Mhairi Black, Wahl, Großbritannien
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Mhairi Black ist mit 20 Jahren die jüngste Schottin seit 1667, die es ins britische Parlament geschafft hat.

Sie ist erst 20 Jahre alt

Diese Schottin ist die Jüngste im Parlament seit 1667

London - Die schottische Nationalistin Mhairi Black ist bei der Wahl in Großbritannien zum jüngsten Mitglied des Unterhauses seit Jahrhunderten gewählt worden. Sie nimmt damit einem Labour-Spitzenpolitiker Direktmandat ab.

Die 20-jährige schottische Politikstudentin Mhairi Black wird als jüngste Abgeordnete seit 1667 in das britische Parlament einziehen. In ihrem schottischen Wahlkreis Paisley kam die junge Kandidatin von der Scottish National Party (SNP) auf 51 Prozent der Stimmen und nahm damit dem Labour-Spitzenpolitiker und Wahlkampfmanager der Partei, Douglas Alexander, das Direktmandat ab.

Alexander war der Schatten-Außenminister von Labour-Spitzenkandidat Ed Miliband, jetzt verliert er seinen Platz im Parlament. Bei der Wahl 2010 hatte er den Wahlkreis noch mit 60 Prozent der Stimmen geholt, fünf Jahre später waren es jetzt nur noch knapp 18 Prozent.

Eine erste Prognose sah die SNP nach der Wahl am Donnerstag bei 58 von 59 möglichen schottischen Direktmandaten im Parlament in Westminster. Auch der schottische Labour-Chef Jim Murphy verlor seinen Sitz im Parlament an die SNP.

Nachwuchspolitikerin Black geht es vor allem um soziale Gerechtigkeit

Der frühere Erste Minister von Schottland, Alex Salmond, sagte: „Heute Nacht wird ein Löwe brüllen, ein schottischer Löwe, und er wird mit einer Stimme brüllen, die keine Regierung, welcher politischen Couleur auch immer, ignorieren kann.“

Nachwuchspolitikerin Black dankte nach ihrer Wahl ihren Eltern und ihren Freunden. Sie sei schon immer politisch engagiert gewesen, es gehe ihr vor allem um soziale Gerechtigkeit. Ihren Erfolg führte sie auf Folgendes zurück: „Ich denke, die Leute haben wirklich erkannt, dass dieses Westminster-Establishment ihnen nicht gedient hat.“

Black: "Ganz Schottland" wird durch Wahlergebnis mehr Gehör verschafft als je zuvor

Durch ihre Wahl werde ihrem Wahlkreis und "ganz Schottland" in Westminister mehr Gehör verschafft als je zuvor, sagte Black nach Bekanntgabe ihres Siegs vor jubelnden Anhängern. "Ich verspreche, diese Stimme nicht nur für Verbesserungen in Schottland, sondern auch für fortschrittliche Politik zum Wohle der Menschen in ganz Großbritannien zu nutzen." Die Sparpolitik der Regierung, die die Menschen im ganzen Land treffe, müsse beendet werden.

Blacks Sieg ist symptomatisch für den Siegeszug der Schottischen Nationalpartei (SNP) und den Niedergang von Labour in Schottland bei diesem Urnengang. Die SNP, die nur in Schottland angetreten war, gewann dort laut Nachwahlbefragungen 58 der 59 zu vergebenen Sitze. Bislang hatte sie nur sechs Abgeordnete im britischen Unterhaus gestellt. Ein derart starkes SNP-Ergebnis schürt in anderen Teilen Großbritanniens die Befürchtung, dass es in Schottland schon bald einen neuen Anlauf für ein Unabhängigkeitsreferendum geben könnte.

dpa

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