklärte, die Behörden überwachten derzeit ganz genau islamistische Gefährder in Deutschland und ihre Sympathisanten, aber auch Rechtsextremisten, die auf die Anschläge in Frankreich reagieren könnten. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten seit vergangener Nacht die gebotenen Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ergriffen. Dazu gehörten eine verstärkte Polizeipräsenz auf Bahnhöfen und Flughäfen, eine robustere Ausstattung der Polizisten dort und verstärkte Kontrolle der Grenze zu Frankreich.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rousseff: "Staatsstreich" gegen mich

Brasilia (dpa) - Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat im Amtsenthebungsverfahren gegen sie alle Vorwürfe zurückgewiesen und vor einem Bruch der brasilianischen …
Rousseff: "Staatsstreich" gegen mich

Gurbanguly Berdimuhamedow: So tickt der turkmenische Präsident

Aschgabat/Berlin - In Turkmenistan herrscht ein Präsident, der dutzende Bücher schreibt, sich feiern lässt und edle Pferde züchtet. Von Einnahmen aus den Gasverkäufen …
Gurbanguly Berdimuhamedow: So tickt der turkmenische Präsident

Maas plant Auskunftspflicht für Mütter über leiblichen Vater

Wenn der rechtliche Vater eines Kindes nicht der biologische Vater ist, gibt es oft Probleme. Auch juristischer Art. Bald soll die Mutter Auskunft geben müssen.
Maas plant Auskunftspflicht für Mütter über leiblichen Vater

CDU geht mit Sigmar Gabriel hart ins Gericht 

Berlin - "Eiertanz" und "bodenlose Unverschämtheit": Ausführlich und mit harten Worten hat die CDU am Montag Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel attackiert.
CDU geht mit Sigmar Gabriel hart ins Gericht 

Kommentare